Fahrbericht: Der neue Case IH Optum

Case IH stellt die neue Baureihe Optum vor: Die beiden Modelle rangieren zwischen den Baureihen Puma und Magnum und wurden nach dem Prinzip stark & kompakt entwickelt. Das neue Gesicht der Optum-Baureihe fällt sofort positiv auf, es gibt den Traktoren ein dynamisches und starkes Aussehen.

Der neue Case IH Optum (Bild: Höner)

Case IH stellt die neue Baureihe Optum vor: Die beiden Modelle rangieren zwischen den Baureihen Puma und Magnum und wurden nach dem Prinzip stark & kompakt entwickelt.
 
Das neue Gesicht der Optum-Baureihe fällt sofort positiv auf, es gibt den Traktoren ein dynamisches und starkes Aussehen. Und genau das bezwecken die Case IH-Designer: Die Schlepper sollen professionelle Kunden im oberen Leistungssegment ansprechen, denen der größte Puma bisher noch zu leicht und der kleinste Magnum bereits zu schwer war. Wir konnten den Optum Ende August am Rande einer Pressekonferenz in der Magdeburger Börde Probe fahren. New Holland wird mit ähnlichen Maschinen nachziehen, wohl aber erst zur Agritechnica.
 
Die NEF-Motoren stammen von FPT, also aus dem eigenem Haus CNH Industrial. Die Sechszylinder haben 6,7 l Hubraum und leisten 270 bzw. 300 PS bei Nenndrehzahl und maximal mit Boost 288 bzw. 313 PS. Der untere Teil des Kurbelgehäuses bzw. der Ölwanne ist jetzt als tragendes Rahmenteil ausgeführt, was das Chassis der Maschinen relativ schmal hält. Claas hat bereits seit längerem bei seinen Traktoren Axion 800 und 900 mit FPT-Triebwerk eine ähnliche Lösung.

Motor des neuen Case IH Optum (Bild: Höner) (Bildquelle: Motor des neuen Case IH Optum (Bild: Höner))

Der Optum erfüllt die strenge finale Abgasnorm ausschließlich mit überarbeiteter AdBlue-Technik und kommt ohne Abgasrückführung und Partikelfilter aus (Hi-eSCR). Zusätzlich erhält der Motor jetzt einen einstufigen Turbo mit elektronisch geregelter Geometrie (eVGT). Zwar soll das Triebwerk sparsam unterwegs sein, damit der Optum aber nicht bei langen Arbeitstagen zwischenzeitlich an die Box muss, haben ihm die Konstrukteure einen großen Tank um das Chassis herum konstruiert: Hier kann der rote Schlepper dann 630 l Diesel und 100 l AdBlue schöpfen. Die serienmäßige LS-Hydraulikpumpe fördert serienmäßig 165 l Öl pro Minute durch die Leitungen, eine 223 l-Pumpe gibt‘s optional.

Beim Antriebsstrang haben die Konstrukteure geschickt die Komponenten der beiden Geschwisterbaureihen kombiniert. Die Optum gibt es ausschließlich mit dem europäischen stufenlosen Doppelkupplungsgetriebe des Pumas, das an einigen Stellen verstärkt wurde. Bei der Arbeit und auf der Straße zeigt sich der Antrieb mit seinen vier mechanischen Übersetzungen wie gewohnt gut abgestimmt und einfach zu bedienen.

Kabine des Case IH Optum (Bild: Höner) (Bildquelle: Kabine des Case IH Optum (Bild: Höner))

Gewöhnungsbedürftig bleibt vielleicht der geteilte Handgasschieber, mit dem man auch die Motordrückung vorwählt. Doch beim Start gilt wie immer: Fahrtrichtung vorwählen und losfahren – egal ob per Fahrpedal oder Hebel. Damit beschleunigt man den Traktor dann auf maximal 53 km/h bei sparenden 1600 U/min. An der Zapfwelle stehen serienmäßig vier Übersetzungen zur Verfügung. Interessant ist die optionale Frontzapfwelle, die jetzt auf Wunsch mit den beiden Drehzahlen 1000 und 100E aufwartet (bis 204 PS nutzbar) – das gibt es bisher bei keinem anderen Schlepper ab Werk.

Die Frontachse stammt vom kleinsten Magnum. Beim Optum ist sie ausschließlich gefedert unterwegs. Sie wird von einer langen Schwinge geschoben und vorne über zwei Hydraulikzylinder plus zwei Speicher über 11 cm Federweg gedämpft. Zusammen mit der nassen Bremse ist die Achse auf der Straße bis zu 7,5 t zugelassen. Auch die Hinterachse hat viele Magnum-Parallelen. Sie kann Reifen bis zu 2,15 m Durchmesser aufnehmen. Optional kann der Kunde eine drahtlose Reifendrucküberwachungsanlage ordern, die ihn ab 0,4 bar Druckabfall rechtzeitig warnt. Das System lässt sich mit bis 16 Transpondern auch für Anhänger erweitern. Das zulässige Gesamtgewicht des Schleppers liegt bei 16 t. Der Radstand beträgt knapp 3 m.

In der Kabine fühlen sich Case IH-Fahrer zu Hause, hier gibt es im Vergleich zu den aktuellen Pumas und Magnums kaum Abweichungen – prima, denn der Schlepper hat kaum Geheimnisse. Zwar wurde das Menü des AFS-Monitors aufgeräumt, doch wir fanden bei anderen Tests die Terminals einiger Wettbewerber übersichtlicher.

Ein großer Schritt ist Case IH allerdings mit dem neuen Vorgewende-Management gelungen: Es ist jetzt ziemlich vollständig und vor allem recht einfach zu bedienen. Alle Optum-Traktoren verlassen das Werk in St. Valentin übrigens „Auto-Guidance-Reday“: Auch wenn ein GPS-Lenksystem nicht direkt mitgeordert wurde, sind bis auf die Antenne alle wichtigen Komponenten dafür bereits ab Geburt an Bord.

Zudem bietet Case IH mit dem Optum-Start erweiterte Dokumentations-Lösung und das Telemetrie-System AFS-Connect. Dass der neue Case-IH sogar eine Erleuchtung sein kann, zeigt die optionale Ausstattung mit LED-Technik: Für den Optum gibt’s Pakete mit bis zu 20 Scheinwerfern.

Artikel geschrieben von

Guido Höner

stellv. Chefredakteur

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