Warnung

Hantavirus breitet sich aus

Besonders Landwirte sollten aufpassen, beim Fegen keinen Staub mit Mäusekot einzuatmen. Ärzte melden für dieses Jahr eine deutliche Zunahme der Infektionen mit dem Hantavirus.

Dieses Jahr breitet sich das Hantavirus ungewöhnlich stark aus. Presseberichten zufolge gibt es allein in Niedersachsen schon 45 Fälle, das ist fünfmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Besonders stark betroffen ist der Landkreis Osnabrück mit 34 Infektionen. Doch auch im Südwesten registrieren die Krankenhäuser eine hohe Zunahme der Infektionen.

Mehr als die Hälfte der Erkrankten musste stationär in der Klinik behandelt werden. Das Hantavirus kann neben hohem Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auch zu akutem Nierenversagen führen.

Menschen infizieren sich über den Kot der Rötelmäuse. Wird er etwa beim Fegen aufgewirbelt, kann er zum Beispiel in die Atemwege gelangen. Um eine Infektion mit dem Virus zu vermeiden, rät das Landesgesundheitsamt unter anderem zum Tragen von Staubmasken. Nach der Arbeit sollte man sich außerdem gründlich die Hände waschen. Den Anstieg der Infektionen erklärt sich Peter Tenhaken vom Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück durch die zurzeit guten Lebensbedingungen für die Rötelmaus. Vergangenes Jahr habe es viele Bucheckern gegeben und damit viel Futter für die Nager - besonders in den Buchenwäldern des Teutoburger Waldes.

Sehen Sie einen kurzen Videobericht über die Folgen einer Infektion:

SWR Marktcheck

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So schützen Sie sich

  • Mäusekadaver mit Einweg-Handschuhen in die Kadavertonne entsorgen.
  • Stallarbeiten, die Staub aufwirbeln, nur mit Mundschutz, Feinstaubschutz- Klasse P 3, erledigen. Schon ein Tuch vor dem Mund verringert die Ansteckungsgefahr.
  • Entdecken Sie in wenig genutzten Gebäuden große Mengen Mäusekot, sollten Sie vor dem Fegen ein virozides Desinfektionsmittel versprühen.
  • Eine konsequente Mäusebekämpfung ist der wirksamste Schutz vor dem Hanta-Virus: Bringen Sie Köderboxen dort aus, wo Sie Fraß- und Kotspuren entdecken. Hier halten die Mäuse sich gerne auf.
  • Mäuse meiden freie Flächen. Sie huschen meistens an den Wänden der Laufgänge entlang. Stellen Sie die Köderboxen mit dem Gift deshalb dort im Abstand von drei Metern auf.
  • Bringen Sie ausreichend Gift aus! Kontrollieren Sie den Inhalt der Köderboxen ständig und füllen Sie nach, sobald sie leer sind. Das beugt Resistenzen vor.
  • Weitere gute Tipps und Jahrespläne zur Mäusebekämpfung bieten professionelle Schädlingsbekämpfer.

Hanta-Virus: Die Fakten

  • Das Hanta-Virus wird von Mäusen auf den Menschen übertragen. Infizierte Tiere scheiden die Viren über Speichel, Urin und Kot aus. Darin bleiben sie einige Zeit infektiös.
  • Menschen können sich anstecken, indem sie kontaminierte Stäube einatmen, über Kontakt mit der verletzten Haut und über Bisse.
  • Eine Infektion äußert sich durch Fieber, Kopf-, Bauch-, und Rückenschmerzen. Sie kann bis zu Einblutungen in der Haut und zu Nierenversagen führen. Gehen Sie bei Auftreten der Symptome sofort zum Arzt!
  • Die Dunkelziffer ist hoch. Denn nur 10 bis 15 % der Infizierten haben Krankheitssymptome. Bei den meisten verläuft die Infektion klinisch unauffällig.
  • Den rasanten Anstieg der Hanta-Virusinfektionen führen Experten auf die Explosion der Nagetierpopulation zurück.
  • Die Berufsgruppe der Land- und Forstwirte hat ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Berufsgenossenschaften erkennen Hanta-Virusinfektionen oft als Berufskrankheit an.
  • In 99,8 % der Fälle heilt eine therapierte Hanta-Virusinfektion ohne Folgeschäden aus.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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