Bilder und Sprüche auf Milchprodukten täuschen

Die Versprechen auf den Verpackungen von Molkereiprodukten stimmen oft nicht, wie die Verbraucherzentrale Bayern untersucht hat. Sie hat 24 Milchpackungen in bayerischen Supermärkten gekauft und die Aussagen überprüft.

Die Versprechen auf den Verpackungen von Molkereiprodukten stimmen oft nicht, wie die Verbraucherzentrale Bayern untersucht hat. Sie hat 24 Milchpackungen in bayerischen Supermärkten gekauft und die Aussagen überprüft.

Das Ergebnis: Angaben zu regionaler Herkunft, Haltung und Fütterung der Kühe sowie einer fairen Bezahlung der Milchbauern stimmen oft nur teilweise. Dabei wollen viele Verbraucher das immer genauer wissen, berichtet der Bayerische Rundfunk.
 
So sei z.B. der Begriff "regional" nicht geschützt. Von den 20 Packungen, die mit Regionalität werben, würden bei fast einem Drittel die Aussagen nur teilweise zutreffen. "Bergader frische Alpenmilch" oder "Bayerische Bauernmilch" werde etwa ganz woanders abgefüllt. Oder es sei auf der Packung nicht zu erkennen, welche Region gemeint ist; Beispiel: "Von hier - Vollmilch aus frischer Heumilch".

Die meisten Molkereien in Bayern würden laut der Verbraucherzentrale zwar bayerische Milch verwenden. Wer aber sicher gehen will, dass die Kuh in Bayern lebt und die Milch auch dort verarbeitet wurde, der müsse auf das Siegel "geprüfte Qualität Bayern" oder das "Regionalfenster" achten. Nur weil die Molkerei in Bayern liegt, heiße das noch nicht, dass die Milch auch aus Bayern kommt.

Acht von der Verbraucherzentrale untersuchte Milchpackungen werben mit einem fairen Milchpreis. Sieben Mal ist die Bezahlung laut Herstellerangaben überdurchschnittlich, besonders transparent ist die Milch "Ein Herz für Erzeuger - fettarme H-Milch". Für jede verkaufte Packung gehen 10 Cent zusätzlich an die Bauern. Das Problem bei der "fairen" Milch generell: Was "fair" ist, legt jedes Unternehmen anders aus. Nur wenn der Preisaufschlag auf der Packung genannt ist, kann man sicher sein, dass er beim Bauern ankommt, so der BR unter Berufung auf die Tester weiter.

Die Kuh auf der Weide, damit wird gerne auf Milchpackungen geworben - allerdings entspreche das nur selten der Realität. Auf acht der untersuchten Produkte finden sich idyllische Bilder von weidenden Kühen, bei fünf davon hat aber nur ein kleiner Teil der Kühe tatsächlich Weidegang oder der Weidegang ist vom Hersteller zwar empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Beispiele dafür sind "Frische Vollmilch aus dem Allgäu", "Allgäuland Frische Bergbauernmilch" oder "Gmundner Milch - H-Vollmilch". Auch für den Begriff "Weidemilch" gibt es keine einheitlichen Vorschriften. Die Hersteller legen selbst fest, wie lang die Kühe auf der Weide stehen müssen.
 
Auch bei "Bio" sei die regionale Herkunft auf den Packungen nicht immer eindeutig zu erkennen, kritisiert die Verbraucherzentrale weiter. Generell gelten im Bio-Bereich aber strengere Vorschriften, und die Milch ist immer gentechnikfrei. Die Kühe müssten ständig Zugang zu einer Weide oder zumindest einem Laufhof haben.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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