DBV fordert Preisabsicherung des Milchmarktes

[27.07.2012]


 Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert mehr Risikomanagement und Preisabsicherung, um den unruhigen Milchmarkt zu beruhigen. Der Vorschlag des DBV: Landwirte sollen die Preise für einen Teil ihrer Milchmenge an Terminbörsen wie der EUREX bis zu 18 Monate im Voraus absichern können. So erhalten die Milchbauern mehr Verhandlungsmacht und Gestaltungsspielraum, gleichzeitig wird der Milchpreis kalkulierbarer und stabiler, zeigt sich der Bauernverband überzeugt.

Das deutsche Marktstrukturgesetz sieht der DBV dabei als Modell für die gesamte Europäische Union. Denn hierdurch habe die Landwirtschaft die Möglichkeit, sich über Erzeugergemeinschaften zu bündeln und dadurch eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber der verarbeitenden Agrarindustrie und dem Handel zu erreichen.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist laut DBV auch das europäische Milchpaket. Hiermit soll im Hinblick auf den Quotenausstieg 2015 mehr Transparenz im Milchsektor und eine Stabilisierung des Milchmarktes erreicht werden.
 

Leserkommentare

10 Kommentar(e)
  • Fragt doch mal die Ackerbauern!

    [30.07.2012]

    Im Getreide ist es fast schon üblich, mit Kontrakten zu handeln. Dann fragt doch gerade jetzt mal die Ackerbauern, wie zufrieden die mit diesem Preisabsicherungsmechanismus sind! Was können da offenbar einige stolz sein, ihr letzte Woche geerntetes Getreide bereits im letzten Jahr verkauft zu haben. Zu einem damals stolzen Preis von 17 Euro. Die sind bestimmt in höchstem Maße begeistert davon, dass aktuell 24 Euro locker rauszuholen sind. Nein, Börsen- und Kontrakthandel sind und bleiben immer Spekulation! Mal hat man Glück, mal Pech, aber immer verdienen sich die Banken einen Teil der Wertschöpfung von den Bauern ab. Und ein weiterer Verlust an Wertschöpfung an andere ist das letzte, was uns Bauern nützt.

    von detmarkleensang

  • Zu meinem Beitrag:Schön.....

    [29.07.2012]

    Was soll,s denn bringen??? Wenn der Milchpreis niedrig ist ist auch der Börsenpreis niedrig!!! Ist der Börsenpreis hoch ist auch der Milchpreis hoch.Nur was soll es bringen wenn ich jetzt abschließe?? Der Kraftfutterpreis wird in der nächsten Zeit in die Höhe schnellen.Haben die Amerikaner denn genügend Grundfutter??? Dank der Eustaatsfinazkrise haben wir auch Währungstechnisch beim Milchpreis Vorteile. Das würde heißen die Milchpreise werden eher früher steigen als später. Nun aber zur Berufsvertretung.Es muß schon schlimm sein wenn man als DBV die Mitglieder zum Zocken animieren muß das man überhaupt Geld verdient.Und das zu Börsenzeiten wo der Börsenpreis eher niedrig ist??? Soll ich da Milch kaufen um sie zum höheren Börsenpreis in 8 W

    von elinge

  • Für der "Verzocker bei den Banken" gibt es Rettungsschirme.

    [29.07.2012]

    Gibt es inzwischen auch die Rettungsschirme für Bauern die sich verzockt haben, oder tragen die dann weiter den schlechten Milchpreis und die Kosten für die Broker? Sicher ist hier nur eins, die Zahl derer die an der Landwirtschaft verdienen wollen wird jährlich größer. Zudem wird hier wieder mal nur vom Grundsatzproblem abgelenkt. Wenn eine Lösung bei der Mengenproblematik gefunden wird können wir auch die Broker zum T.... schicken.

    von Dieter Müller

  • Mhm elinge das gibt´s ja schon und zwar in NL

    [29.07.2012]

    Aber sehr weit sind der Börsenpreis und der tatsächliche von F/C auch nicht voneinander entfernt. Das ist jetzt der Vorschlag für´s Sommerloch ODER???

    von Friesenkuh

  • Schön, Schön, Schön......

    [29.07.2012]

    Allso wie wärs ich könnte heute meine Milch für 28 cent je Liter Milch absichern.Oder warte ich bis sie 30cent kostet??? Kostet sie überhaupt einmal 30cent??? Allso schließe ich für 28cent ab!!!! Besser nur 2cent Verlust als mehr---Ha Jetzt habe ich dem Markt aber ein Schnipchen geschlagen was???

    von elinge

  • Das darf doch nicht wahr sein !!

    [28.07.2012]

    Lieber DBV, das kann doch nicht euer Ernst sein. Wir brauchen endlich das Eingeständniß aller Beteiligten, das wir ein Mengenproblem haben und darum ständig beim Handel unter Preisdruck geraten! Alles andere ist grober Unfug und bringt uns Erzeuger nicht weiter. Die Warenterminbörse dürfte wohl nur für wenige Betriebe "die Lösung" sein. Außerdem wollen die Milcherzeuger endlich durch ihrer Hände Arbeit leben können und nicht Milch zum Nulltarif erzeugen und ihr Geld beim Börsenroulette gewinnen müssen. Wenn das alles ist was euch einfällt, dann Gute Nacht Marie !!!

    von torti

  • Danke für den Einsatz, aber das war es noch nicht ganz

    [27.07.2012]

    Schwankungen in den Preisen können die Bauern auch selber ausgleichen. Es macht für das Mittel keinen Unterschied, ob Preise an Börsen oder auf den Betrieben ausgeglichen/abgesichert werden. Einzig: Die Börsenmakler verdienen an jedem Börsenhandelsgang mit und reduzieren so das, was am Ende für die Bauern übrig bleibt. Im Mittel geht also immer Wertschöpfung der Bauern an Banken und Börsenmakler verloren! Und da ja auch Genossenschaftsbanken im DBV Mitglied sind hat diese Meldung einen faden Beigeschmack. Wir wollen uns finanziell absichern und nicht Banken und Verbände! Würde man sich auf diese Methodik beschränken, würde der DBV davon profitieren, die Bauern aber nicht. Die würden tendenziell immer Geld verlieren bei jedem Börsenauftrag!

    von detmarkleensang

  • Schön

    [27.07.2012]

    dass der BV sich für das deutsche Marktstrukturgesetz stark macht. Damit zielt er in die gleiche Richtung wie BDM und MEG Milk Board, die sich für den Erhalt des Marktstrukturgesetzes und gegen den neuen Entwurf des Agrarorganisationsgesetzes einsetzen. Wie Börsen den Milchviehhaltern in Zeiten des Milchüberschusses helfen sollen bleibt allerdings ein Rätsel. Die Milch wird nicht weniger davon, dass sie an einer Börse gehandelt wird. Erst in dem Moment, in dem die Börse deutlich signalisiert, dass das Aufkommen an Rohmilch sinkt, werden dort für die Milcherzeuger tragfähige Preise zu realisieren sein. So funktioniert der Markt.

    von Kirsten Wosnitza

  • Bauern als Börsenopfer?

    [27.07.2012]

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich kürzlich eine Mail erhielt, dass die Bauern sich gegen sinkende (!) Getreidepreise absichern sollen...Hingegen wäre es schön, wenn der DBV sich für eine Übertragung des deutschen Marktstrukturgesetzes in seiner jetzigen Form auf die EU - ohne Ausnahme für GENOs - einsetzen würde. Denn dies wäre tatsächlich ein Fortschritt für die Milchbauern.

    von Doris Peitinger

  • [27.07.2012]

    Aha, jetzt soll die Terminbörse der Weisheit letzter Schluß sein..... Also, falls es beim DBV noch nicht angekommen sein sollte: Neben den allgemeinen Staatsfinanzen sind insbesondere diverse Börsengeschäfte für die Eurokrise verantwortlich - insbesondere jene, bei der Geschäfte und/oder Wetten auf den Schaden anderer abgeschlossen werden; aber eben auch jene, die Luftbuchungen sind,fiktive Geschäfte, hinter denen keine greifbaren Werte stehen.

    von preuße

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