[30.08.2011]
Die "Freunde der Erde" würden die Landwirtschaft wohl am liebsten abschaffen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat erneut die deutsche Landwirtschaft massiv angegriffen. In einer Pressemitteilung prangert der Verband an, dass in den Jahren 2008 und 2009 hierzulande jeweils über 1 Mrd. Euro an Agrarsubventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen seien. Pro Jahr hätten die Bauern davon rund 950 Mio. Euro für den Anbau von Futtermitteln für Mastschweine, Masthühner und Puten ausgegeben. Den Bau großer Mastanlagen habe die EU mit 80 Mio. Euro jährlich bezuschusst und knapp 20 Mio. Euro seien in Form von Exportsubventionen direkt an die zehn größten Schlachtfirmen gegangen.
Die Tierschützer nennen auch gleich die größten Empfänger. So seien 2008 die meisten Gelder für Stallneubauten mit rund 26 Mio. Euro an Unternehmen in Sachsen geflossen. 2009 hätten bayerische Schweine- und Geflügelmastbetriebe mit rund 20 Mio. Euro das meiste Geld erhalten. Hauptempfänger von Subventionen an Großschlachtereien waren laut BUND das in Brandenburg ansässige Unternehmen "Doux Geflügel" mit 4,7 Mio. im Jahr 2008 und die nordrhein-westfälische "Tönnies Fleischwerk GmbH" mit 3,3 Mio. Euro in 2009.
Der Verband prangert diese „pauschale Vergabe der Subventionen“ an und verweist auf Umweltschäden und Beeinträchtigungen der Wettbewerbsfähigkeit. Die Gelder würden zudem die Überproduktion von Fleisch fördern. Im weiteren Verlauf der Pressemitteilung folgen Vorwürfe zu Überdüngung der Gewässer, leidenden Tieren, Gesundheitsrisiken durch die Ställe, Arbeitsplatzverlusten durch Konzentration der Betriebe und alle sonst bekannten Argumente gegen die Landwirtschaft.
DBV
Entsetzt über den breiten Angriff der Tierschützer mit realitätsfernen Argumenten zeigte sich der Deutsche Bauernverband. „5 Mio. Menschen, die in der Kette der Lebensmittelproduktion beschäftigt sind und durch ihre Arbeit einen wirtschaftlichen Wert von 385 Mrd. Euro generieren, seien erschüttert“, antwortete der DBV. Die auch anderen Wirtschaftsbereichen zufließenden Investitionshilfen gingen vorwiegend in tier- und umweltfreundliche Haltung, Transport und Fütterung. So würde es zum Beispiel gelingen, bei Rindern die traditionelle Anbindehaltung nach und nach aufzugeben.
„Anders als es sich der BUND vorstellt, kann der Tierschutz nur dann nachhaltig durchgesetzt werden, wenn auch die internationalen Wettbewerber einbezogen werden“, teilt der DBV mit. Durch den Druck der Tierschutzorganisationen hätten die Landwirte in Deutschland in der Legehennenhaltung auf neue Haltungsverfahren umgestellt, während andere Länder nicht mitzogen. Als Folge stammten heute 50 % des Eierangebotes aus Ländern, in denen die Tierschutzstandards weit unterhalb des deutschen Niveaus liegen.
Die vom BUND genannten 950 Mio. Euro gehen an die deutschen Bauern als Teilkompensation für Landschaftspflege durch Acker und Grünlandbewirtschaftung, so der DBV. Die Zahlungen seien produktionsunabhängig und an umfangreiche Auflagen des Tier-, Natur- und Umweltschutzes gebunden.
Der DBV weist darauf hin, dass gerade die Getreidebauern aktuell wegen der hohen Niederschläge größte Mühe haben, die Ernte einzubringen und die Felder für die neue Saat vorzubereiten. Vor diesem Hintergrund fühlen sich die Bauernfamilien durch den BUND diffamiert, so der DBV. (ad)
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Leserkommentare
@Landfürst
[30.08.2011]
Werde auch Mitglied im NABU, sei ein braves Mitglied, zahle was mehr als Du sollst und stricke hintenrum ein paar Intrigen...... oder mach einfach nen Wanderclub mit Freibierangebot auf !
von futtersilo
@Kirovets 700
[30.08.2011]
Also bei uns hat der NABU jetzt hunderte neuer Mitglieder geworben, die sind von Haus zu Haus gegangen..! Jeden Tag istein Artikel in der Zeitung über den NABU, Tierheime, Krötenwanderung etc....ich nehme die Jungs verdammt ernst und frage mich was wir dagegen halten? Nichts...Wo sind unsere Verbände? Wo sind wir Landwirte selbst in der Öffentlichkeit? Es gibt so viele Verbände bei und Landwirten, das ich manchmal schon die Abkürzungen nachschlagen muss..? Wir werden uns schon entscheiden müssen: Wollen wir als ein attraktiver leistungsfähiger Wirtschaftssektor oder als subvenbtionierte Agarfabrik in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.?
von landfuerst
Erinnerung - gegen das Vergessen !
[30.08.2011]
Als der B(u)ND Sachsen mit unwahren Behauptungen gegen die Gülle geschossen ist, vor 3 Monaten beteuerten in dieser Runde hier, die B(u)ND-Fan´s, wie auch der B(u)ND selbst : Es wäre die Meinung eines Einzeln. Jetzt ist die Meinung des gesamten B(u)ND, um es zur Meinung aller zu machen. Aber erinnern wir uns noch mal 3 Monate zurück : Da sind 50 Menschen gestorben an vegetarischer Nahrung von einem Biohof.
von futtersilo
Zahlenpanscherei
[30.08.2011]
Ob man nun die Zusammenfassung oder den gesamten Text eines Wirrwarrs, daß der BUND Studie nennt liest, ist im Ergebnis die gleiche Profilierung des BUND auf Kosten der bäuerl. Familienbetriebe. Wir werden es überleben, der BUND nicht. Denn diesem fehlt mittlerweile das Betätigungsfeld. Mag sein das BUND und NABU in den 80er Jahren was positives bewirkt haben. Heute betreiben diese nur noch Hetze zur Bedienung der eigenen Klientel damit noch Spenden fließen. Jedes kg Fleisch das nicht mehr in Deutschland produziert wird, wird im Ausland unter weitaus schlechteren Bedingungen erzeugt. Erhöht hier den Mineraldüngereinsatz, während auf der anderen Seite die Zerstörung von Regenwald und die Verarmung der deutschen Verbraucher zur Folge hat.
von futtersilo
Bund schwere Vorwürfe gegen Bauern???
[30.08.2011]
Nun jeder"Bauern"enhält 250+ Kühe,9000+ Schweine,oder 150.000+ Hühner.Wer fühlt sich da als "Bauer"angegriffen?? Da fühlen sich"Bauern"angegriffen die in Strukturen wirtschaften die das Ha in 2-5 Min bewirschaften weil sie statt 2500€ nun 5000€ je ha als Kauf bezahlen müssen. Wir die das 3-10 Fache bezahlen und ihnen das Idylle für den Absatz liefern,aber alleine wegen der "kleineren" Strukturen 200-500€ teurer je ha produzieren und hurra schreinen müssen wenn sie das nächste Jahr als Betrieb überleben dürfen. Da werden auf der ein einen Seite der Strukturwandel befürwortet auf der anderen Seite Krokodilstränen vergossen weil schon wieder so viel aufgeben müssen! Wirklich müssen wir das so angehen.Sind diese "Betriebe" so zu befürworten...
von elinge
Meinungsmanipulation
[30.08.2011]
Jeder Verband(egal ob Umwelt oder )Industrie), jede Partei, jeder noch so kleine Verein schafft es in Deutschland meisterhaft und ungestrafft!!!, Fakten und Tatsachen solange zu verdrehen, bis es für die eigenen Zwecke passt, zum Kotzen! Wie wäre es denn mit den folgenden Überschriften: Agrarsubventionen werden für die Herstellung von Hunde- und Katzenfutter zweckentfremdet! oder: HartIV-Steuergelder werden von den Empfängern zum Kauf von Fleisch aus Massentierhaltung mißbraucht! Na, wie wär´s, BUND? Hat doch den selben Wahrheitsgehalt! Oder fürchtet ihr da um eure Beitragszahlungen?
von user10
Zur Versachlichung der Debatte
[30.08.2011]
sollte man die vollständige Studie und nicht die recht emotionale Zusammenfassung gelesen haben. http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/landwirtschaft/20110800_landwirtschaft_studie_subventionen_massentierhaltung.pdf Viele der dort angesprochenen Punkte sind bereits in der Debatte um die EU Agrarreform eingebracht und in den Vorschlägen von Kommission und Parlarment aufgegriffen worden. Wer in der Landwirtschft seine Zukunft sehen will, der muss hier seine Chance ergreifen und sich engagiert in die Debatte einbringen. Es ist an uns Landwirten, die Debatte zu versachlichen, Kritik ernst zu nehmen und den Bezug zur Realität herzustellen. Nur so wird uns auch in Zukunft gesellschaftliche Akzeptanz entgegen gebracht werden.
von Kirsten Wosnitza
Mehr Öffentlichkeitsarbeit
[30.08.2011]
natürlich reden sowohl BUND als auch Bauernverband Verbandsgerede. Jeder will nur seine Klientel bedienen. Das Problem ist nur das der Bauernverband mit seinem Verbandsstuz den er erzählt den BUND noch stärker macht !!! Warum gehen wir Landwirt und unsere Verbande nicht offensiv in die Öffentlichkeit? Plattformen mit Betrieben, die Betriebsbesichtigungen anbieten, Landwirte müssen zu Projektwochen in die Schulen, OInfostände auf Volksfesten wie der BUND und der NABU das auch machen. Es muss klar werd, dass weder groß noch klein ein Indiz für die Produktions- und Produktqualität der Landwirte ist, sondern dass es auf den Unternehmer ankommt. Ich habe auch von Biobetrieben gehört die Schmu machen genau wie Konventionelle Betriebe !!!!
von landfuerst
Nach der atom-Ära, sucht ..
[30.08.2011]
die ganze grüne Truppe ein neues Betätigungsfeld und das sieht man idealerweise in der Landwirtschaft. Was gibt es schlimmeres für eine Partei als kein Thema mehr zu haben mit dem man die Emotionen der Wähler und Spendenzahler wecken kann ? natürlich springt die aus Hamburg stammende, in die DDR übergesiedelte Pastorentochter auch gleich auf den bauernvernichtenden Zug der Grünen auf und das Unheil nimmt seinen Lauf
von futtersilo
Ist doch schön....
[30.08.2011]
....das die Subventionen zur überproduktion genutzt werden.Und brechen dann die Märkte zusammen,werden günstige Kredite von der Rentenbank angeboten.Die Welt ist ein Irrenhaus,aber die Zentrale ist in der Landwirtschaft....
von simson09
orginaltext
[30.08.2011]
ich empfehle den orginaltext auf der bundseite zu lesen und dann zu urteilen gegen wen die anschuldigungen gehen. von peter schuchmann
von schuchi
Aha
[30.08.2011]
Also 1 Mrd €, davon 950 mio für den Anabu von Futtermitteln!? Dann werden also Teile der Ackerprämie einfach der Veredelung zugeschlagen oder wie verstehe ich das jetzt? Interessante Darstellungsweise! Klar das Frau Peitinger gefällt, wo sie doch so dicke mit dem BUND ist...
von schorse77
Liebe TopAgrar Redaktion
[30.08.2011]
Vielleicht sollten Sie die Überschrift zu diesem Thema nochmal überdenken?
von Doris Peitinger
Verteilung der Subventionen
[30.08.2011]
Nein, "die Bauernfamilien" sehen sich nicht durch den BUND diffamiert. "Die Bauernfamilien" wissen ganz genau, wohin der Großteil der Agrargelder fließt und wieviel bei ihnen hängen bleibt. Nur soviel, dass man sie scheinbar immer wieder als Alibifunktion benutzen kann, um den status quo der Verteilung aufrechtzuerhalten. Der Bauernverband outet sich immer offensichtlicher als Unterstützer agrarindustrieller Strukturen und deren nachgelagerter Stufen. Wenn er tatsächlich die "armen fleißigen Bauernfamilien" unterstützen wollte, gäbe es schon längst eine pro Kopf Verteilung nach sozialversicherungspflichtigem Arbeitnehmer. Aber aus gutem Grund wehrt er sich hier vehement!
von Doris Peitinger
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