Nds: Schafhaltern wird Entschädigung für Wolfsrisse verwehrt

Um Rückhalt bei der Tierhaltern für die Wiederansiedlung des Wolfes zu gewinnen, garantieren die Politiker gerne die volle Erstattung von Wolfsrissen. So auch Niedersachsens Agrarminister Meyer. Als nun aber betroffene Schafhalter im Landkreis Vechta ihre Entschädigung beantragten, erlebten sie eine böse Überraschung.

Um Rückhalt bei der Tierhaltern für die Wiederansiedlung des Wolfes zu gewinnen, garantieren die Politiker gerne die volle Erstattung von Wolfsrissen. So auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer, der erst vergangene Woche mit der "Richtlinie Wolf " einen Entschädigungskatalog präsentiert hat.

Als nun aber betroffene Schafhalter im Landkreis Vechta ihre Entschädigung beantragten, erlebten sie eine böse Überraschung. Denn laut Ministerium erhalten nur die Tierhalter aus Landkreisen Geld, in denen der Wolf nachgewiesen wurde. Diepholz gehört dazu, Vechta aber nicht, berichtete die Oldenburgische Volkszeitung am Montag.
 
top agrar stellt fest: Dass ein Wolf problemlos 30 bis 40 km in einer Nacht bei seinen Wanderungen zurücklegen kann, ist bekannt. Schießt jedoch dabei keine Fotofalle einen Schnappschuss oder wird keine Spur zweifelsfrei dem Wolf zugeordnet, gibt es ihn folglich offenbar nicht; die Tierhalter bleiben auf ihren Verlusten sitzen. Viele Schafhalter werten dies als bitteren Vertrauensverlust in die Landesregierung.  

Hinweis: top agrar kann leider nicht nachprüfen, ob es sich bei dem besagten Fall tatsächlich um einen Wolfangriff oder den eines Hundes handelt.

Wolf auf Wanderschaft

Zuletzt berichtete der NDR, dass Wölfe aus der Lüneburger Heide, dem Wendland und dem Landkreis Celle immer größere Abstecher unternehmen. So sei im Landkreis Cuxhaven ein Wolfspaar gesichtet worden, ein weiterer Wolf soll durchs Emsland wandern. Auch in den Landkreisen Diepholz und Vechta sucht nun offenbar ein Tier nach Beute: Neun Schafe wurden dort bislang gerissen – zuletzt wurden am Wochenende neun tote und fünf verletzte Schafe nahe Rüssen in der Gemeinde Twistringen gefunden, so der NDR.

Bissspuren ließen auf einen oder mehrere Wölfe schließen, sagte der zuständige Wolfsberater Lars Pump. Zur Untersuchung wurden DNA-Proben an ein Forschungsinstitut geschickt, sagte der Experte. Damit soll geklärt werden, ob es sich um einen Wolfsangriff - und sogar bei allen Angriffen um das gleiche Tier handelt.

Mitte November waren bereits drei Tiere in der Gemeinde Drebber (Landkreis Diepholz) vermutlich von einem Wolf getötet worden. Davor waren im benachbarten Barnstorf fünf Tiere attackiert und getötet worden. Auch hier vermuten die Experten: "Wahrscheinlich war es ein Wolf", so Marcel Holy, ehrenamtlicher Wolfsberater des Landes Niedersachsen. Letzte Klarheit soll seinen Angaben zufolge auch in diesem Fall ein DNA-Test bringen.

Landwirte und Schäfer kritisierten den raschen Vormarsch der Wölfe. Schätzungen zufolge leben derzeit fünf Rudel in Niedersachsen. Auch sollen in diesem Jahr etwa 20 Welpen geboren worden sein. Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, sagte, man müsse daher nun überlegen, ob dem Vormarsch der Wölfe in Zukunft Grenzen gesetzt werden müssten.

Mehr:
Niedersachsen erlässt „Richtlinie Wolf“ (28.11.2014)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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