Schweineproduktion

Dänemark: Schweineproduktion ist 2018 gewachsen

Erstmals seit drei Jahren wurden in Dänemark wieder mehr Schweine geschlachtet. Auch die Lebendausfuhren konnten 2018 weiter ausgebaut werden. Für die Zunahme der Lebensexporte war vor allem der Ferkelhandel maßgeblich. Ob sich der Anstieg in der dänischen Schweineproduktion 2019 fortsetzen wird, ist noch ungewiss.

In Dänemark ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder die Zahl der geschlachteten Schweine gestiegen. Nach vorläufigen Daten des Dachverbandes der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) kamen in den Schlachtbetrieben 18,03 Mio. Tiere an den Haken. Das entsprach im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von rund 567.500 Stück bzw. 3,2 %. Gleichzeitig konnte die Lebendausfuhr von Schweinen weiter ausgebaut werden. Sie stieg um fast 281.800 Tiere bzw. 2,0 % auf den neuen Rekordwert von 14,68 Mio. Stück. Maßgeblich für die Zunahme der Lebendexporte war erneut der florierende Ferkelhandel. Zwar wurden gegenüber 2017 fast 76.000 bzw. 17,1 % weniger leichte Ferkel unter 15 kg ins Ausland verkauft. Allerdings legte der Absatz von Tieren im Gewichtsbereich von 15 kg bis 50 kg um 349.600 Stück bzw. 2,6 % zu.

Insgesamt führte Dänemark im vergangenen Jahr annähernd 14,40 Mio. Ferkel aus. Das waren 1,9 % mehr als 2017. Die meisten Tiere gingen dabei nach Polen und Deutschland. Erstmals seit 2015 wurden auch wieder mehr Sauen exportiert, darunter vor allem Schlachtsauen. Mit rund 50.300 Tieren hat sich deren Zahl im Vergleich zu 2017 mehr als verdoppelt. Die Lieferungen von Schlachtschweinen an ausländische Abnehmer schlugen dagegen wieder ihren langfristigen Negativtrend ein und waren um 7,4 % auf 234.200 Tiere rückläufig. Das war das niedrigste Niveau seit mehr als zehn Jahren. Die expandierende Schweineproduktion hat sich 2018 auch positiv auf Dänemarks Fleischexporte ausgewirkt, für die allerdings erst Daten von Januar bis November vorliegen. In diesem Zeitraum wurden gut 1,41 Mio. t Schweinefleisch ins Ausland verkauft; das waren 49.660 t bzw. 3,5 % mehr als in der Vorjahresperiode. Während dabei der Drittlandsabsatz stabil blieb, nahmen die Verkäufe auf den EU-Binnenmarkt um 5,2 % auf 923.940 t zu.

Ob sich der Anstieg der dänischen Schweineproduktion 2019 fortsetzen wird, ist ungewiss. Laut den in der vergangenen Woche veröffentlichten Viehzählungsergebnissen war der Schweinebestand erstmals seit Juli 2017 im Vorjahresvergleich wieder rückläufig. Zum Stichtag 1. Januar 2019 wurden insgesamt 12,64 Mio. Schweine im Nachbarland gehalten. Das waren 190.000 Tiere bzw. 1,5 % weniger als im Vorjahr. Die stärkste Abnahme wurde dabei mit rund 100.000 Tieren bzw. 3,9 % für Mastschweine festgestellt. Dazu passt, dass die Schlachtungen in den ersten fünf Wochen 2019 um gut 5 % unter dem vergleichbaren Niveau der Vorjahresperiode lagen. Bei den Ferkeln und Jungschweinen nahm der Bestand den Statistikern zufolge um jeweils knapp 1 % gegenüber Januar 2018 ab. Die für die weitere Produktionsentwicklung wichtige Sauenpopulation fiel mit 1,24 Mio. Stück um 16.000 Tiere bzw. 1,3 % geringer aus als vor einem Jahr. Die Analysten des L&F gehen jedoch davon aus, dass dieser Rückgang durch den anhaltenden Produktivitätsfortschritt in der Ferkelerzeugung mehr als ausgeglichen werden kann. Ob allerdings der noch im Herbst 2018 prognostizierte Anstieg der dänischen Schweineproduktion um gut 4 % in den ersten drei Quartalen 2019 eintreten wird, ist angesichts der jüngsten und etwas überraschenden Bestandsabnahme fraglich. Die noch ausstehende Aktualisierung der Vorausschätzung wird vermutlich ein schwächeres Wachstum prognostizieren.

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