Preisabsicherung

Hohenloher Molkerei bietet ab sofort Festpreismodell an

Die Hohenloher Molkerei hat den Start eines börsenbasierten Festpreismodells für ihre Milcherzeuger bekanntgegeben. Die genossenschaftlichen Mitglieder sollen monatlich bis zu 30 % ihrer Milchmenge an die Molkerei verkaufen können.

Ab April 2019 können Milcherzeuger der Hohenloher Molkerei maximal 30 % der monatlichen Milchmenge zu einem Festpreis an die Molkerei verkaufen. Die monatliche Mindestmenge beträgt 10.000 kg. Eine freiwillige Teilnahme am Festpreismodell ist deshalb ab einer Jahresmenge von ca. 380.000 kg möglich, so berichtet die Molkereigenossenschaft. Die Festpreise für Milcherzeuger sollen monatlich ermittelt und bis zu 12 Monate in die Zukunft angeboten werden.

Vor Beginn des börsenbasierten Festpreismodells habe Mitte März ein letztes Abstimmungsgespräch mit Herrn Prof. Dr. Thiele vom ife-Institut Kiel, Herrn Darko Turajlic, IT-Partner und Herrn Florian Hildebrand der Börsen- und Handelsmakler H. Jürgen Kiefer GmbH stattgefunden. Die Molkerei will das Festpreismodell ab sofort anbieten. Bei der Generalversammlung am 23. Mai 2019 will sie die Preissicherung ihren Mitgliedern vorstellen.

So funktioniert das Festpreismodell der Hohenloher Molkerei

Die Hohenloher Molkerei wird ihren Milcherzeugern ab April 2019 monatlich einen börsenbasierten Festpreis anbieten. Immer am 3. Mittwoch des jeweiligen Monats bietet sie bis zu 12 Monate im Voraus einen Festpreis für Rohmilch an. Diese Festpreise werden von den EEX-Börsennotierungen in Leipzig für Butter und Magermilchpulver abgeleitet. Die EEX in Leipzig ist eine deutsche Terminbörse. Unter anderem werden an der EEX börsengehandelte Kontrakte auf Magermilchpulver, Butter und Molkenpulver angeboten. Das ife Institut e.V. aus Kiel kalkuliert dann als unabhängige Instanz basierend auf den genannten Börsenprodukten Magermilchpulver und Butter den monatlichen Festpreis für die Milcherzeuger der Hohenloher Molkerei.

Über eine Lieferantenplattform erhalten alle registrierten Milcherzeuger Zugang zu den monatlich angebotenen Festpreisen. Die Festpreise werden ca. ein bis zwei Tage vor dem geplanten Handelstermin einsehbar sein.

Am Handelstag können Milcherzeuger zwischen 11 und 23 Uhr ihren Mengenabsicherungswunsch bezogen auf den jeweiligen Liefermonat an die Molkerei übermitteln. Erscheint dem Milcherzeuger der aus Börsennotierungen für Butter und Magermilchpulver abgeleitete Milchpreis als zu niedrig, nimmt der das Festpreisangebot der Molkerei nicht an. In der nächsten Absicherungsrunde kann der Milcherzeuger nun erneut das Angebot der Molkerei prüfen und gegebenenfalls auf das Angebot eingehen.

Sämtliche dieser Schritte werden vollautomatisiert durchgeführt. Schriftliche oder telefonische Kommunikation findet an dieser Stelle nicht statt.

Sobald das monatliche Zeitfenster für die Übermittlung der Festpreis-Milchmengen geschlossen ist, bündelt die Hohenloher Molkerei die von den einzelnen Milcherzeugern übermittelten Milchmengen. Die H. Jürgen Kiefer GmbH als Börsenmakler der Hohenloher Molkerei überträgt das Geschäft an die Warenterminbörse EEX in Leipzig. Durch dieses börsliche Sicherungsgeschäft stellt die Molkerei sicher, dass auch bei fallenden Kursen der Milchpreis ohne Risiko für die Molkerei und damit die teilnehmenden Mitglieder ausgezahlt werden kann.

Sollte es aufgrund eines starken Kursverfalls an der Börse nicht möglich sein, den anvisierten Preis zu sichern, sieht die Molkerei vom Ankauf der Milch ab. Unter allen Umständen soll verhindert werden, dass durch die börslichen Festpreise ein Risiko für die Molkerei und Milcherzeuger entsteht. Im Anschluss an die börsliche Vermarktung erhält der am Festpreismodell teilnehmende Milcherzeuger automatisiert eine Bestätigung über die zum Festpreis vermarktete Milchmenge. Im jeweiligen Liefermonat liefert der Milcherzeuger dann, wie üblich, die gesamte Milchmenge an die Hohenloher Molkerei.

Abrechnung des Börsenfestpreises

In der Milchgeldabrechnung wird die zum Festpreis vermarktete Milchmenge entsprechend des Festpreises vergütet. Die darüber hinaus gelieferte Milchmenge wird entsprechend des jeweiligen monatlichen Milchpreises vergütet. Im Börsenfestpreis für eine Standardmilch (4,00 % Fett, 3,40 % Eiweiß) sind Grundkostenzuschlag, „Ohne Gentechnik-Zuschlag“ und ein durchschnittlicher Mengenzuschlag von 0,5 Cent/kg enthalten. Weiterhin sind sämtliche Kosten der Absicherung sowie eine Basiskorrektur im Börsenfestpreis enthalten.

Liefert ein Milcherzeuger beispielsweise Rohmilch mit den Inhaltstoffen 4,10 % Fett, 3,50 % Eiweiß und S-Zuschlag an die Hohenloher Molkerei, werden zum Börsenfestpreis Fett- und Eiweißkorrekturwerte hinzuaddiert. Auch der S-Zuschlag wird hinzuaddiert, wenn die Qualitätsanforderungen erfüllt sind.

Zugriff auf die Lieferantenplattform der Molkerei

Alle Milcherzeuger der Hohenloher Molkerei sind in der Lieferantenplattform angelegt. Von Seiten der Milcherzeuger ist es notwendig, dass im ersten Schritt eine E-Mail an festpreis@hofgut.net geschickt wird. In der Mitteilung an die Molkerei müssen die untenstehenden Punkte enthalten sein. Sobald die E-Mail-Adresse vorliegt, erhält der Milcherzeuger eine E-Mail und kann dann sein Profil auf der Lieferantenplattform eigenständig freischalten. Mit der Freischaltung des Profils auf der Lieferantenplattform wird gleichzeitig ein Rahmenvertrag mit der Hohenloher Molkerei digital unterzeichnet und ein Einverständnis über die Nutzungsbedingungen erteilt. Beide Dokumente finden Sie auf der Startseite der Lieferantenplattform zur Einsicht. Der erste Handelstermin wird am Mittwoch, 17. April 2019 stattfinden. Damit die Freischaltung für den jeweiligen Handelstermin rechtzeitig erfolgen kann, sollten die Kontaktdaten spätestens drei Tage vor dem Handelstermin der Hohenloher Molkerei vorliegen

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Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Milchpreis

ist doch über den Börsenkontrakt abgesichert. Wo liegt dann das Risiko. Für das untere Drittel auszahlender Molkereien kann die Börse ein Gewinn sein. Es sollte so einfach zu handhaben sein, dass keine Molkerei sich dazwischen schalten muss.

von Gerd Uken

Und wie funktioniert das?

Unter allen Umständen soll verhindert werden, dass durch die börslichen Festpreise ein Risiko für die Molkerei und Milcherzeuger entsteht. Zitat Ende. Kann nur bedeuten das der Börsenpreis der angeboten wird mit einem Abschlag von x Cent angegeben wird. Null Risiko für die Molkerei denn die Menge muss ja glatt gestellt werden zum Börsentag.

von Albert Maier

Schlau gemacht:

In den allermeisten Fällen wird der Auszahlungspreis der Molkerei besser sein als der börsenbasierte Festpreis. Die Zufriedenheit mit dem Auszahlungspreis der Molkerei wird steigen!!

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