DBV gegen DMK

DBV: Rechtliche Zweifel an DMK-Milkmaster-Audit Premium

Der Bauernverband hält das Milkmaster-Audit für ehemalige Mitglieder des Deutschen Milchkontors zumindest teilweise für rechtswidrig. Die Molkerei hält dagegen.

Die Ankündigung des Deutschen Milchkontors (DMK), auch bei ehemaligen Mitgliedern noch Audits für das Milkmaster-Programm durchzuführen, erhitzt weiter die Gemüter.

Viele ehemalige DMK-Lieferanten sollen nachträglich ein Audit auf ihrem Betrieb durchführen lassen, um den Milkmaster-Bonus zu überprüfen (top agrar berichtete). Diese Bonuszahlung beruht bei allen DMK-Lieferanten zunächst auf einer Selbsteinschätzung bzgl. bestimmter Produktionsverfahren (Kuhkomfort, Tiergesundheit, Umwelt, Fütterung, Milchqualität) auf den Betrieben.

DBV: Zeitpunkt der Kündigung wichtig

Der DBV hat die verschiedenen Milchlieferordnungen des DMK aus den vergangen Jahren geprüft. In einer vorläufigen Rechtsauffassung unterscheidet der Verband zwischen Milcherzeugern, die zum 31.12.2017 oder früher gekündigt haben und denjenigen, die zum 31.12.2018 gekündigt haben. In einem internen Rundschreiben, das top agrar vorliegt, berichtet der DBV:

Kündigung zum 31.12.2016 oder 31.12.2017

Für Milchbauern, deren Mitgliedschaft bei der DMK eG am 31. Dezember 2017 oder früher endete, besteht nach vorläufiger rechtlicher Beurteilung auf der Grundlage der bis 31.12.2017 gültigen Milchlieferordnung keine Verpflichtung zur Durchführung des Audits. Demzufolge dürfte auch keine Verpflichtung zur Begleichung von Rückforderungen der DMK eG bestehen.

Die Auditierung muss aber nicht zwingend abgelehnt werden, so der DBV. Wenn der Betrieb eine Auditierung durchführen lassen möchte, kann er dies grundsätzlich zulassen. Er könne damit möglichweise sogar err

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Vollkommen richtig

Herr Nordendorf in Sachen MMasterbonus. Nur warum macht die DMK das so kompliziert und wartet zwei Jahre. Die DOC Liegeranten haben damals auch Begrüssungsgeld bekommen wenn sie ihren Vertrag verlängerten - wer früher ging musste das Geld zurückzahlen! So einfach war das. Fragen Sie bei der nächsten Vertreterversammlung mal warum es zwei verschiedene GVO Zuschläge gibt wenn sie den LTO Milchpreisvergleich mal ansehen. Ebenso der Umrechnungsfaktor der hier nicht angeglichen wird. Verwirrt nur wenn man DOC und DMK vergleichen will-ist ja eine Molkerei?!

von Ottmar Ilchmann

Hoher Anspruch bei konstant niedriger Auszahlung

Eine Molkerei, die dauerhaft hinter den Auszahlungspreisen der Mitbewerber zurückbleibt, sollte alle Kräfte darauf ausrichten, diesen Rückstand aufzuholen, anstatt augeschiedene Lieferanten noch Jahre später mit Kontrollen zu überziehen. Man muss bedenken, dass DMK-Lieferanten auch bei Erfüllung aller Milkmaster-Kriterien nie in den Genuss eines konkurrenzfähigen Milchpreises kommen. Hat man beim DMK die Gründe für die vielen Kündigungen schon wieder vergessen?

von Georg Nordendorf

Liebe Leute, geht es darum einfach nur auf das DMK draufzuhauen, oder kann man Dinge auch mal sachlich beurteilen? Ich bin selbst Mitglied bei der DMK und auch Mitglied in der Vertreterversammlung. Und nein, ich bin bei weitem nicht mit allem einverstanden, was beim DMK passiert. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das beim Thema Milch, erst recht beim DMK selbst in 90 % der Beiträge fleißig nachgetreten wird ohne sich sachlich mit dem Thema auseinander zu setzen. Das ist genau die Diskussionskultur, die wir als Landwirte gegenüber der Bevölkerung gebetsmühlenartig anprangern. Also sollten wir es beser machen. Zum Thema der nachträglichen Audits: Erstens bewerte ich den Milkmaster ( genau wie den GVO Zuschlag) als Vertrag zwischen Molkerei und Lieferant.Als Lieferant bekomme ich einen Zuschlag auf den Milchpreis gegen eine Gegenleistung. Die Höhe des Zuschlages richtet sich dabei nach dem erfüllungsgrad verschiedener Kriterien. Von demjenigen, der diesen Zuschlag bekommen hat, erwrte ich, das er die Vertragsgemäße Erfüllung nachweisen, bzw glaubhaft darstellen kann. Während mir als Mitglied der Bonus, bei Nichterfüllung, gekürzt oder gar gestrichen wird, soll ein Berufskollege, der die Molkerei inzwischen Verlassen hat, den Bonus behalten dürfen, selbst wenn er die Kriterien nicht ausreichend erfüllt hat? Sorry, aber dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Sollte sich im Rahmen eines nachträglichen Audits herausstellen, das der Betrieb einen höheren Bonus hätte bekommen müssen, dann ist das auch kein Eigentor des DMK, sondern schlicht die Vertragserfüllung seitens des DMK gegenüber seinem Ex-Lieferanten. Wer bis zum Ende seiner Lieferbeziehung seinen Vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Molkerei nachkam, der hat auch Anspruch auf den Vereinbarten Betrag. Umgekehrt gilt aber auch, das die Molkerei z.B. den Milkmasterbonus nur zu zahlen braucht, wenn der Lieferant seinerseits den Verpflichtungen aus dem Bonus nachgekommen ist. Verweigert er den Nachweis, weil er inzwischen gekündigt hat, hat er den Bonus zu unrecht erhalten. Zweitens, und da stimme ich der Kritik am DMK zu, ich hätte es ebenfalls für klüger empfunden, eine Auditierung von in Kündigung stehenden Betrieben bzw gekündigten Betrieben, zeitnah zu veranlassen. Den Zeitpunkt der Auditierung kritisiert man daher zurecht, nicht aber, das gekündigte Betriebe auf die Rechtmäßigkeit des Bonusbezuges hin überprüft werden.

von Gerd Schuette

Unabhängig davon wie das Vorgehen des DMK rechtlich bewertet wird, dem Ansehen der größten deutschen Molkerei ist dies Vorgehen nicht zuträglich.

von Gerd Uken

Wer Wind säät wird Sturm ernten

heißt es doch. Was wenn die Punkte beim Audit höher ausfallen weil viele sich zu vorsichtig eingeschätzt haben- das wäre ja ein Bummerrang! Hat Schmal sich da jetzt eingeklinkt?

von Steffen Hinrichs

Was sagt denn Korte dazu ?

Ist er nicht vom DBV dort in der DMK importiert worden !

von Gerd Uken

Wiecwsr das noch viel Wind um Nichts

Das der DBV das jetzt prüft ist ja löblich ändert aber nichts an der Peinlichkeit der DMK. Wer zum 31.12.2017 ausgeschieden ist müsste ja zum 31.12.2015 schon kündigen. Heißt ja die DMK hat zwei komplette Jahre kein Aufit auf dem Betrieb durchgeführt. Irgendwann hat man das ha auf ein Jahr(auf Antrag) verkürzt. Frage: warum haben so viele die DMK verlassen, bestimmt nicht wegen des Milknasterbonus!?

von Martin Schmidt

Peinlich

sollte die Geschichte dem DMK Management sein. Denn laut Lieferordnung können bei Kündigern vor Abschluss der Lieferbeziehung stichprobeweise Audits gemacht werden. Aber für das geplante Vorgehen git es keine Grundlage. Nebenbei wird auch hier wieder Geld verbrannt. Die Strategie der Zukunft im DMK scheint weiter abwärts zu führen, dies ist eine Katastrophe für den Deutschen Milchmarkt. Da sind die Eigentümer gefordert, die Genossen müssen das Management zwingen besser zu werden.

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