[15.08.2012]
Thilo Bode
Die Bankenspekulation mit Lebensmitteln wird möglicherweise Thema der EU-Polititk. Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat den CSU-Abgeordneten Markus Ferber als Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Regulierung der Finanzmärkte aufgefordert, eindeutig Stellung gegen die „überbordende Spekulation mit Nahrungsmitteln zu beziehen“.
Wie foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode kürzlich betonte, hat das Vorsorgeprinzip in der Europäischen Union Verfassungsrang. Da dürfe es nicht sein, dass nur einzelne Banken vorsorglich die Finger von der Agrarspekulation ließen, aber die europäische Politik der gefährlichen Zockerei aller anderen Banken nur zusehe und ein vorsorgliches Eingreifen unterlasse. Durch ihr Nichtstun gegen die Preistreiberei durch Rohstoffwetten riskiere die europäische Politik, dass Menschen in vielen Ländern der Welt verhungerten.
foodwatch fordert die Begrenzung des rein spekulativen Handels mit Nahrungsmittel-Kontrakten durch wirksame Positionslimits, den Ausschluss institutioneller Anleger vom Rohstoffgeschäft sowie das Verbot von Publikumsfonds und Zertifikaten für Agrarrohstoffe.
Anlass zu dieser foodwatch-Erklärung war die Ankündigung der Commerzbank, alle Agrarprodukte aus ihrem Rohstoff-Fonds ComStage ETF CB Commodity EW Index TR herauszunehmen und keine neuen börsennotierten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln aufzulegen. Zuvor hatten bereits die DekaBank der Sparkassen und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) angekündigt, künftig auf die Spekulation mit Agrarrohstoffen zu verzichten. (AgE)
Mehr dazu:
Commerzbank nimmt Investments in Agrar-Rohstoffe vom Markt (10.8.2012)
Leserkommentare
Sprüche
[15.08.2012]
Wenn die Preise fallen, hören wir solche Sprüche nicht. Der bauer bekommt für seine Produkte heute nicht mehr wie vor 30 Jahren. Die Margen der Verarbeiter und des Handels sind aber deutlich gestiegen. So erhält heute der Bauer weniger für seine Ware als in deutschland an Ladenmiete gezahlt wird.
von futtersilo
Stell Dir vor es ist Hungernot und keiner merkts????
[15.08.2012]
Da will die Politik keine Verantwortung wegen Überbordernder(Gedreideberge,Milchseen,...) Überproduktion übernehmen.Das heißt:Bei Überschüße von Gedreide werden schon über 20% (vielleicht in ´Zukunft schon bei 18%) Vorrat die Preise in den Boden gedrückt!! Wenn 163 Millionen Tonnen Gedreide zu Energie verarbeitet werden muß der Preis doch "nur" so hoch steigen das sich die Produktion von Energie ab "dem" Preis nicht mehr lohnt! Ist der zu Hoch ist die Förderung von "Bioenergie" zu hoch. Der einzige Lichtblick ist dass man "die" Biorohstoffe die "für" die Bioernergie bestimmt waren sofort essen kann. Wenn der Preis hoch genug ist.Ansonsten könnte es heißen: Stell Dir vor es ist Hungernot------ aber wir merken es zu spät!!
von elinge
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