Meyer bleibt bei Gänsejagd unklar

Für die Jagd als Nutzungsrecht macht sich der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden stark und spricht sich damit entschieden gegen die Verkürzung von Jagdzeiten aus. ZJEN-Präsident Heiner Ehlen forderte jetzt den Erhalt umfassender jagdlicher Möglichkeiten und einen breiten Bejagungskorridor.

Christian Meyer; Foto: BUND

Für die Jagd als Nutzungsrecht macht sich der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden stark und spricht sich damit entschieden gegen die Verkürzung von Jagdzeiten aus. ZJEN-Präsident Heiner Ehlen forderte jetzt auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Bad Fallingbostel den Erhalt umfassender jagdlicher Möglichkeiten und einen breiten zeitlichen Bejagungskorridor.

Vor rund 900 Zuhörern war Landwirtschaftsminister Christian Meyer als Gastredner wegen der geplanten zusätzlichen Schonzeit für Gänse unklar geblieben. Während er wenige Tage zuvor auf eine Kleine Anfrage der FDP bestätigt hatte, dass die Jagd in Vogel-Schutzgebieten reduziert werden soll, blieb er auf der ZJEN-Tagung konkrete Aussagen dazu schuldig.

Noch läge kein mit dem Umweltministerium abgestimmter Entwurf zu den Jagdzeiten vor, sagte Meyer. Im Dialog mit allen Betroffenen und Beteiligten wolle die Landesregierung die Jagd in Niedersachsen ökologischer gestalten.

ZJEN-Präsident Ehlen kritisierte, dass der Minister in dieser Frage zu wenig mit den Betroffenen rede und vor den Naturschutzaktivisten einzuknicken drohe. „Als Landwirtschaftsminister sind Sie Anwalt der Bauern, Jäger und des ländlichen Raums, und haben damit den Auftrag, sich für deren Rechte einzusetzen“, mahnte Ehlen.

Recht der Jagdnutzung als Eigentumsrecht anerkennen

Gundeigentümer wehren sich mit Nachdruck gegen eine Verkürzung der Gänsejagd und weisen auf die erheblichen Wertverluste ihrer Eigentumsflächen hin. Die explosionsartig angestiegenen Gänsepopulationen führen zu hohen Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen und treffen hier besonders kleine und mittlere Betriebe. Konfliktpotenzial sieht der Verband auch bei der Diskussion um die Jagdzeiten auf Tauben und Rabenkrähen, die aus Gründen der Schadensabwehr ebenfalls umfassend bejagt werden müssen.

Der ZJEN als Repräsentant von 270.000 Grundeigentümern will einen Konflikt mit der Landesregierung bei der Diskussion um die Jagdzeiten möglichst vermeiden. Als Voraussetzung dafür muss das Recht der Jagdnutzung als Eigentumsrecht umfassend anerkannt werden. Die weiter fortschreitende Siedlungsdichte und die Reviere betreffenden Infrastrukturmaßnahmen bürden ebenso wie die ungehemmte Freizeitnutzung von Flur und Wald den Revierinhabern schon jetzt erhebliche Belastungen auf.

Auch innerhalb der SPD regt sich Widerstand gegen die Einschränkung von Jagdzeiten. Ein neu gegründeter Initiativkreis „Waidgenossen in der Niedersachsen-SPD“ schickt sich an, die Jagd als nachhaltige und legitime Nutzung von Grund und Boden zu verteidigen.

Dass die Grundeigentümer auch dem Naturschutz verpflichtet sind, belegen laut dem Landvolk  mehr als 180 von der Stiftung Kulturlandpflege geförderte Projekte zur Biotoppflege. Mehr als 30 Biogaserzeuger der Region seien zudem dem Verein Bunte Felder beigetreten und haben ihre Maisfelder mit Blühstreifen versehen. Mehr als 40 ha seien auf diese Weise dem Arten- und Naturschutz gewidmet worden, freiwillig und ohne staatliche Fördergelder, so der Bauernverband. (ad)

Hintergrund:
NABU und Jäger streiten um Verbot der Gänsejagd in Niedersachsen (14.11.2013)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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