Österreich: Hohe Preise, kleine Mengen Premium

Österreich war Vorreiter bei der „Fairen Milch“. Was ist davon geblieben? Wo ist der Gewinn für die Bauern?

Gegen den Widerstand vieler Molkereien hat die Bauerngruppe IG Milch bereits in 2006 die „Faire Milch“ in Österreich in den Handel gebracht. Auch für die begleitende Werbung mit z. T. spektakulären Aktionen sorgten die Bauern selbst.

Hohe Preiszuschläge

Heute steht der Liter „A faire Milch“ in Österreich für 1,15 € in den Regalen. Dabei handelt es sich um ESL-Vollmilch mit 3,5 % Fett. Zum Vergleich: Markenmilch kostet etwa 85 bis 89 Ct pro Liter, Handelsmarken etwa 75 Ct. Der Preisabstand der fairen Milch beträgt somit cirka 30 bis 40 Ct.

Weiterhin gibt es „A faires Joghurt“ (Naturjoghurt mit 1,5 % Fett) zum Preis von 45 Cent. Der Preisaufschlag zum normalen Joghurt beträgt etwa 20 Cent.

Jeder kann mitmachen

In Österreich kann jeder Landwirt bei der fairen Milch mitmachen, egal an welche Molkerei er seine Milch liefert. Die Bauern machen einen Vertrag mit der IG Milch. Darin verpflichten sie sich, dass sie die Quote nicht überliefern, gentechnikfrei füttern und das Marketing der fairen Milch unterstützen.

Lizenzpartner der fairen Milch ist die NÖM AG, Österreichs zweitgrößter Milchverarbeiter. Lizenzpartner des fairen Joghurts ist die steirische Stainzer Molkerei. „Unsere Lizenzpartner verpflichten sich, das Produkt in der definierten Menge und Qualität zu liefern“, erklärt Projektleiter Ernst Halbmayr.

Pro Packung verkaufter fairer Milch landen 10 Ct auf einem Treuhandkonto. Je Betrieb wurden bisher zwischen 210 und 460 € Prämie pro Jahr ausgeschüttet. In Summe hat die IG Milch 2 000 Verträge. Bislang wurde das Geld jährlich an jeweils 600 bis 900 Betriebe ...

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