Infizierte Schwänze und gebrochene Rippen bei Bioschweinen

Lis Alban (51) ist Tierärztin bei einem dänischen Landwirtschaftsverband. In einem Interview mit dem Spiegel erklärte sie nun, dass Bioschweine keinesfalls gesünder sind als ihre konventionellen Artgenossen. Ein Vergleich zeige, dass Bioschweine häufiger Rippenbrüche und angeknabberte Schwänze haben.

Freilandschweine

Lis Alban (51) ist Tierärztin bei einem dänischen Landwirtschaftsverband. In einem Interview mit dem Spiegel erklärte sie nun, dass Bioschweine keinesfalls gesünder sind als ihre konventionellen Artgenossen.
 
„Wir haben erstmals Daten von mehr als einer Million dänischer Schlachtschweine aus konventioneller Aufzucht mit denen von rund 200.000 Tieren aus Öko- und Freilandhaltung verglichen. Manche Probleme treten häufiger bei Schweinen aus alternativer Produktion auf“, so Alban, die auch Dozentin an der Uni Kopenhagen ist. Ihrer Auswertung nach fand sie insgesamt 13 Leiden, darunter Rippenbrüche und Verletzungen am Schwanz, die sich infizierten und zu Abszessen oder Blutvergiftungen ausweiten können.
 
Alban schlussfolgert daraus, dass Schwanzbeißen offenbar auch bei alternativer Haltung vorkommt. Die generelle Annahme, dass es das nur bei konventionellen Ställen gebe, sei so nicht mehr aufrechtzuerhalten. Dort werden die Schwänze aus diesem Grund kupiert. Die Knochenbrüche bei Bioschweinen führt die Tierärztin darauf zurück, dass die Sauen ihre Ferkel vermutlich quetschen, wenn sie sich versehentlich auf die Seite legen. Auch das passiere in konventioneller Haltung seltener, weil dort Ferkelschutzkörbe eingesetzt werden.
 
Alban möchte mit ihren Aussagen allerdings keine Empfehlung abgeben, welche Haltungsform besser ist. Jeder Landwirt solle entscheiden, welches System er bevorzugt. „Aber dann müssen Bauern und veterinäre sich die Tiere regelmäßig genau ansehen. Jede Form der Tierhaltung hat ihre spezifischen Probleme“, erklärt sie weiter. Ernsthafte Schwanzverletzungen etwa sollten auch in alternativen Betrieben mit Antibiotika behandelt werden, um Schmerzen zu lindern und die Ausbreitung zu vermeiden.

Leserfrage: Für Schlepper Rundfunkgebühr zahlen?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen