Ekoniva: Von 10 400 auf 21 000 Kühe

[17.02.2012]

Während eine flächendeckende Milchproduktion in Russland nur schwer in Gang kommt, legen russische Großbetriebe weiter ein rasantes Wachstumstempo vor.

So konnte der drittgrößte Milchviehbetrieb im Land, die Ekosem Agrar GmbH der Unternehmensgruppe Ekoniva, im Geschäftsjahr 2010/2011 die jährlich erzeugte Milchmenge gegenüber dem Vorjahr um 70 % auf 50 Mio. Liter steigern. Die Milchleistung pro Tag lag bei über 200 t. Der Rinderbestand wuchs im Geschäftsjahr von rund 18 700 auf 27 500 Tiere. Davon sind allein 10 400 Milchkühe. Im gleichen Zeitraum konnte die landwirtschaftliche Nutzfläche um 22 % auf 160 000 ha vergrößert werden.

Insgesamt ist im letzten Jahr sowohl die Gesamtleistung als auch das Ergebnis des Unternehmens signifikant gewachsen. Bereinigt um Sondererträge aus dem Erwerb zweier Landwirtschaftsbetriebe erhöhte sich die Gesamtleistung um 67 % auf 80,8 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis (EBITDA) legte um 192 % auf 22,8 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) um 557 % auf 13,8 Mio. Euro zu. Einschließlich Sondererträge kam die Gesellschaft auf eine Gesamtleistung von 87,8 Mio. Euro, ein EBITDA von rund 30,7 Mio. Euro sowie ein EBIT von 20,8 Mio. Euro.

Wolfgang Bläsi, CFO und Geschäftsführer der Ekosem-Agrar GmbH: „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Die Investitionen in Ackerland und neue Milchviehbetriebe mit modernsten Anlagen und Technologien zahlen sich zunehmend aus. Russland bietet für Agrarkonzerne weiterhin hervorragende Rahmenbedingungen.“

Die Unternehmensgruppe Ekoniva, die von dem Deutschen Stefan Dürr Ende der 80er Jahre aufgezogen wurde, ist neben dem Milchgeschäft auch im Saatgutgeschäft Russlands aktiv. Aufgrund der Rekordernte im Jahr 2011 nahm der Bestand an Futter, Saatgut und Marktfrüchten um 50 % auf 34 Mio. Euro zu. Der Bereich Premium-Rindfleisch als drittes Standbein befindet sich im Aufbau und schlägt sich nur geringfügig im Zahlenwerk 2010/2011 nieder. Der Bereich Landmaschinenhandel wurde im April 2011 ausgelagert.

Ziel der Unternehmensgruppe ist es, das Ergebnis in den nächsten zwei Jahren jeweils deutlich zweistellig zu steigern. Wachstumstreiber werde weiterhin die Milchproduktion sein, für die der unterversorgte russische Markt sehr gute Perspektiven biete. Der Bestand an Milchkühen soll bis 2015 von 10.400 auf dann rund 21.000 Tiere wachsen.

Zur Finanzierung des weiteren Wachstums und Optimierung der Finanzierungsstruktur plant Ekosem-Agrar für 2012 die Emission einer Unternehmensanleihe in Deutschland.


Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Was zeigt dieser Beitrag??

    [18.02.2012]

    Da gibt es "ein" riesiger Betrieb der in Milch,Ackerbau, Saatgut Umsatz macht. Das sind aber nur 500€ Umsatz je ha "INSGESAMT".Wenn ich meinen Bestand erhöhe habe ich zwar mehr "Umsatz" aber von Gewinn aus den es für mich ankommt lässt sich aus diesen Zahlen nicht schließen.Da sind für mich 500€ Umsatz Gesamtleistung je ha zu gering.Was rettet diesen Betrieb vor dem Bankrott oder wie die "kleinen" Betriebe in Rußland vor dem Aus?? Beziehungsweise kommen"DIE" trotz Markt nicht in Gang??? Will uns da jemand, der diesen Nichtssagenden Beitrag ins Onlineblatt setzt, aufs Glatteis stellen??? Oder sind die 80 Mio Gewinn? Dann braucht dieser Betrieb kein zusätzliches Kapital von irgenwoher. Denn er bezahlt die Investionen aus der Portokasse!!!!

    von elinge

  • Milchimport

    [17.02.2012]

    Wann wird endlich die Milch von Russland zu uns importiert? Hoffentlich bald, denn dann brauchen sich deutschen Milchviehhalter nicht mehr so abmühen mit ihren 50-100 Kühen. Dann bekommen die Verbraucher endlich billige Milch und müssen nicht mehr so auswählen bei den so furchtbar teueren regional erzeugten Innlandsprodukten. Dann können endlich alle Landwirte (Mini-Bauern) ihre Ernteerzeugnisse von Acker und Wiese teuer in Biogasanlagen verkaufen und dort verwerten. Dann entsteht endlich eine homogene, ökologisch wertvolle, von zu Landschaftspflegern umgeschulten Bauern frei gehaltene und gepflegte Kulturlandschaft, wo sich die Verbraucher endlich wohl fühlen können. Wollte uns das der Verfasser des Berichtes nahebringen. Herzliche Dank!

    von beernhof

  • Allso nachmachen!!!!

    [17.02.2012]

    Das ist es, sowas könnten wir doch mit viel Software, doppelt billiger nachmachen.Nur die Größe ist doch das Maß des/allen Fortschritts??? Bin gespannt wenn in der Benelux/Nord De/Dänemark eine Fliege die Bestände mit irgendeinem Virus anstekt,deren Krankheitsausbruch erst ein halbes Jahr auftritt. Nun in glaube in Rußland hat Putin viel Geld für einen Locker gemacht um überhaupt eine eigene Milchproduktion im Land zu halten.

    von elinge

  • So viel zum Thema "bäuerliche Landwirtschaft"!

    [17.02.2012]

    Und wir streiten uns, ob jetz 50 oder 100 Kühe schon als "Massentierhaltung" gelten!!

    von chrisman#001

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