„Farmers Defence Force“

Holland: Landwirte vernetzen sich gegen Stallbesetzer

Niederländische Landwirte haben eine Gruppe gegründet, um sich im Falle einer Stallbesetzung gegenseitig zu unterstützen. Die ISN warnt indes vor unüberlegten Handlungen.

Niederländische Landwirte haben die Facebook-Gruppe „Farmers Defence Force“ gegründet, um sich bei Stallbesetzungen durch Tierschutzextremisten gegenseitig zu unterstützen. Die Gruppe zählte am vergangenen Mittwoch (31.7.) bereits mehr als 10.200 Mitglieder. Das Logo zeigt zwei gekreuzte Mistgabeln. Mit einer Internetseite ist die Gruppe unter www.farmersdefenceforce.nl ebenfalls präsent.

Mit der Gruppe reagieren die Landwirte auf die Besetzung eines Schweinestalls in Boxtel durch die Tierschutzbewegung „Meat the Victims“ Mitte Mai dieses Jahres. Wie die Gründer der Bauerninitiative gegenüber der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“ anonym erklärten, wollen die Mitglieder bei zukünftigen Stallbesetzungen rasch Gegendemonstrationen organisieren. Gewalt sei dabei ausgeschlossen, so die Landwirte. Allerdings warnen sie, dass Einbrecher mit Zustimmung des betroffenen Bauern im Notfall durch die Gruppe „entfernt“ würden, wenn die Polizei sich nicht schnell um den Fall kümmere.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) warnte unterdessen mit Blick auf ähnliche Initiativen von Landwirten in der Bundesrepublik vor unüberlegten Handlungen. „Für die Durchsetzung des Rechts ist unser Rechtsstaat verantwortlich. Also bei Bedarf die Polizei rufen - Selbstjustiz ist tabu!“, stellte die ISN klar

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Krahwinkler Jun.

Finde diese indee super

Sowas währe für österreich auch eine überlegung wert

von Andreas Schäfer

Auf unsere Provinzsheriffs kannste pfeifen

die sind nur schnell wenn ein Kipper überladen ist , für mich zählt nur noch "hilf dir selbst so hilft dir GOTT"

von Diedrich Stroman

Was ist das für ein Rechtsstaat?

Der Schutz des Eigentums ist in der Verfassung fest geschrieben! Und wie gehen die Gerichte damit um.,?Es werden doch eher die Einbrecher geschützt, als daß man sich dem Eigentum verpflichtet fühlt?!Und Deutschland ist doch mittlerweile ein Paradebeispiel für das versagen der Politik und des Staates sich schutzwürdig vor seine Bürger zu stellen! Seit die Politik die Bauern zu den Bittstellern dieser Gesellschaft gemacht hat meint doch ein Teil dieser Mitmenschen und NGOs das nur sie Rechte haben und wir Bauern die Fußabtreter dieser Gesellschaft sind! Wir halten immer noch den Spruch, Bauern wehrt euch hoch, denn wer sich nicht wehrt wird von der Politik unterjocht und da sind wir mittlerweile! Die Ehre und das Selbstbewusstsein hat man der Landwirtschaft schon beschnitten, und was die Isn betrifft, die sollen sich lieber um die Preise kümmern und dem LEH mehr auf die Finger hauen! Und Stellung beziehen zu der Kostenlawine die Politik uns um die Ohren haut, angefangen mit Maut und Auflagen Explosion und Bürokratiewahn, was mittlerweile in Diskriminierung nicht mehr zu überbieten ist! Ich beglückwünsche die Holländer, wer sich nicht wehrt lebt verkehrt!!

von Christian Bothe

Einbrüche?

Tolle Sache von den holländischen Kollegen!!Und das wird Wirkung zeigen und nicht dieses Abwägen von Einbrüchen und deren Rechtmäßigkeit durch Gerichte wie OLG Naumburg u.a.

von Michael Behrens

Hofschilder sind bestellt!

https://farmersdefenceforce.nl

von Willy Toft

Es ist schon bedenklich, wenn sich die Bauern schon selber organisieren müssen, wenn ...

vom Rechtsstaat kein Schutz zu erwarten ist! Hier läuft etwas gewaltig in die verkehrte Richtung, freie Meinungsäußerung ist das Eine, aber nicht die andere Meinung mit Gewalt zu unterdrücken, oder diese Respektlos zu begegnen. So fängt der Krieg im Kleinen an, in unserer übersättigten Wohlstandsgesellschaft. Wer auf Dauer eine Gruppe vom "Wohlstand" ausschließt, den gerechten Lohn verweigert, muss sich nicht wundern, das die Gesellschaft verkommt.

von Christian Kraft

Stallbesetzer

Die Eindringlinge üben auch Selbstjustiz aus. Also wenn sie einbrechen fühlt sich der Landwirt bedroht. D.h den selbsternannten Tierschützern gleich eins auf die 12.

von Karlheinz Gruber

Verfall des Rechtsstaates

Wenn der Staat die Bürger (gefühlt?) nicht mehr richtig schützt, dann nimmt der Selbstschutz überhand. Es liegt am Staat gegen das Ohnmachtsgefühl vorzugehen. Nicht gegen die, die ihr eigen Hab und Gut verteidigen. Es kann nicht sein, daß man als Landwirt vogelfrei ist und alle auf Grund und Boden des Bauern machen können was sie wollen. Es liegt am Staat die Rechtsstaatlichkeit zu wahren, oder unter zu gehen. Bei den Bauern beginnt es, mit Straßenwächtern in den Städten geht es weiter und dann? Es gibt Viertel bei uns in D, da fährt die Polizei nur noch in massiver Präsenz vor. Ist das unsere Demokratie? Ist das noch unser Staat? Rechtsfreie Räume? Und die Erwartung, das nur der Staat das Gewaltmonopol hat. Das wird gewaltig schief gehen. Die Anfänge wurden schon gemacht.....

von Reinhard Matzat

Was hat der ISN?

Die wollen erst einschreiten wenn die Polizei, also der Rechtsstaat, nichts unternimmt! Das übt Druck aus das die Polizei nicht nur zusieht, sondern auch zügig handeln muss. Richtig so eine Gruppe zu gründen!

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