Zusammenarbeit

Bayern und NRW wollen in Düngeverordnung eingreifen

Die Landwirtschaftsministerinnen aus Bayern und NRW, Kaniber und Heinen-Esser, wollen über den Bundesrat in die Verschärfung der Düngeverordnung eingreifen. Existenzbedrohende Regelungen für bestimmte Betriebe und Anbauverfahren müssten verhindert werden, teilten beide heute nach einem Treffen in München mit. Auch zur GAP wollen sie sich abstimmen.

Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) suchen den Schulterschluss in der Agrarpolitik. Vor der gemeinsamen Sitzung der beiden Länderregierungen in der Münchner Residenz hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber ihre Kollegin Ursula Heinen-Esser zu einem Arbeitsfrühstück ins Ministerium eingeladen.

Die beiden Ministerinnen zeigten sich einig, dass die Bundesländer eng in die agrarpolitischen Entscheidungsprozesse des Bundes und der Europäischen Union einbezogen werden müssen, teilt das bayerische Agrarministerin mit. Insbesondere bei der Umsetzung der Düngeverordnung und bei der anstehenden Neuordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wollen die beiden sich intensiver abstimmen.

Die Landwirtschaftsministerinnen der beiden größten Bundesländer sprachen sich dafür aus, dass bei der erforderlichen Änderung der Düngeverordnung existenzbedrohende Regelungen für bestimmte Betriebe und Anbauverfahren verhindert werden müssten, heißt es aus München weiter. Bei der Förderung der Landwirtschaft durch die EU müsse bis zur Festlegung der neuen europäischen Agrarpolitik weiterhin das bestehende Finanzierungsmodell für die Landwirte und den ländlichen Raum Bestand haben, um Planungssicherheit und Stabilität zu gewährleisten, berichtet das bayerische Landwirtschaftsministerium weiter.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Gerner

Interessenskonflikt.

Unser Wasser ist gut! Die Wasserwirtschaft hat nur schlicht und ergreifend kein Interesse daran, gute Werte nach Brüssel zu melden. Lieber meldet man nur die wenigen problematischen Brunnen, die man hat (siehe Zahl der Meldebrunnen pro 1000km² im Vergleich zu anderen EU Ländern), und erreicht damit, dass alle Flächen im roten Gebiet per Gesetz/Verordnung zu massiver Auszehrung gezwungen werden, als dass man die ehrlichen Durchschnittsbrunnen meldet. Denn dann müsste man in künftigen Gewinnungsgebiete wie bisher mit Entschädigungsleistungen (Ja das kostet die Versorger dann Geld) eine reduzierte Düngung durchsetzen. Ist doch klar, dass die Wasserwirtschaft lieber den "eleganten" Weg geht und schlechte Werte meldet. Nur komisch, dass die Versorger immer betonen, wie excellent ihr geliefertes Trinkwasser ist. Dass bei ihrem Tun etwas nicht zusammenpasst, und die Landwirtschaft zu unrecht an den Pranger gestellt wird, ist denen herzlichst egal.

von Andreas Gerner

@ Hr. Steffek: Wir stoßen eben nicht auf Grenzen

Fakten: 1. Die Bevölkerungszahl ist rückläufig 2. Die Tierzahlen sind Rückläufig 3. Die Verwertung der Nährstoffe wird besser (Dünger ist ja teurer); Folglich kann von einem erreichen von Grenzen keine Rede sein. Wir befinden uns seit geraumer Zeit auf dem Weg der Besserung. Das belegen auch die allermeisten Messreihen beim Grundwasser. Obwohl sich die Bewirtschaftungsweise der landwirtschaftlichen Flächen erst nach Jahrzehnten im Grundwasser bemerkbar macht, ist längst ein postitiver Trend erkennbar. In der öffentlichen Diskussion wird das aber (getrieben von Umweltparteien und sensationsgeilen Medien) ganz anders dargestellt. Da wird ein neuer großer Stall gleichgesetzt mit enorm steigender Tierzahl(ohne zu erwähnen, dass zeitgleich 20 kleine Ställe zusperren), da wird ein "Belastungsmessnetz" an wenigen problematischen Brunnen (teils weit entfernt von Trinkwassergewinnung oder Landnutzung, aber egal!) herangezogen, um Märchen von "schlechter werdendem", "belasteten" oder gar "verseuchtem" "Trink"wasser jammern zu können. Natürlich gibt es Gegenden, wo sich die Tierhaltung zu stark konzentriert hat. Da sollte auch irgendeine Lösung gefunden werden. Aber dafür die gesamte Landwirtschaft zu verteufeln, mit schwachsinnigen Auflagen und Einschränkungen zu belegen, ist völlig unangebracht.

von Gerhard Steffek

Stoßen wir an unsere Grenzen?

Auf der einen Seite steht der Grundwasserschutz, auf der Anderen die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Nahrungsmitteln. Ich kann mich des Gefühls nicht mehr erwehren, daß wir irgendwie mit unserem Lebensstil an unsere Grenzen stoßen. Ich habe erst heute Vormittag noch einen Artikel darüber gelesen das die Stadt München gerne ihr Wasserschutzgebiet im Landkreis Miesbach ausweiten würde, bzw. ein Weide- und Düngeverbot dort erreichen will. Hier treffen mehrere Interessen aufeinander. Die Stadt Miesbach will ein Gewerbegebiet in diese Richtung ausweisen und für viele Bauern würde es unter Umständen das Aus bedeuten. Zudem haben sie einen Grünen als Landrat, der mittlerweile einen schweren Stand hat. Hier zeigt sich für ihn welche Sprengkraft das Aufeinandertreffen von Ideologie und Realität in sich hat. Eigentlich bräuchten wir noch nicht jammern, sind wir doch nach Holland, Belgien und England mit 232 EW/km² erst an vierter Stelle der Bevölkerungsdichte. Aber wir müssen ja den ersten Dreien nicht nacheifern. Denn der Rest der EU ist da erheblich aufgelockerter. Frankreich, Spanien, Italien z.B. nur 100 EW/km². Die können es mit dem Nitrat im Grundwasser leichter handhaben als wir. Hier stellt sich auf alle Fälle definitiv die Frage was wir für einen Weg gehen wollen, bzw. werden. Ein weiter so wird es auf jeden Fall nicht geben. Wenn mich nicht alles täuscht, dann wollen auch die Bauern das nicht. Somit stellt sich die eigentlich nur noch die rhetorische Frage: Wer ist der Treiber an dem immer Mehr?

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