Landfrauen fordern mehr Dialog über Landwirtschaft in Deutschland

Die Landfrauen rufen eindringlich zum gesellschaftlichen Dialog über Landwirtschaft auf. Mit der aktuellen Bundesregierung gehen sie hart ins Gericht und werfen ihr vor, Vertrauen zu verspielen.

„Wie soll unsere Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Es ist höchste Zeit für eine gemeinsame Vision, welche Politik, Berufsstand und Gesellschaft gleichermaßen mittragen. Nur so wird es uns gelingen, die großen Aufgaben wie den Erhalt der Artenvielfalt oder ein Mehr an Tierwohl zu bewältigen und gleichzeitig die wirtschaftliche Situation der Landwirtinnen und Landwirte abzusichern“, sagte Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbands (dlv) zum Wochenende. „Im Moment verspielt die Bundesregierung das Vertrauen der Landwirtsfamilien, denn ihnen fehlt zunehmend jegliche Planungssicherheit“, so Scherb weiter.

Die geplante Verschärfung der Düngeverordnung bezeichnete Scherb als „nur eine Baustelle von vielen“. In vielen Bereichen stünden neue gesetzliche Regelungen an – von Auflagen für Stallneubauten, über Einschränkungen beim Pflanzenschutz bis hin zur Neuregelung der Ferkelkastration. „Das Konglomerat an Vorschriften, die den landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend auferlegt werden, setzt besonders das wirtschaftliche Auskommen und damit die Existenz aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland aufs Spiel“, so Scherb. Diese bildeten aber das Grundgerüst eines lebendigen ländlichen Raums.

"Ich fordere die Politik und die Gesellschaft deshalb auf, endlich die Folgen für die regionale Landwirtschaft und insbesondere für unsere Dörfer und unsere Kulturlandschaft in den Blick zu nehmen“, sagte sie. Der dlv fordere bereits seit langem, die Auswirkungen verschiedener landwirtschaftlicher Produktionsverfahren in den Punkten Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Gesellschaft zu vergleichen und die Ergebnisse dieser Analyse als Grundlage für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion heranzuziehen.

EU verlangt noch weitere Verschärfung der Düngeverordnung

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Gregor Grosse-Kock

Fakten

Können gar nicht berücksichtigt werden solange Agrarsprecher wie Hr Spiering ohne jegliche Kompetenz, ihren Undurchdachten Worten und Gedanken selber gerne lauschen.

von Norbert Schulze-Darphorn

Der Kampf

Ist schon lange verloren , in Zeiten wo der ôffentlich rechtliche Rundfunk Gelder für framing in hôhe von 180000 Euro ausgibt nur um " im richtigen Licht zu erscheinen" hat die facktenlage ausgedient. Wissenschaftliche Grundlagen stehen nur noch im Weg. Es läuft heute vieles nur noch über Manipulation der Massen auf Grundlage von "Psycho Spielchen" . Das böse Erwachen tritt dann ein wenn auf einmal die Nahrungsmittelpreise explodieren. ,

von Anton Heukamp

Herr Schneider hat aus meiner Sicht die wesentlichen Aspekte genannt. Der DBV hat in Berlin wenig zu melden, auch andere Verbände nicht viel mehr. Frau Klöckner reagiert auf Vorschläge einer breit geführten gesellschaftlichen Diskussion über die Ziele für die Landwirtschaft (Planungssicherheit, sofern es das noch gibt) äußerst unwirsch. Sie rückt Themen wie die Digitalisierung, die einzelbetrieblich und von der Industrie begleitet werden, in den Vordergrund. Diese Themen lenken von den wahren Problemen (vom DLV angesprochen) ab und bieten keine Angriffsfläche, um "Frau Ministerin" in die Verantwortung zu drängen. Das ist aus opportunistischer Sicht clever, für uns Landwirte jedoch ein größer werdendes Problem. Sie fordert, die den Landwirten eingebrannte, CDU-Gefolgschaft heraus. Fachlich und wirtschaftlich bringt uns Landwirte nur eine auf den Inlandsverbrauch abgestimmte Produktion weiter und die Auflagen wenn sie vom Konsumenten bezahlt werden. Frau Klöckner muss dem Verbraucher endlich erklären, dass er dafür auch zahlen muss, wenn er etwas ändern möchte (ob das notwendig ist muss jeder selbst entscheiden) und wenn er nicht zahlen möchte (danach sieht es aus), die Auflagen nicht als "ökodiktatorischer Radikalisierungswettbewerb" gegen die heimische Landwirtschaft verwendet werden sollte.

von Johann Schneider

Die alten

Männer vom DBV haben wohl eingesehen,dass sie selber in der Öffentlichkeit nicht besonders gut ankommen und schicken jetzt die landfrauen vor.Besser wäre noch, wenn die Frauen im Verband wirklich etwas zu sagen hätten und nicht bloß für Kuchen und gedöns zuständig wären

von Wilhelm Grimm

Sehr deutliche Sprache der Landfrauen.

Wir brauchen mehr Frauen dieses Kalibers in politischen und in verbandspolitischen Ämtern !

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen