Freiwilliger Verzicht auf Direktzahlungen lohnt nicht

Landwirt Landwirt Landwirtschaftliche Betriebsleiter sollten sich trotz immer mehr Bürokratie ihre EU-Direktzahlungsansprüche in der Regel nicht entgehen lassen. Zu diesem Fazit gelangen Forscher des Gießener Instituts für Agribusiness in einer aktuellen Studie.

Danach schafft ein einzelbetrieblicher Verzicht auf Direktzahlungen nur eine teilweise Entlastung bei den Cross-Compliance-Auflagen und ist bis auf wenige Ausnahmen ökonomisch nicht sinnvoll. Das Team um Prof. P. Michael Schmitz macht deutlich, dass Landwirte nur einen unwesentlich höheren Aufwand gegenüber der Einhaltung des deutschen Fachrechts betreiben müssten, um Direktzahlungen zu erhalten.

Andererseits halten die Agrarökonomen daran fest, dass der generelle schrittweise Abbau von Direktzahlungen über den gesamten Berufsstand hinweg zu keinem „ökonomischen Desaster“ führen würde. Vielmehr könnten die Anpassungsprozesse einen weiteren Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Märkte leisten und somit einen wesentlichen Baustein zur Vollendung der begonnenen Liberalisierung der Agrarmärkte bilden.

„Für die Frage, wie das Ergebnis ausfällt, wenn man langfristig die Überwälzungseffekte auf Pacht- und Bodenpreise berücksichtigt, besteht noch erheblicher Forschungsbedarf“, so Schmitz. Dass es solche Überwälzungseffekte gebe, sei unstrittig. Unsicherheit bestehe aber über das Ausmaß.

Die Studie Nr. 29 „Cross Compliance und Greening - Gibt es Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe bei Verzicht auf Direktzahlungen?“ aus der Reihe Agribusiness-Forschung (ISSN 1434-9787) ist beim Institut für Agribusiness als Druckversion zum Preis von 25,- Euro zu beziehen. info@agribusiness.de (AgE)

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Stauffenberg · 1.
    Methoden ändern

    Mit den jetzigen Methoden werden wir gar nichts ändern, sondern uns nur kaputt machen(lassen). Solange diese Stuhlpfurzer nicht fürchten dass es ihnen an den Kragen geht, werden sie es so weiter betreiben.... Frösche legen auch keinen Weiher trocken, sie machen höchstens noch einen neuen. Dieses Gesindel müsste nur spüren,dass wir zu allem bereit sind,aber wirklich zu allem

  2. von aheumer · 2.

    Als die Zahlungsempfänger noch veröffentlicht wurden, war die Welt noch i.O. So konnte man einem Sauenhalter nachweisen, dass er für einen Sauenstall (650 Plätze) auf der grünen Wiese, rund 145000€ aus der zweiten Säule erhielt. Ich habe nichts gegen Förderungen. Es sollte aber nach oben gedeckelt sein. Dass sich der BDM hier zurück hält, ist nicht verwunderlich. Was aktuell in große Kuhställe fließt, ist atemberaubend. Dieser "Sumpf" muss komplett trocken gelegt werden.

  3. von fcbayern · 3.
    Wäre auch für eine abschaffung der Prämie,

    wenn die gängelung der bauern dann aufhören würde. aber alleine daran fehlt mir der glaube.jetzt wird mit abzügen bei der betriebsprämie gedroht falls die wegfällt gibt es direkt bußgeldbescheide. an bürokratie wird sich nichts ändern. die ganzen beamten in brüssel und den kammern müssen ja ihre daseinsberechtigung haben

  4. von aheumer · 4.
    Weg mit der Sofamelkerprämie..-

  5. von Hardthof · 5.
    Da wird wohl grad die Schmerzgrenze ausgelotet

    zu welchem Zeitpunkt stellen die Bauern keinen Sozialhilfeantrag mehr. Natürlich muss dann die Politik aufpassen, das die Erzeugerpreise nicht steigen, es würde sicher zu ABM Maßnahmen in den behörden führen.

  6. von jschulzep · 6.
    Prämien weg

    Dann brauchen wir auch keine Beamten mehr dort oben ! Die eingesparten Gelder kann man für in Not geratene Betriebe ansparen!

  7. von user10 · 7.
    Stell Dir vor es gibt Geld

    und keiner holt es ab. Ein Alptraum für alle Politiker und Bürokraten. Daher braucht man Studien zu der Frage, wieweit können die Prämien gekürzt werden, bevor die Bauern abspringen?

  8. von Ghostbuster · 8.
    Das möchte ich mittlerweile stark bezweifeln!

    Vor allem für Viehhaltende Betriebe die jetzt die ach so gute Gleichmacherei der Prämien durch abschmelzen der Top Ups bitter bezahlen. Danach nochmals eine Kürzung von 5-15 Prozent in den nächsten Jahren dazu kein Inflationsausgleich. Summa Summarum : Weg mit dem Sesselfurzerdreck!

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