Hollands Bauern bleiben auf ihren „Label-Schweinen“ sitzen

Immer mehr niederländische Schweinehalter, die am sogenannten „Beter Leven Programm“ teilnehmen, bleiben auf ihren Tieren sitzen, weil das Angebot die Nachfrage seitens des Lebensmitteleinzelhandels übersteigt. „Wir können nicht mehr alle Label-Schweine zu höheren Erlösen absetzen“, heißt es dazu aus den Niederlanden.

Logo Beter Leven (Bildquelle: Archiv)

Immer mehr niederländische Schweinehalter, die am sogenannten „Beter Leven Programm“ teilnehmen, bleiben auf ihren Tieren sitzen, weil das Angebot die Nachfrage seitens des Lebensmitteleinzelhandels übersteigt. „Wir können nicht mehr alle Label-Schweine zu höheren Erlösen absetzen“, heißt es dazu aus den Niederlanden. Absatzprobleme soll vor allem ein großes deutsches Schlachtunternehmen haben, das mit dem niederländischen Einzelhandel keine festen Abnahmeverträge geschlossen hat. Die Bauern, die an diesen Vermarkter geliefert haben, sind nun die Dummen, denn sie haben in die Label-Produktion investiert und müssen nun die höheren Produktionskosten selbst tragen.

Beim Start des Programms hatte der Lebensmittelhandel noch zugesichert, dass er das Angebot an Tierwohlware in den Läden nach und nach erhöhen und so den Absatz ankurbeln wird. Die Zusicherung kam unter anderem deshalb zu Stande, weil Tierschutzorganisationen massiv Druck auf den Handel ausgeübt haben. Tatsächlich scheint nun aber ein Sättigungseffekt eingetreten zu sein. Wie die Tierschutzorganisation „Schweine in Not“ berichtet, haben mehrere große Supermarktketten ihr Angebot an Tierwohlfleisch in den letzten Monaten nicht mehr erweitert. „Wir sehen hier derzeit einen Stillstand,“, erklärt Hans Baaij von „Schweine in Not“. Die Organisation überprüft regelmäßig auf eigene Kosten, inwieweit der Handel das Angebot ausweitet.
Das größte Angebot an Tierwohlware bietet derzeit Lidl. Rund 68 % des vom Discounter in den Niederlanden verkauften Fleisches wurde unter Tierwohlaspekten erzeugt. Auf Platz zwei und drei folgen Jumbo und Albert Heijn. Im Mittel liegt der Anteil Tierwohlware in den Läden bei 40 %.
 
Das Label-Programm „Beter Leven“ ist dreistufig aufgebaut.

Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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