DBV sieht Schweinehalter vor großen Herausforderungen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in seinem Bericht "Landwirtschaft in schwierigen Zeiten" die Schweinemäster und Ferkelerzeuger im Land mit schwierigen Verhältnissen und großen Herausforderungen konfrontiert. Unter dem Jahr 2018 stehe bei vielen Schweinehaltern ein dickes Minus unter dem Strich.

Ferkelerzeugung. (Bildquelle: Heil)

Wie der DBV in seinem Bericht „Landwirtschaft in schwierigen Zeiten“ zu wichtigen Agrarmärkten zum Jahreswechsel 2018/19 feststellt, kämpft der Schweinefleischmarkt seit Jahren mit schwierigen Verhältnissen. Die Ferkel- und Schweinepreise seien großen Schwankungen unterworfen, wobei die Täler in Häufigkeit und Ausprägung zunehmen würden.

So seien im Jahr 2018 die Erzeugerpreise in der Europäischen Union im gewogenen Mittel der Mitgliedstaaten um 12,4 % auf 1,42 € je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) gefallen. Im Vergleich zum mittleren Basispreis von 50,70 € für Ferkel im Zeitraum von Januar 2013 bis November 2018 gebe es Abweichungen um fast ein Drittel nach oben bzw. auch nach unten.

Unter dem Strich stehe daher bei vielen Mästern und Ferkelerzeugern ein dickes Minus unter dem Jahr 2018. Die durchschnittlichen Preise für Schweine der Handelsklasse E in Deutschland lägen Schätzungen zufolge bei 20 Cent/kg SG weniger als im Vorjahr.

Die Sauenhaltung stirbt

Besonders hart hat es laut DBV im vergangenen Jahr den Ferkelmarkt getroffen. Nach einem geringen Preisanstieg im Frühjahr hätten die Ferkelpreise fortlaufend unter Druck gestanden. Der Jahresdurchschnitt für ein Ferkel mit einem Gewicht von 28 kg liege bei 44,60 € und somit um 25,2 % unter dem Vorjahresniveau. Der absolute Tiefpunkt sei im Oktober mit gerade einmal 37,50 € pro Ferkel verzeichnet worden.

Wie der Bauernverband mit Blick auf den Schweinefleischmarkt weiter ausführt, sind nach einer bis zum Jahr 2015 stabilen Entwicklung der Tierzahlen in Deutschland die Bestände an Schweinen kontinuierlich um 1- 2 % pro Jahr auf nunmehr 26,9 Mio. Tiere gesunken. Gleichzeitig sei auch ein Rückgang der Tierhalterzahlen um jährlich 3- 4 % zu verzeichnen. Seit 2010 habe jeder zweite Sauenhalter seine Ferkelerzeugung eingestellt, beklagt der DBV. Deutschland importiere so viele Ferkel wie kein anderes Land der Welt, wobei das diesjährige Einfuhrvolumen leicht rückläufig sei. Demnach dürften 2018 insgesamt 11,7 Mio. Ferkel und 3,2 Mio. Schlachtschweine nach Deutschland eingeführt worden sein.

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Sie werden alle geopfert

Zuerst die Schweineleute, dann kam das Softlanding bei der Milch und jetzt sind sie bei den Zuckerrüben angekommen. Geopfert für die Industrie Warum müssen den so viele Schweine eingeführt werden

von Albert Maier

"...beklagt der DBV"

und was macht er? Nichts!

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