Zuckerrübenanbauer rufen nach existenziellen Weichenstellungen

Einmal geschlossene Zuckerfabriken bleiben auch geschlossen, stellt der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer klar. Nötig sei ein neuer Restrukturierungsfonds. Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Landwirte aufgrund gekoppelter Zahlungen für den Rübenanbau in elf EU-Ländern gelte es zu beseitigen.

Der Zuckerrübenanbau in Deutschland ist nach Einschätzung des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) massiv gefährdet. Sollte die Politik nicht zeitnah handeln, komme es zu einer einseitigen Marktbereinigung zu Lasten der deutschen Anbauer, warnte der Verband.

Diese Entwicklung sei unumkehrbar; einmal geschlossene Zuckerfabriken blieben auch geschlossen. Um das zu verhindern, fordert der VSZ schnellstmöglich die Gewährung von Beihilfen für die private Lagerhaltung von Zucker, damit sich der Marktpreis in der Europäischen Union erholen könne. Ferner müssten geeignete Maßnahmen zur Strukturanpassung der EU-Zuckerwirtschaft ergriffen werden, um Firmenbankrotte und Zahlungsausfälle zu vermeiden.

Der Verband regte in dem Zusammenhang auch die Auflage eines neuen Restrukturierungsfonds an. Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen Landwirte aufgrund gekoppelter Zahlungen für den Rübenanbau in elf EU-Ländern gelte es zu beseitigen. Auch die Benachteiligungen der hiesigen Rübenbauern durch die ungleiche Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU seien auszuräumen. Hier habe dringend eine Angleichung zu erfolgen.

Weitere Zugeständnisse der Europäischen Union bei der Einfuhr von Rohrzucker in Freihandelsabkommen müssten unbedingt verhindert werden. Leider hätten sich aber bislang weder die deutsche noch die EU-Politik der Misere der Erzeuger angenommen, beklagt der Verband. Andere Mitgliedstaaten stünden ihren Landwirten und Zuckerunternehmen hingegen massiv zur Seite, was den Wettbewerb verzerre und die Situation in Deutschland noch weiter verschlechtere.

Der VSZ erinnerte an die jüngsten Verluste von Südzucker in Höhe von 85 Mio Euro innerhalb von nur drei. Da der Rübenpreis direkt am Zuckerpreis hänge, sei davon auszugehen, dass die Landwirte für die Ernte 2018 nur einen sehr schlechten, bei Weitem nicht kostendeckenden Preis erzielten. Hinzu komme die extreme Trockenheit 2018 mit „teils katastrophalen Rübenerträgen“. Es sei zu erwarten, dass jedem der 15 000 süddeutschen Rübenanbauer im Schnitt 10 000 Euro Umsatz gegenüber 2017 beziehungsweise 20 000 Euro im Vergleich zu 2012 fehlten. Diese Entwicklung gehe einher mit ständig wachsenden Auflagen und Kosten.

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