Demo mit Schweinen gegen den Bayer-Monsanto Deal

Landwirte und Aktivisten haben vor der Leverkusener Konzernzentrale von Bayer gegen die Übernahme von Monsanto protestiert. Sie wollen erreichen, dass die EU die Fusion verhindert. Bayer drohten sie weitere Proteste an.

Landwirte und Aktivisten haben vor der Leverkusener Konzernzentrale von Bayer gegen die Übernahme von Monsanto protestiert. Sie wollen erreichen, dass die EU die Fusion verhindert. Bayer drohten sie weitere Proteste an.

Mit 40 Schweinen, einem Traktor und einem Spruchband, auf dem „Bayer & Monsanto = Schweinerei – Gentechnik, Patente & Pestizide hoch 2“ zu lesen war, demonstrierten am Dienstag Bauern vor der Bayer-Zentrale in Leverkusen gegen die geplante Monsanto-Übernahme. Die Polizei verhinderte, dass der Großteil der Schweine an der Kundgebung teilnehmen konnte. Laut Teilnehmerangaben büchste jedoch ein Hällisches Landschwein aus und lief vor der Konzernzentrale umher. Die Landwirte und Aktivisten kritisierten, dass bei einer erfolgreichen Fusion von Bayer mit Monsanto der Konzern auf einen Schlag zum Marktführer bei Pflanzenschutzmitteln und Saatgut  mit Marktanteilen von 27 und 30 Prozent würde. Das Unternehmen könnte so fast im Alleingang entscheiden, was Landwirte anbauen und Verbraucher essen, hieß es.

Die Demonstranten wendeten sich gegen den Einsatz von Gentechnik und die Patentierung von Lebensmitteln. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager forderten sie auf, die geplante Fusion zu verhindern. Diese wäre fatal für die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland und weltweit, so die Einschätzung der Gruppe.

Rudolf Bühler von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, der mit mehreren Kollegen und einer Herde von 40 Landschweinen nach Leverkusen reiste, sagte: „Vor einigen Jahren wollte Monsanto ein Patent für unsere Hällischen Landschweine anmelden, aber das wussten wir zu verhindern. Jetzt stehen wir vor noch größeren Herausforderungen.“ Aus seiner Sicht sind Saatgut und Tierzucht die Grundlage für die bäuerliche Landwirtschaft. „Um diese zu schützen, rufen wir zum zivilen Ungehorsam auf“, so Bühler. Die Bauern würden nicht tatenlos zusehen, wie sie von „Chemiemultis und Saatgutkonzernen abhängig werden“, sagte er weiter.

Die Aktion führten die Aktivisten wenige Tage vor dem Start der Kampagne des „internationalen Monsanto-Tribunals“, die in Den Haag geplant ist, aus. Dort wollen Aktivisten die Geschäftspraktiken von Monsanto thematisieren. Jutta Sundermann von Aktion Agrar, die eine Kampagne gegen die Fusion von Bayer und Monsanto koordiniert, sagte: „Beim Monsanto-Tribunal berichten Zeuginnen und Zeugen aus der ganzen Welt, wie der Konzern auf Kosten von Menschen, Tieren und Umwelt wirtschaftet.“ Falls die Fusion gelänge drohte sie Bayer mit weiteren Protesten.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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