Fortschritte und Optimierungen bei der Biogaserzeugung in Kassel diskutiert

Zum dritten Mal hatten das KTBL und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zum gemeinsamen Biogas-Kongress eingeladen. Unter dem Leitthema „Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“ stellten Experten diese Woche in Kassel aktuelle Fortschritte in der Biogastechnologie vor.

Zum dritten Mal hatten das KTBL und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zum gemeinsamen Biogas-Kongress eingeladen. Unter dem Leitthema „Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“ stellten Experten aus Wissenschaft und Praxis am 10. und 11. September in Kassel aktuelle Fortschritte in der Biogastechnologie vor. Über 190 Gäste nahmen am Kongress teil.

In ihren Begrüßungsworten betonten Dr. Steffen Daebeler, Stellvertretender Geschäftsführer der FNR, und Dr. Martin Kunisch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des KTBL, die anhaltende Bedeutung der Biogaserzeugung für die deutsche Landwirtschaft und deren fachliche Begleitung durch die FNR und das KTBL. Ministerialdirektor Clemens Neumann vom Bundesagrarministerium unterstrich die Rolle von Strom aus Biogas und Biomethan als unverzichtbare Bausteine für eine erfolgreiche Energiewende und die Notwendigkeit, das zentrale Förderinstrument EEG zukunftsfähig zu gestalten.

In den insgesamt 30 Vorträgen von Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Politik wurden unter anderem die folgenden Themenbereiche angesprochen:

  • Biogas ist nach wie vor ein wichtiger Baustein der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien. Zu den rund 12 400 biogasproduzierenden Anlagen in Europa – davon allein 8 400 in Deutschland – gehören landwirtschaftliche und gewerbliche Anlagen, Kläranlagen und Deponien mit Gaserfassung und -verwertung. Die Weiterentwicklung und der Ausbau der Biogastechnologie sind wichtig für eine moderne und nachhaltige Energiebereitstellung. Die Branche steht nach Jahren eines rasanten quantitativen und auch qualitativen Wachstums vor neuen Herausforderungen. Die zukünftige Biogasentwicklung wird sich u.a. durch die europäischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, steigende Biomassepreise und einen langsamen Infrastrukturausbau schwieriger gestalten. Gleichwohl hat sich in einigen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Italien und Großbritannien ein Biogasboom entwickelt.

  • Die besondere Rolle der Bioenergie im Zusammenspiel der erneuerbaren Energien ergibt sich aus ihrer Speicherbarkeit und der Möglichkeit, feste, flüssige und gasförmige Energieträger aus Biomasse zu erzeugen. Damit kann sie als Strom-, Wärme- oder Kraftstofflieferant genutzt werden. Der Zuwachs an Biogasanlagen erfolgte in einer kurzen Zeitspanne, sodass Innovationen nur in begrenztem Maße umgesetzt werden konnten. Hier sehen Fachleute noch enormes Potenzial zur Steigerung der Effizienz. Beispielsweise ließe sich die Effizienz des Rohstoffeinsatzes verbessern und damit der Flächenbedarf reduzieren; die Problematik des Gärrestanfalls und der darin enthaltenen Nährstoffe darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

  • Die Anlagentechnik für Biogasanlagen ist für eine bedarfsgerechte Energiebereitstellung anzupassen, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Märkte zu erschließen. Anlagenbetreiber können im Rahmen der Direktvermarktung Mehrerlöse durch die Verlagerung der Stromproduktion in Hochpreisphasen und durch die im EEG festgeschriebene Flexibilitätsprämie erzielen. Ob diese Mehrerlöse ausreichen, um die zusätzlich nötigen Investitionen zu decken, muss jedoch anlagenspezifisch geprüft werden. Zukünftig, da sind sich die Experten einig, werden Produktion und Vermarktung von Strom aus Biogasanlagen verstärkt durch das Geschehen am Markt bestimmt.

  • Die Nachhaltigkeitsanforderungen an die Biogaserzeugung und -nutzung aus europäischer Sicht wurden am zweiten Kongresstag vorgestellt. Die Erneuerbare-Energie-Richtlinie der EU enthält zwar schon heute Nachhaltigkeitskriterien für Biogas, jedoch betreffen diese ausschließlich aufbereitetes Biogas, welches als Kraftstoff eingesetzt wird. Darüber hinaus könnte die EU noch dieses Jahr einen Richtlinien-Entwurf auf den Weg bringen, der Nachhaltigkeitskriterien u.a. für den gesamten Biogassektor definiert. (ad)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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