Ferkelkastration

QS entscheidet über die Zukunft der Ferkelerzeugung

Der Landesverband der Niedersächsischen Schweineerzeuger (LNS) fordert von QS eine Positivliste mit den nach deutschen Rechtsvorschriften zugelassenen Kastrationsmethoden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Importferkel deutsche Ferkel vom Markt verdrängen.

Nach Ansicht des Landesverbandes der Niedersächsischen Schweineerzeuger (LNS) liegt die Zukunft der deutschen Ferkelerzeuger derzeit zu großen Teilen in den Händen der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Wie der LNS in einer Pressemitteilung betont, müsse QS beim nach wie vor heiß diskutierten Thema Ferkelkastration dringend eine Positivliste mit der nach deutschen Rechtsvorschriften zugelassenen Kastrationsmethoden erstellen. Nur so könne sichergestellt werden, dass auch für Importferkel ein höherer Tierschutzstandard bei der Kastration eingehalten wird. Mastbetriebe sollten zudem künftig nur dann den QS-Status erhalten, wenn sie Ferkel nach der von QS herausgegebenen Positivliste einstallen.

„Entscheidend ist, dass die deutschen Ferkelerzeuger rechtzeitig vor dem Ende der Übergangsfrist Ende 2020 vor Wettbewerbsverzerrungen auf der europäischen Erzeugerstufe geschützt werden. Die von Dänemark und den Niederlanden bereits beschlossenen Kastrationsmöglichkeiten sind nach unserer Einschätzung erheblich kostengünstiger als die derzeit von der Bundesregierung favorisierten bzw. zugelassenen Wege. Dadurch werden deutsche Sauenhalter finanziell massiv benachteiligt. Im schlimmsten Fall droht ein massiver Strukturbruch“, erklären die beiden Vorsitzenden des LNS, Heinrich Lütjens und Jürgen Albers gegenüber top agrar. „Den QS-Status dürfen in Zukunft nur solche Ferkelerzeugerbetriebe erhalten, die ihre Ferkel nach den in Deutschland gesetzlich zugelassenen Wegen kastrieren“.

Empfänger von Agrarzahlungen in 2018 veröffentlicht

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Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Philipp Hansen

Der falsche Weg

Dies ist in der Tat der falsche Weg, Protektionismus führt zu Wohlfahrtsverlusten. Wenn die deutsche Bevölkerung und damit die Politik höhere Standards möchte, müssen diese Mehrkosten von der deutschen Bevölkerung getragen werden. Einfach Mitbewerber in einem gemeinsamen Binnenmarkt mit Handelshemmnissen zu blockieren, hätte ich eher von Donald Trump erwartet.

von Hans Eberlein

Der falsche Weg

Dies ist der falsche Weg, wenn die Ferkel nicht kommen dann kommt das Fleisch, Mastställe kann man in ganz Europa bauen wenn Geld verdient wird am Fleisch, Deutschland liegt in der Mitte von Europa und ist immer belieferbar und die Wertschöpfung in nachgelagerten Gewerbe geht auch verloren. Was der Ferkelerzeuger in Europa darf, dies muss auch in Deutschland erlaubt sein. Die Politik muss ihre Hausaufgaben machen.

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