Artenvielfalt

Kommentar: Nein zum Volksbegehren "Rettet die Bienen"!

Ein Gastkommentar von Georg Wimmer, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes: „Rettet die Bienen“ haben sich die Unterstützer des Volksbegehrens auf die Fahnen geschrieben. Doch wer meint, dass das Volksbegehren die Bäuerinnen und Bauern bei ihrem Einsatz für Artenvielfalt unterstützt und sich den Gesetzentwurf näher anschaut, wird bitter enttäuscht“.

„Statt einem Ausbau der Umweltprogramme in Bayern soll durch die Unterschriften und am Parlament vorbei eine lange Liste von zusätzlichen Vorschriften für die Bauern auf den Weg gebracht werden. Und um die Mogelpackung perfekt zu machen: Das Wort ‚Biene‘ kommt im Gesetzentwurf kein einziges Mal vor. Im Klartext: Da geht es nicht um eine nette Unterschriftenaktion für Bienen, sondern um Verbote und Einschränkungen für die Landwirtschaft!

Und das fatale daran: Durch neue gesetzliche Vorgaben würde die Förderung für viele Umweltmaßnahmen in Bayern künftig ersatzlos wegfallen. Das betrifft nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums insbesondere Blühflächen und Gewässerrandstreifen. Ist es das, was die Initiatoren unter einer Unterstützung für eine besonders nachhaltige und bäuerlich geprägte Landwirtschaft verstehen? Genau mit diesem Etikettenschwindel wird im Moment um Stimmen und Spenden geworben.

Während der Bevölkerung unter dem Motto ‚Rettet die Bienen‘ vorgegaukelt wird, dass man sich mit einer Unterschrift ganz einfach ein reines Gewissen in Sachen Artenschutzschutz erkaufen kann, wird mit dem Finger auf die Landwirtschaft – und zwar einzig und alleine auf die Landwirtschaft – gezeigt. Damit lässt man ausgerechnet diejenigen im Regen stehen, die mit ihrer täglichen Arbeit den Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere zu erhalten versuchen.

Wem es wirklich um die Artenvielfalt in Bayern geht, darf nicht zulassen, dass durch das Volksbegehren und den Gesetzesentwurf, das in Scherben gehaut wird, was Landwirte bereits in Sachen Umwelt- und Naturschutz geleistet wird. Eine nachhaltige Landwirtschaft in Bayern braucht nicht strengere Regeln und weniger Fördermaßnahmen, sondern eine Gesellschaft, die die Bäuerinnen und Bauern unterstützen und im Laden gezielt zu bayerischen Lebensmitteln greifen. Jeder einzelne kann und jeder einzelne muss etwas tun.

Wer die Verantwortung für den Artenschutz einfach den Landwirten zuschiebt, macht es sich zu einfach und wird dem Problem nicht gerecht. Maßnahmen gegen immer mehr Beton und Teer, gegen Mähroboter und Steinwüsten im Garten, gegen grelle Beleuchtung und Freizeitaktivitäten auch im entlegensten Eck Bayerns sucht man im Gesetzesentwurf trotzdem vergeblich.“

Hinweis der Redaktion: Gastkommentare geben nicht in allen Bereichen die Meinung der Redaktion wieder. Wir veröffentlichen sie dann, wenn wir sie für einen interessanten Diskussionsbeitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft halten.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Der Irrsinn treibt seine Blüten!

Der Kommentar ist zwar stimmig, aber wer liest ihn. Diejenigen die es betrifft, die die unterschreiben sind nicht diejenigen die diesen Kommentar zu lesen bekommen. Leider haben wird doch in erster Linie in den Städten die Klientel die hier in erster Linie von diesem fadenscheinigen Volksbegehren angesprochen werden. Es sind dann genau diejenigen, die die schlimmsten Verursacher des Artensterbens sind, die sich auf diese Art und Weise ein gutes Gewissen kaufen können (auf den Flyern ist gleichzeitig ein Spendenaufruf für die ÖDP). Neumoderner Ablaßhandel möchte man sagen. Dazu könnte man auch sagen: Früher glaubten die Leute an Gott, heute nicht mehr dafür jeden anderen Schei.. Hatte erst heute ein Gespäch mit einem alten Bekannten. Er ist mit mir einer Meinung, aber seine Frau und Tochter unterschreiben. Dafür werden aber bei ihnen, von den Beiden, im Garten die letzten Reste an "Wildwuchs" nach Strich und Faden bekämpft. Der Wildkrokus, Löwenzahn, alles muß weg, schließlich stören dort die Bienen, die könnten ja einen stechen.... Ich freue mich schon auf Morgen, da werde ich einem Vereinskollegen das Essen madig machen. Wenn er schon unterschreibt, dann muß es auch aus seinem mit dem billigen Essen in der Wirtschaft. Dann soll er doch wirklich nur noch Bio essen. Der Irrsinn muß schließlich seine Blüten treiben. Der Bienen wegen und so.....

von Wilhelm Grimm

Respekt.

Der Bayerische Bauernverband hat schnell und gut reagiert.

von Willy Toft

Mit dem "Volksbegehren" sollen die Landwirte weiter eingeschränkt und enteignet werden!

Die Bevölkerung "kauft sich durch ihre Unterschrift frei", und der Landwirt hat es auszubaden! Eine tolle Wohlstandsgesellschaft haben uns da rangezüchtet. Solange es einem nicht selbst betrifft, kann man es ja von den Anderen verlangen! Ein Miteinander, Verständnis und Toleranz, gehen stets mehr und mehr verloren. Wie im Mittelalter wird stets ein Prügelknabe gesucht, den man am Pranger stellt! Die Medien haben sich auch auf uns eingeschossen, als wenn es nicht mehr viel aus der Wirtschaft zu berichten gibt, oder müssten sie dann ihr eigenes Verhalten kritisch hinterfragen?

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