34. Berufswettbewerb der Landjugend

Klöckner: „Landwirtschaft gilt wieder als sexy“

"Die Teilnehmer am Berufswettbewerb der Landjugend legen ein Bekenntnis zum gewählten Beruf ab, sind vor allem Botschafter eines realistischen Bilds von Landwirtschaft. Einer Branche, in der in Sachen Modernität und Innovation die Post abgeht, die bespielhaft ist, wenn es um die Anwendung digitaler Lösungen geht", sagte Agrarministerin Julia Klöckner.

Die Landwirtschaft ist seit jeher Vorreiter und steht für Innovation. Das sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Dienstag bei der Eröffnung des 34. Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend in Fürstenfeldbruck. Sie zitierte dazu ihren australischen Amtskollegen David Littleproud. Dieser sagte: „Landwirtschaft gilt wieder als sexy“, was Klöckner so unterschreiben könne.

„Wer immer die Frage stellt, ob unsere Landwirtschaft eine innovative Branche ist, dem können wir mit zwei Zahlen antworten: Im Jahr 1900 hat ein Landwirt in Deutschland Lebensmittel für vier Personen erzeugt. Heute produziert ein Landwirt in Deutschland Lebensmittel für hundert Personen. Das ist auch ein Verdienst Ihres Berufstandes, ein Verdienst der Grünen Berufe. Die immer offen sind für Innovationen. Immer neugierig. Weil es eben darum geht, satt zu machen. Sicher zu sein vor Hunger. Und die gleichzeitig so selbstbewusst ihre Traditionen pflegen“, so die Ministerin in ihrer Rede.

Landwirte seien auch Vorreiter bei der Digitalisierung. Sie machten ländliche Räume zu Innovationsräumen. Und den Teilnehmern des Berufswettbewerbs rief sie zu, Botschafter für den ländlichen Raum zu sein. Deshalb sei die Bedeutung der Grünen Berufe auch völlig zu Recht im aktuellen Koalitionsvertrag verankert. „Wir wollen uns gemeinsam anschauen, wie sich der Arbeitsmarkt verändert hat, welche Herausforderungen auf uns zukommen werden – damit wir rechtzeitig wissen, ob und wenn ja, wo wir nachjustieren müssen“, so die CDU-Politikerin weiter. Mit einer optimalen, aktuellen Ausbildung sei sichergestellt, dass die Jungbauern die Innovationskraft der Land- und Ernährungswirtschaft auch in Zukunft weitertragen.

„Das Nachwachsen einer ausreichenden Anzahl an Fachkräften ist eine der entscheidenden Zukunftsfragen der Landwirtschaft in Deutschland – und des ländlichen Raums insgesamt. Die Teilnehmer des agrarischen Berufswettbewerbs legen ein Bekenntnis zum gewählten Beruf ab. Einer Branche, in der in Sachen Modernität und Innovation die Post abgeht, die bespielhaft ist, wenn es um die Anwendung digitaler Lösungen geht. Lösungen, die abseits einer besseren Wettbewerbsfähigkeit und schonenderen Ressourcennutzung auch dazu beitragen, den Alltag des Landwirtes zu erleichtern. Für eine effektive Nachwuchsgewinnung ist das entscheidend und trägt wesentlich zur Attraktivität der grünen Berufe bei, auch für kommende Generationen“, so Klöckner.

Hintergrund

Bundesweit werden sich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten rund 10.000 Auszubildende und Fachschüler der Grünen Berufe am Berufswettbewerb beteiligen. Zur Zeit der feierlichen Eröffnung in der Landwirtschaftsschule in Fürstenfeldbruck hatten die Auszubildenden den theoretischen Teil ihres Erstausscheids gerade hinter sich.

Vor den knapp 70 Auszubildenden aus Haus- und Landwirtschaft, die am heutigen Dienstag an den Start gingen, und den vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Bildung geht die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) auf das Wettbewerbsmotto „Grüne Berufe #landgemacht: Qualität. Vertrauen. Zukunft.“ ein. Dazu gehöre auch eine Ausbildungsvergütung, die dem Berufsnachwuchs ein eigenständiges Leben ermögliche, so Kathrin Muus. „Von Arbeit und Ausbildung leben zu können, sei ein wahrer Zukunftsbeitrag, der von Betrieben, Verbänden und Politik gemeinsam geleistet werden muss“, stellt die BDL-Bundesvorsitzende klar.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, weist auf die Qualität des Wettbewerbes hin: „Dieser Berufswettbewerb ist eine hervorragende Möglichkeit für unseren Nachwuchs, Talent und die erlernten Fähigkeiten zu zeigen. Allein die beeindruckende Zahl an Teilnehmern bei dieser deutschen Meisterschaft ist ein Beleg für die Breite und die Qualität der Ausbildung in der Land- und Tierwirtschaft, der Haus- und Forstwirtschaft sowie im Weinbau“, lobt der DBV-Präsident. Er freue sich besonders über die starke Motivation bei diesem Wettbewerb unter den jungen Leuten.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Adolf Bauer

Wo war

Frau Klöckner die letzten Monate? Ich kann diese Stimmungslage in ganz Deutschland nicht finden! Übrigens kann ich auch in Bayern so gut wie keinen Mandatsträger finden, der sich beim derzeitigen VB rettet die Bienen auf die Seite der Landwirte stellt. Wahrscheinlich doch nicht so sexy.

von Heinrich Albo

Natürlich sind die Landwirte Vorreiter in Digitalisierung und Technik..

wir haben uns die Glasfaserkabel fast selbst gelegt und waren ruck zuck dabei als z.B. Photovoltaik -BHKW(Biogas) Hackschnitzel- automatische Fütterungs/Melk - Anlagen etc.wirtschaftlich wurden..wir haben den vielseitigsten Beruf den es gibt und erkennen sehr schnell neue rentable Geschäftsfelder... NUR Fakten interessieren die grün/roten Medien,Parteien und NGOs nicht. Wenn die Atomkraft und die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden braucht man noch eine Daseinsberechtigung bzw. Spendengelder !!!! Da fahren die doch lieber noch die Autoindustrie und die Landwirtschaft vor die Wand und in 10 Jahren ist das ganze Land kaputt !!!

von Wilhelm Grimm

Nix mehr sexy !!!!!

Nur noch hexy. Diese ganzen Auflagen, nicht zuletzt im Gefolge der Nitratlüge und der daraus entstandenen Düngeverordnung sowie PSM-Verboten und sonstigen der guten landwirtschaftlichen Praxis widersprechenden staatlichen Willkür, treiben unsere Mädchen und Jungen scharenweise in die Flucht. "Nach uns die Sintflut". Ihr könnt uns mal......... !

von Andreas Christ

sexy

na dann mal rann Frau Klöckner

von Johann Rottenkolber

Vielleicht ist Frau Klöckner sexy

die Landwirtschaft eher nicht. Wenn ich den Vergleich oftmals höre "früher hat ein Landwirt vier Personen ernährt heute sind es mehr als einhundert" -- falls der durch die Politik und auch Frau Klöckner "geförderte" Strukturwandel in der Landwirtschaft so weitergeht, werden in einigen Jahren die übriggebliebenen " Bauern"?? mindestens die doppelte Anzahl an Verbrauchern ernähren!

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