Österreichs Kleinbauern leiden unter Fall der EU-Milchquote

In Österreich melken die Bauern seit dem Ende der Milchquote nach Angaben der IG Milch – der Partnerorganisation des deutschen BDM - soviel mehr, dass dies Auswirkungen auf die Preise hat. Vor allem die Kleinbauern klagen nun über sinkende Erlöse, berichtet der ORF.

In Österreich melken die Bauern seit dem Ende der Milchquote nach Angaben der IG Milch – der Partnerorganisation des deutschen BDM -  soviel mehr, dass dies Auswirkungen auf die Preise hat. Vor allem die Kleinbauern klagen nun über sinkende Erlöse, berichtet der ORF.

Im März hieß es aus der Landwirtschaftskammer, man wolle dem drohenden Preisverfall mit einer Qualitäts- und Marketingoffensive entgegenwirken. Doch nun liegen erste Zahlen vor. Rund 3 Mrd. kg Milch sind bisher in Österreich jährlich produziert worden. Seit 1. April ist die Milchproduktion in Österreich aber um 3 bis 4 % höher als in den vergangenen Jahren. Bauern dürfen mehr produzieren, und viele nützen das auch. Laut Ewald Grünzweil von der IG Milch schaden sie sich damit aber selbst.

„Die Produktion hat sich nicht verbilligt, der Milchpreis sinkt aber. Wir haben Stundenlöhne zwischen zwei und fünf Euro in der Milchproduktion und die Prognosen schauen auch düster aus. Im letzten Jahr haben in Österreich pro Tag wieder drei Betriebe zugesperrt. Also mehr als 1.000 Betriebe haben wieder das Handtuch geworfen“, sagte Grünzweil.

Durch die Mehrproduktion sinkt der Marktpreis für Milch. Grünzweil sprach sich daher für eine Milchquote innerhalb Österreichs aus. Ein entsprechender Antrag wurde im Nationalrat bereits zweimal diskutiert - bisher ohne Ergebnis. Auch Johann Pretterhofer, Vorstand der Berglandmilch, zeigte sich von der Abschaffung der Milchquote nicht erfreut, sagte aber, er halte eine nationale Quote für unwahrscheinlich, „weil wir insgesamt in Österreich ja auch vom internationalen Markt abhängig sind. Und da wäre eine interne Beschränkung sicherlich nicht von Vorteil, wie er manchmal erhofft und erdacht wird.“

Ein zusätzliches Problem der Milchproduzenten ist laut Pretterhofer derzeit die international rückläufige Nachfrage. Im asiatischen Raum, dem eine blühende Zukunft vorausgesagt wurde, sei die Nachfrage derzeit verhalten. Zudem würden Länder wie Indien diesen Markt in Zukunft immer stärker versorgen.
 
 
 

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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