Institutschef sauer

Häusling wittert Bestechung von Teilnehmern einer BfR-Tagung

Dem grünen Europaabgeordneten Martin Häusling passt es gar nicht, dass das BfR den Teilnehmern einer Tagung 500 Euro plus Übernachtung zahlt. Er fragt, ob Bayer dahinter stecke...

Für Verärgerung beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat ein Tweet vom grünen Europaabgeordneten Martin Häusling gesorgt. Er hatte zu einer vom BfR geplanten Verbraucherkonferenz „Genome Editing im Bereich Ernährung und menschliche Gesundheit“ getwittert:

„500 Euro von wem? Aus der Staatskasse oder von Bayer?“ Hintergrund ist, dass das BfR 20 Verbraucher eingeladen hat und mit 500 Euro pro Person plus Spesen und Übernachtung entlohnt.

Tweet von Martin Häusling (Bildquelle: Twitter @MartinHaeusling)

"Debatte nachhaltig kontaminiert"

BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel reagierte mit einem Offenen Brief: „Mit diesem Tweet erwecken Sie bewusst den Eindruck, dass Sie die Unabhängigkeit des BfR und die Ergebnisse seiner Verbraucherkonferenz bereits vor Beginn ohne Kenntnis der Sachverhalte in Frage stellen. Bislang gingen wir davon aus, dass ein Europaabgeordneter sich seiner Verantwortung bewusst ist, sich sachlich kundig zu machen und nachzufragen, bevor er Sachverhalte in den Sozialen Medien thematisiert. Dabei galt schon immer: Wer hier bewusst abwertend konnotiert, kontaminiert die Debatte nachhaltig. Insofern lohnt es sich immer, genau hinzuschauen, wenn Fachinformationen polemisiert und damit diskreditiert werden“, so Hensel.

Die Konferenz werde vom BfR organisiert, um ein differenziertes Meinungsbild von informierten Verbrauchern zur Anwendung von Genome Editing, also den neuartigen, bereits jetzt weltweit eingesetzten Genscheren in Form eines Verbrauchervotums entstehen zu lassen. Bürger sollten an der öffentlichen Diskussion zu einem verbraucherrelevanten und öffentlich kontrovers diskutierten Thema direkt beteiligt werden. Der Behördenchef stellte klar, dass das BfR aus Gründen der Unabhängigkeit keine finanziellen Mittel aus der Industrie einwerbe. „Ihre Polemik ist unbegründet und behindert den nötigen fachlichen Diskurs“, so Hensel.

Häusling kontert

Der Europaabgeordnete wiederum warf dem BfR-Präsidenten vor, keine offene, transparente Antwort auf seine Frage zu haben. Das sei angesichts des Themas „neue Gentechniken“ und „des in der Vergangenheit nicht gerade glanzvollen Auftrittes des Instituts auch kein Wunder“.

„Gehe über Los und ziehe 500 Euro – aber stelle keine Fragen. So könnte man das Gebaren des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR rund um eine Veranstaltung werten, die im August und September zur neuen Gentechnik stattfinden soll“, schreibt Häusling. Er wiederholt seine Vermutung, dass das Institut in der Vergangenheit in den Verdacht geraten sei, bei Glyphosat oder der Vogelgrippe industriefreundlich zu agieren.

Zur Pressemitteilung von Häusling

Umzingelt von Öko: Konventionelle Bauern leiden unter Käferinvasion

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Schreiben Sie Agra Europe (AgE) eine Nachricht

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Josef Doll

Nun darf man dann den WWF, NABU, Greenpeac,.......

Noch als Natur/tierschützer als "herausragende" mit Blühend weißer Weste sehen ?? Oder sind Sie nicht/fast schon moderne Wegelagerer die erst mit einem Ablassgeld sich an jeder Baumassnahme, Bereicher..... ?? Oder noch schlimmer Sie machen für "Sie" als Grüne/s Spachrohr Gesetze in IHREM Sinn ( staatliches Tierwohl )die ihnen das/ihr Verhalten fördern/ermöglichen ?? Oder wie ist sonst das Verhalten von einen NABU-specher zu werten der der Bahn das NUTZEN eines Baugundstück verwehrt weil da Eidechsen leben die nicht Umgesiedelt werden können weil sonst auf den andern Gebieten eine Überbevölkerung besteht. Die Frage ob es dem nicht genügend von ihnen gibt,.......

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Das grüne Institut

Das BfR wurde von Frau Künast einst initiert. Wenn jetzt aber die wissenschaftliche Expertise von der "Grünen" Wahrheit abweicht wird es diskreditiert.

von Gerd Woertel

Andere Frage ?

Wie würden eigentlich die Verbraucher ausgewähl ?

von Bernhard ter Veen

Der herr Häusling war "Nicht" der einzige welcher ob der Thematik nachgefragt hat... sieht SO ja leider auch n bischen danach aus alsob ... muss man ihn nicht gleich für in n allerwertesten treten... ob recht oder nicht ... wenigstens einer aus der Riege der noch nicht alles schlafend hinnimmt...

von Gerhard Steffek

Der Häusling wieder -

wenn man sonst nichts auf den Kasten hat und auch nicht fachlich argumentieren kann, dann diskreditiert man den "Gegner" indem man Vermutungen und Verdächtigungen in den Raum wirft und seien diese auch noch so an den Haaren herbeigezogen, irgendwas bleibt schon hängen. Hauptsache der Zweifel ist gesät. Wer aber nur so ein Geschäftsmodell am Leben erhalten kann, wie Integer ist dieser Mensch? Leider gibt es allzuviele von denen die diesem "Metzger" oder "Rattenfänger" freiwillig nachlaufen. Bei denen stellt sich mir die Frage: "Wo is'n des Hirn".

von Berthold Lauer

Klar!

Wer partout nicht meine Befürchtungen und meine Meinung teilt, der muss doch von der bösen Chemieindustrie gekauft sein!! Einfache Logik! Hensel Stellungnahme wird kaum einer seiner Follower je zur Kenntnis nehmen!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen