[07.07.2011]
Verboten werden soll außerdem, dass sich Molkereien bei der Preisbildung an ausgesuchten Nachbarmolkereien orientieren (Referenzpreisbildung), weil damit wiederum einzelne Molkereien mit ihrer Auszahlungsleistung identifiziert würden.
Möglich sei deshalb künftig nur noch die Veröffentlichung von Milchpreisen einzelner Molkereien, wenn sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits sechs Monate alt sind. Mit solch alten Preisen seien keine signifikanten Rückschlüsse auf die aktuelle Preissituation mehr möglich, begründet das Kartellamt. Eine Gruppenauswertung, in die die Preise von mindestens fünf Molkereien bestimmter Größe einfließen, sei hingegen künftig erlaubt. "Damit sind Rückschlüsse auf einzelne Molkereien ausgeschlossen", heißt es wörtlich.
Die Pläne stoßen bei den Erzeugern bereits auf massive Kritik, weil für sie damit "das" entscheidende Instrument für etwas Transparenz im Milchmarkt wegfällt. Aber auch die Molkereien sehen die Regeln kritisch: Das Referenzpreissystem sei ein faires System auf das sich die Bauern mit den Molkereien geeinigt hätten und das bisher gut funktioniert habe.
Grund für die neuen Regeln war eine kartellrechtliche Prüfung des Milchpreisvergleichs, um die die AMI das Kartellamt gebeten hatte, damit ggf. Anpassungen an der geplanten Markberichterstattung für Milch vorgenommen werden können, heißt es in der entsprechenden Veröffentlichung der Wettbewerbshüter.
Leserkommentare
Und noch eins zum letzten Satz:
[08.07.2011]
Welche Organisation hat die AMI gegründet und wem untersteht sie? War da nicht DBV? Klassischer Fall von gegen die Bauern gehandelt in meinen Augen.
von alorie
Den letzten Satz überlesen:
[07.07.2011]
"Grund für die neuen Regeln war eine kartellrechtliche Prüfung des Milchpreisvergleichs, um die die AMI das Kartellamt gebeten hatte." Nach der entsprechenden Meldung in agrarheute ist damit ab heute die AMI die einzige Institution, die rechtlich zugelassene, detailierte und aktuelle Milchpreisvergleiche anbietet. Somit hat das Bundeskartellamt den Weg bereitet für ein wunderbares Informationskartell durch die AMI. Ob das damit bezweckt wurde? Von der AMI sicherlich. Aber vom Bundeskartellamt? Na herzlichen Dank...
von detmarkleensang
Der Infoaustausch mag funktionieren
[07.07.2011]
nur warum zahlen die Niederl.Molkereien 2 cent mehr als unsere? Die Milchpreise bekommen wir auch ohne Veröffentlichung mit. Im Internet findet man auch die europäischen Milchpreise.
von Friesenkuh
Nutzt den Milchbauern nicht
[07.07.2011]
Dem letzten Kommentar ist uneingeschränkt zuzustimmen. Auf Augenhöhe zu kommen, heißt nicht etwas zu verbieten, sondern selber etwas besser zu machen: Die Marktinformation auf Erzeugerseite. Oder wollen wir wieder dunklen Kanälen mit Apfel/Birne-Information Auftrieb geben? WH
von wolfgangheinrich
Zweischneidiges Schwert
[07.07.2011]
Auf den ersten Blick mag es sinnvoll erscheinen, den Milchpreisvergleich abzuschaffen. So könnten sich die Meiereien nicht mehr so leicht gegenseitig unterbieten. Dennoch sprechen zwei Dinge dagegen: 1.: Die Milchbauern können ebenfalls nicht mehr leicht die Preise vergleichen, was für einen Meiereiwechsel nötig wäre. 2.: Die Meiereien kommunizieren auch so untereinander oder über den Genossenschaftsverband. Eine Abschaffung des Preisvergleichs hätte somit keinerlei Auswirkung für unsere Abnehmerseite.
von detmarkleensang
Es wurde höchte Zeit
[06.07.2011]
Es ist richtig Milchpreisvergleich ab zu schaffen damit die schlechten Preise der Großen nicht Richtgröße für die anderen besseren Molkerein ist. So kann endlich mehr Markt entstehen.
von georgscheer
Naja ...
[06.07.2011]
kann man mit leben. Früher wäre dies ein Problem gewesen, heute nicht. Einfach den Server ins Ausland stellen und gut ist es. Dann soll das Kartellamt mal das Internet verbieten. Aber die sogenannte "Faire Milch" macht ja schon gar nicht beim Milchpreisvergleich mit.
von futtersilo
Irrglaube
[06.07.2011]
Mit dem Verbot der Veröffentlichung und des Vergleichens von Milchpreisen wird man nicht verhindern, dass sich Molkereien bei ihren Auszahlungpreisen an Nachbarmolkereien orientieren, den die Molkereien verfügen über einen regen Infoaustausch. Für die Bauern wird der Milchpreis hingegen noch undurchsichtiger, was ja auch durchaus gewünscht ist. Dass das Kartellamt den Bauern zu besserer Preisgestaltung verhilft ist hingegen ein Irrglaube.
von sebontch
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