Korte: "Im Herbst gehts bei der Milch wieder aufwärts!"

[21.05.2012]


Korte Milch Heinz Korte Der Vizepräsident des Landvolkes Niedersachsen, Heinz Korte, rechnet damit, dass die derzeit angespannte Lage auf dem Milchmarkt spätestens nach dem Sommer vorbei sein wrid. Vieles spreche dafür, dass sich der Markt mit einer Verringerung der Anlieferungen im Herbst wieder „drehen“ werde, erklärte der Milcherzeuger.

Ursache für die jüngsten Preissenkungen sei eine zu hohe Milchanlieferung, während im Krisenjahr 2008/09 die weltweite Depression einen Nachfrageeinbruch verursacht habe. Molkereien, die sich auf Frischprodukte spezialisiert hätten, könnten mit einer stärkeren Kooperation in einzelnen Segmenten geschlossen gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel auftreten, regte Korte an. Dies wäre kartellrechtlich möglich, so der Vizeverbandspräsident. Für Trinkmilch hatte Aldi kürzlich eine Preissenkung durchsetzen können, was für Unmut unter den Milcherzeugern sorgte.

Korte sieht vor allem im Exportgeschäft weiter Chancen. „Ohne Exporterstattungen verdienen unsere Milchverarbeiter auf ausländischen Märkten mehr als im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandel“, stellte er fest. Bereits jetzt werde fast jedes zweite Kilogramm Milch aus deutscher Erzeugung für den Export verarbeitet. Der Landvolk-Vizepräsident wies außerdem darauf hin, dass die Erholung der Agrarmärkte nach der Wirtschaftskrise gerade im Milchmarkt auch höhere Preise ermöglicht habe.

Auf der Gegenseite seien aber Futter- und Düngemittel sowie Diesel teurer geworden; die Pachtpreise seien ebenfalls gestiegen. Die Milcherzeugung habe sich nach Berechnungen von Marktbeobachtern seit 2009 um 4,5 Cent/kg verteuert, so Korte.

Er erwartet nach dem Auslaufen der EU-Quotenregelung auch keinen ausufernden Milchmarkt. Die Milchviehhalter würden andere Formen der Mengenbegrenzung erleben: Die Folgen des Baurechts, der Nährstoffverbringung, der Wettbewerb um die Fläche und auch die EU-Vorschläge zum Greening der Direktzahlungen dürften sich laut Korte bremsend auf die Milchanlieferung auswirken. (AgE)

Leserkommentare

13 Kommentar(e)
  • “Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war.”

    [25.05.2012]

    Tacitus – Politiker – 58 – 120

    von helmut_ehrlicher

  • Im Herbst gehts aufwärts !!!

    [24.05.2012]

    Der Herr Korte erinnert mich an den Spatz der sagte: Jetzt geht es endlich wieder aufwärts, als ihn die Katze die Treppe hinauftrug. Es gibt wahrscheinlich sonst keine Gewerkschaft, die bei solchen Einkommenseinbußen solch positive Statements von sich gibt. Der Verfall des Milchpreises ist schon schlimm genug, da muß man sich das dumme Geschwätz der DBV und Landvolk -Spitzen nicht auch noch antun.

    von ostimo

  • Rezepte von Gestern

    [21.05.2012]

    Warum haut ihr auf den Korte rein, nur weil er seine Meinung sagt? Mit euren Rezepten habt ihr doch gleich gar nichts erreicht! Oder? Hermann Klug

    von hermannklug

  • Ik snap het niet

    [21.05.2012]

    In der EU lagern jetzt fast 69000 to Butter. Importiert wurden 32000 to Butter und 6000to Butteröl. Zum vergleich wurden letztes Jahr 1800to Butter und 300to Butterölimportiert. Wieviel exportieren wir denn nun wenn jedes zweite kg Milch in den Export geht? Ich glaube vielmehr erklären kann uns das ein Herr Korte auch nicht!

    von Friesenkuh

  • blablabla

    [21.05.2012]

    von simson09

  • (Un)Fähigkeit läßt grüßen!

    [21.05.2012]

    Korte weiß Bescheid! Er ist ein echter Experte! Ein richtiger Marktkenner.Auf ihn kann man sich verlassen.Er braucht nur noch ein bisschen mehr Hirn!

    von rita#001

  • Man sollte nicht vergessen

    [21.05.2012]

    daß in Deutschland vor kurzem Spotmilch für 20 cent gehandelt wurde- aber das kommt bei Folgart und Co nicht an! Ganz schlimm!!

    von Friesenkuh

  • Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!

    [21.05.2012]

    Herr Korte, es soll ja Leute geben die uns Milchbauern für dumm halten oder verkaufen wollen, bedenklich wird es natürlich wenn diese "Schlaumeier" vom eigenen Berufsstand sind. Also ziehen wir mal eine Zwischenbilanz: Statement von Milchpräsident Udo Folgart vor einigen Wochen "beim Milchmarkt ist alles bestens". Keine Frage längst wiederlegt! Statement DBV vor einigen Tagen "der Preis wird nicht unter 29 Cent gehen. Die von Realist 79 angegebenen 26,5 Cent für Mai 2012 sprechen eine andere Sprache. Statement Heinz Korte aktuell, im Herbst wird es besser. Sollen wir jetzt warten bis dann die Interventionsgrenze von 21,5 Cent erreicht ist oder schon jetzt handeln? Fakt ist das der Weg des DBV nicht funktionieren kann und wird.

    von Dieter Müller

  • Welche Ebene bedeutet aufwärts, Herr Korte?

    [21.05.2012]

    Meine Molkerei hat für Mai angekündigt 26.5ct bezahlen zu wollen! Nachdem Ihr Verband schon prognostiziert hat, dass alles bestens bei der Milch ist, einen Monat später prognostiziert derselbe Verband bei 29ct ist Schluss mit abwärts. So und jetzt werden die Bauern wieder beruhigt, das es schon im Herbst wieder aufwärts geht. Wenn sie so gute Prognosen abgeben können, dann sagen sie bitteschön auch wann endlich KOSTENDECKUNG eintrifft. Ach ja, dies ist vom Bauernverband nicht gewünscht, es würde ja den Aufgabewillen der Bauern bremsen, und Betriebe wie die des Herrn Korte könnten dann nicht Ihren Stall das dritte mal spiegeln weil die Fläche für die Gülle fehlt!

    von Hardthof

  • Milchbauern beruhigen und passiv halten - eine merkwürdige Verbandsarbeit des Landvolkverbandes in Niedersachsen!

    [21.05.2012]

    Nur gut dass Herr Korte eine Kristallkugel hat und das Marktgeschehen so genau voraussagen kann. Ansonsten heisst es doch immer von selbigen: Man könne den Milchmarkt nicht steuern! Dass gottgegebene mengenreduzierende Einflüsse dann diese Besserung herbeiführen sollen ist auch interessant. Da fragt man sich, warum ein exzellenter Marktkenner wie Herr Korte dieses Wissen nicht zur gezielten Steuerung der Menge benutzen will. Dass diese anderen Formen der Mengenbegrenzung nicht im Sinne der Milchbauern funktionieren zeigt der „Laborversuch“ Schweiz nur allzu deutlich. Warum dieselben Fehler begehen Herr Korte? Welche Interessen vertreten Sie wirklich?

    von helmut_ehrlicher

  • Tja da hat blabla den Nagel getroffen....

    [21.05.2012]

    Superabgabe weg und frei drauf los, dann sehen wir das Schweizer Modell schon kommen. Ansonsten würde ich Herrn Korte raten sich mal bei den Rabobankern zu erkundigen was gerade so abgeht und ich glaub nicht mehr an "Alles wird gut!" denn alle um uns rum produzieren mehr und das Tal kann man nur durch noch mehr Produktion überwinden......:(

    von Friesenkuh

  • Schön ...

    [21.05.2012]

    ... das Korte die Ursache des Preisdesasters in der Menge sieht. Interessant, das er andere Formen der Mengenbegrenzung prophezeit. Dass diese anderen Formen für die Bauern weniger schmerzlich als die Quote sein werden, darf stark bezweifelt werden. Deshalb, besser das, was man schon hat, optimieren, als sich ein nicht beherrschbares Chaos einhandeln (Vgl. schweizer Milchchaos).

    von sebontch

  • ..und weg mit der

    [21.05.2012]

    Superabgabe, schon jetzt. Alternativen wie Biogas, Getreideanbau usw. gibt es genug zur Milcherzeugung. Der Export, vor allem in die europäischen Länder (...kann man das heute noch als Export bezeichnen?), könnte dann schon jetzt langsam und stetig ausgebaut werden. Dafür liefern die Spanier dann ein paar Gurken mehr. Diese Arbeitsteilung ist okay und ist ja ein Grund gewesen, die EU zu schaffen. So, und jetzt darf die andere Fraktion draufhauen auf den Korte.

    von blabla

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