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Engpässe am Eiermarkt

Eier

Aufgrund der Umstellung der heimischen Eierproduzenten von der klassischen Käfighaltung auf alternative Hennenhaltungssysteme ist es in Deutschland zu einer Verknappung des Angebots gekommen. Das berichtet die Europäische Marketing Agentur GmbH (EMA), die dabei von einem vorübergehenden Engpass am Eiermarkt während der Umstellungsphase ausgeht. Die Auswirkungen würden in erster Linie die eierverarbeitende Industrie spüren.

"Im Bereich Ei-Produkte ist mit einer Entspannung in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, da dem Verkauf von Konsumeiern zunächst Vorrang eingeräumt wird", erläuterte Uta Schmidt von der EMA. Mit dem Verbot der klassischen Käfighaltung von Legehennen - Ende 2009 laufen die letzten Ausnahmegenehmigungen aus - ist die deutsche Eierproduktion deutlich gesunken. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden im Mai 2009 bundesweit insgesamt 10,5 % weniger Eier erzeugt als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig erhöhten sich die Eierimporte von Januar bis Mai um fast 30 %, während die Exporte um 13 % zurückgingen. Insbesondere aus den Niederlanden wurden mehr Eier bezogen; von dort stammen inzwischen rund 40 % der in Deutschland vermarkteten Eier aus der Bodenhaltung. Die Nachfrage nach Eiern aus der Boden-, Freiland- und Biohaltung ist mit dem Verbot der Käfighaltung kräftig gestiegen; Eier aus der Bodenhaltung legten laut EMA im ersten Halbjahr 2009 um fast 40 % zu.

Die Agentur geht davon aus, dass der deutsche Eiermarkt noch bis zum Jahresende angespannt bleiben, sich aber mit Abschluss der Umstellungen wieder entspannen wird. "Bereits jetzt kommen nach Angaben Marktbeteiligter größere Mengen an Eiern der Klasse S auf den Markt, die von Junghennen aus alternativer Haltung stammen. Dies lässt darauf schließen, dass die Umrüstungen in vollem Umfang stattfinden", sagte Schmidt.