Bauerntag 2019

WWF fordert Umweltschutz auf dem Acker und im Stall

Klimaschutz und das Thema Umwelt sind bei den Bauern angekommen. Lob gibt es dafür vom WWF. Nur seien die getroffenen Maßnahmen, etwa bei der Düngung oder den Fruchtfolgen, noch nicht ausreichend.

Anlässlich des Bauerntages in Leipzig lobt Dr. Rolf Sommer vom WWF Deutschland, dass die deutsche Bauernschaft den Schutz von Klima, Luft, Wasser und biologischer Vielfalt als zentrale Aufgabe sieht und Lösungen diskutiert.

"Eine zukunftsfähige Landwirtschaft praktiziert Umweltschutz auf dem Acker und im Stall. Wandel braucht Tatkraft. Betriebe, die bereits handeln und deren Praxis nachweislich Wasser, Boden und Klima schützt sowie die Artenvielfalt fördert, müssen dafür endlich gerecht entlohnt werden", so Sommer.

Die jüngste Verschärfung der Düngeregeln bot seinern Meinung nach die Chance, Deutschlands Landwirtschaft auf Klima- und Umweltschutzkurs zu bringen. Allerdings stehe eine Regelung für eine deutschlandweite flächengebundene Tierhaltung weiter aus. "Die Nitratmisere mit ihren verheerenden Folgen für Wasser, Klima und Luft bleibt bestehen, da weiter zu viel Gülle produziert wird. Das schadet der Umwelt und somit auch den Landwirten", so der Umweltschützer.

Die Erderhitzung ist seiner Meinung nach für die Bauern längst auch hierzulande eine der größten Herausforderungen. Das habe spätestens der letzte Dürresommer gezeigt. "Seit Jahren stagnieren die Emissionen aus der deutschen Landwirtschaft bei rund 65 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Damit ist die Landwirtschaft für rund sieben Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Neben den Emissionen aus der Intensivtierhaltung stammt der größte Anteil aus der Bodenbewirtschaftung und Düngung", erklärte Sommer am Montag in einer Pressemitteilung.

Um bis 2030 die gesetzten nationalen Treibhausgas-Reduktionsziele im Sektor Landwirtschaft zu erreichen, fordert der WWF einen Wandel auf dem Acker. Durch breitere Fruchtfolgen und gezieltes Humus-Management könne zum Beispiel der Humusanteil im Boden deutlich erhöht werden. "Humus speichert Kohlenstoff. Bis zu 15 Millionen Tonnen CO2 könnten jedes Jahr im Boden gebunden werden. Das ist praktizierter Klima- und Umweltschutz auf dem Acker.“

Die Redaktion empfiehlt

In dieser Woche ist Bauerntag in Leipzig. Bauernpräsident Rukwied äußert sich im Vorfeld offen für Umweltziele in der Agrarpolitik. Dafür müsse die Förderung aber steigen.

Auf dem Bauerntag erwarten die Delegierten klare Ansagen von der Politik, wie es in der Landwirtschaft weitergehen soll. Nichts ist schlimmer als Ungewissheit oder wechselnde Rahmenbedingungen.

Bauernverband SH ruft Mitglieder zu Anpassung auf

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Herausforderung

Die größte Herausforderung für die deutschen Landwirtschaft ist nicht das Wetter und der Klimawandel sondern die umfragehörige Politik, das Treiben vieler NGO´s und dazu das wohlwollende Zuschauen der Justiz.

von Claus Mahnken

Gerhard Steffek

Gerhard Steffek ,deine Kommentare sind KLASSE.Könntest Du nicht einmal diese lahmen .......vom Bauernverband in den H...... treten .

von Gerhard Steffek

Durch breitere Fruchtfolgen!

Welches heuchlerische Geschwätz! Ich habe ja mittlerweile auch schon meine Jahre auf dem Buckel. Letzthin wurde mir aber mal wieder in einer geschichtlichen Rezession bewußt, wie sich die Landwirtschaft in meiner Zeit verändert hat. In den 70er Jahren fing mein Vater mit Mais in unserer Gemeinde an. Vorher war dieser ein entsprechender Exot. Kurz darauf wurde der Rapsanbau durch die Null und Doppel-Null-Sorten möglich, sowie Lupinen ebenfalls durch das Wegzüchten der Bitterstoffe. Die neue Getreidesorte Triticale kam auf den Markt, den der Ottonormalverbrauch bis heute nicht kennt. Jetzt ist auch Sojaanbau möglich. Das sind jetzt fünf neue Möglichkeiten und da will uns dieser "Klugscheißer" etwas von breiteren Fruchtfolgen erzählen? Genauso wie bei der "Humuswirtschaft"! Ich habe es ja schon öfters geschrieben, daß ich der Meinung, besser gesagt der festen Überzeugung bin, daß hier nicht der Ökolandbau mit seiner Mangelwirtschaft das A und O einer ordentlichen LW ist, sondern die moderne Landwirtschaft. Die, die alle Möglichkeiten der heutigen Zeit entsprechend ausnutzen kann und ohne ideologischer Verbrämung sein Handwerk betreibt. Hierzu gehört für mich nunmal auch der verantwortungsvolle Umgang mit Pflanzenschutzmitteln wie z.B. auch Glyphosat. Denn das ermöglicht mir eine Minimalbodenbearbeitung, an die kein Öko auch nur ein Jota rankommt. Und - mit dieser Methode geht die Humuswirtschaft mehr oder weniger nebenbei. Da muß ich dies nicht extra betonen. Aber heute kann man ja locker den Stadtmenschen das Blaue vom Himmel runterholen, haben diese ja mittlerweile keine Ahnung mehr von LW. Denen ein schlechtes Gewissen einreden, ihnen weiß machen man tue etwas und sie könnten ihr Heil darin finden wenn der Taler bei WWF und Co. im Kasten klingt. Denn die tun ja was... Irgendwie sind wir wieder im Mittelalter. Da konnte die Kirche den Leuten dank ihres Unwissens auch alles Mögliche vorgaukeln.

von Bernhard Kremling

Von nix kommt nix

Wie soll man Humus aufbauen wenn man 20 % unter dem Entzug düngen darf? Um 1 % Humus aufzubauen braucht man 4000 kg N. Das wird nicht funktioniern, wie der Experte vom WWf dies fordert. Wo sind den alle anderen, die davon wirklich was verstehen, die Bodenkundler und die Wissenschaftler des Ackerbaues,haben die schon alle kapituliert?

von Gerhard Steffek

Hättest du geschwiegen -

man hätte dich für klug gehalten. So aber kommt mal wieder dieses schöne chinesische Sprichwort zum tragen: "Je hohler das Gefäß, umso lauter tönt es". Man kann damit den 08/15-Sesselpupser in der Stadt beeindrucken, aber dem Landwirt lockt er vielleicht nur ein müdes Lächeln heraus. Wahrscheinlich werden aber über diese kleingeistige Besserwisserei eher die Augen verdreht. Hier trifft das Wort von Gerhard Uhlenbrock voll ins Schwarze: "Besserwisser entstehen in einem Umfeld von Unwissenden oder dem höflichen Schweigen der Wissenden". Seitdem ich nicht mehr so höflich sein will und deshalb auch in der Öffentlichkeit, bzw. auf der Straße mit so manchen Zeitgenossen darüber ins Gespräch komme, ernte ich oft genug staunendes Interesse über die Zusammenhänge in der LW. Oft genug verbunden mit der Bemerkung: "Das habe ich ja gar nicht gewußt". Nett ist, daß ausgerechnet die "Hardcore-Grünen" solche Gespräche meiden. Interessant ist wenigstens, daß die CO2-Emissionen laut seiner Aussage in der Landwirtschaft seit Jahren stagnieren und nur 7 % der deutschlandweiten Bilanz ausmachen. Da könnte man dann auch noch die Frage aufwerfen: welche der Emissionen denn auch wirklich gebraucht werden? Die der Handys unserer FfF-Kids, Hofreiters Trip nach Spanien, gar die der Roth auf die Fidschiinseln oder die des Bauern, für das tägliche Brot?

von Willy Toft

Den großen Zusammenhang von DüV mit Humusabbau, sehen die Kritiker nicht!

Wir können viel Co² aufnehmen, wenn sie es uns lassen! Mit allem was die Gesellschaft uns abverlangt, wird nie das große Ganze gesehen, was fatal ist! Man schlägt nicht die Hand, die uns füttert!

von Wilhelm Grimm

Taube und Blinde hören und sehen besser.

Landwirte haben die realistische Sicht. Sie mussten immer schon nachhaltig ihre Arbeit tun, um auch morgen noch leben zu können.

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