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Brandschutz: Sind Sie vorbereitet? Premium

Mit den richtigen Schutzmaßnahmen sinkt die Brandgefahr im Schweinestall deutlich.

Ein Feuer in einem Schweinestall hat immer verheerende Folgen für den Landwirt und seine Familie. Durch den Brandschaden kann der Tierhalter oft monatelang nicht mehr darin arbeiten. Gerade bei größeren Gebäuden geht der wirtschaftliche Schaden schnell in die Millionen. Ebenso schlimm ist die Tatsache, dass bei einem Brand oftmals viele Tiere qualvoll sterben. Die Feuerwehr hat wenig Chancen, alle Schweine aus dem Gebäude zu retten. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Die Gebäude und die Tierbestände werden immer größer.
  • Das Zeitfenster, in dem die Feuerwehrleute ins Gebäude vordringen können, ist sehr eng. Das liegt an der Konstruktionsweise moderner Stalldächer. Diese bestehen meist aus Nagelplattenbindern. Bei diesen verbinden Nagelplatten aus verzinktem Stahl die Balken. Im Brandfall versagt die Statik leider sehr schnell. Oft stürzt das Dach bereits 15 bis 20 Minuten nach Ausbruch des Brandes ein.
  • In Ställen wird heute sehr viel Kunststoff verbaut. Im Brandfall entsteht dadurch sehr viel Brandrauch. Brennen zum Beispiel 10 kg Polypropylen, entwickeln sich 10000 m3 Brandrauch. Bei Materialien, die PE- oder PVC-Verbindungen enthalten, sind es sogar deutlich über 20000 m3.
  • Schweine stehen in geschlossenen Buchten. Die Tiere können den Stall nicht selbstständig verlassen, selbst wenn man die äußeren Türen öffnet.
  • Im Stall freilaufende Tiere – z.B. Sauen in der Gruppenhaltung im Wartestall – ziehen sich bei Gefahr in für sie scheinbar sichere Buchtenbereiche zurück anstatt zu flüchten.
  • Das Einsatzpersonal der Feuerwehr ist häufig unerfahren im Umgang mit Tieren. Schnell entsteht Chaos bei der Tierrettung.

Kurzschluss Ursache Nr. 1

Weil sich die genannten Probleme nicht so ohne Weiteres lösen lassen, sollten gerade in Schweineställen vorbeugende Brandschutzmaßnahmen getroffen werden. Das Risiko eines Brandausbruchs sinkt dadurch deutlich.

Entscheidend ist, an den richtigen Stellen anzupacken. Dazu muss man wissen, wodurch Feuer in Ställen überhaupt entstehen. Brandursache Nr. 1 sind immer noch Kurzschlüsse in den elektrischen Anlagen. In rund 50% der Fälle löst ein Blitzeinschlag, ein Kurzschluss oder ein technischer Defekt ein Feuer aus.

Auf Platz 2 folgen Unachtsamkeiten z.B. bei Schweiß- oder Flexarbeiten. Glühende Funken oder offene Flammen lösen häufig verheerende Brände aus. Auch defekte oder nicht einwandfrei gewartete Gaskanonen stellen eine erhebliche Brandgefahr dar. Durch anhaltend große Hitze im Sommer entstehen ebenfalls immer wieder Feuer. Weitere Brandursachen sind Explosionen oder die Selbstentzündung.

Wie man sich bestmöglich gegen Stallbrände schützen kann bzw. wie man die Feuergefahr senken kann, haben wir für Sie in den folgenden Brandschutztipps zusammengefasst.

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1. Thermokontakt aktivieren

Kurzschlüsse sind die häufigste Ursache für Stallbrände. Daher ist es wichtig, die elektrischen Anlagen optimal zu überwachen. Hilfreich ist z.B. die Aktivierung der Thermokontakte bei Abluftventilatoren. Viele Lüfter sind inzwischen mit solchen Thermokontakten ausgestattet. Sie überwachen die Temperatur der ...

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