Taube: „Überdüngung wird weitergehen“

Der Düngekompromiss der Regierung ist noch nicht von Brüssel akzeptiert. Nun kommt auch schon Kritik aus der Agrarbranche. Agrarprofessor Taube hält ihn für nicht ausreichend.

„Das ist nicht mehr als ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Agrarwissenschaftler Prof. Friedhelm Taube von der Universität Kiel im Interview mit der taz . Es sei grundsätzlich positiv, die Düngung in den „roten“ Gebieten mit besonders hohen Nitratwerten um 20 Prozent pro Hektar zu reduzieren. „Aber die umweltschädliche Überdüngung wird weitergehen", so Taube weiter.

Taube sieht insbesondere ein Kontrollproblem. Die Landwirte brächten bundesweit seit fünfzehn Jahren im Schnitt jährlich 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar mehr aus, als die Pflanzen aufnehmen könnten, argumentiert Taube. „Die Behörden werden ihre knappen Kontrollkapazitäten jetzt auf die „roten“ Gebiete konzentrieren. Das lässt befürchten, dass die Überdüngung in den „grünen“ Gebieten umso schneller dazu führt, dass diese auch „rot“ werden“, sagte er der taz.

Eine Existenzgefährdung von Landwirten erwartet Taube nicht. „Die Düngerbedarfswerte bei den meisten Pflanzenarten sind sehr großzügig gesetzt, um es ganz vorsichtig auszudrücken. Deshalb wird sich bei minus 20 Prozent vielfach zunächst kaum etwas verändern“, sagte er. Positivbeispiel ist für Taube Dänemark. Das Land habe mit strengen Regeln gezeigt, dass Landwirte bessere Fruchtfolgen wählten und die Erträge so über Jahre nahezu stabil blieben, die Nitratwerte in den Gewässern aber drastisch reduziert wurden, so Taube weiter.

Die Minus-20-Prozent-Regelung wird laut Taube vor allem eine Reduktion des Mineraldüngereinsatzes nach sich ziehen. „Und das ist angemessen“, sagte er. Viele Landwirte vertrauten nach wie vor nicht darauf, dass die Gülle genügend Nährstoffe für die Pflanzen bereitstelle, obwohl die Wissenschaft das "seit 25 Jahren rauf und runter" ausweise, sagte Taube.

Das Nitratmessnetz hält Taube für repräsentativ. „In den letzten sechs Jahren hat Deutschland das Agrarmessnetz von 65 auf 700 Messstellen ausgeweitet, es ist somit in hohem Maße repräsentativ – an der Dimension des Problems hat sich dadurch nichts verändert“, sagte er.

Kurz kommentiert:

Sicher wird es notwendig sein, das Düngerecht auch in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln. Darüber sollte rechtzeitig diskutiert werden, wenn die aktuelle Novelle in trockenen Tüchern ist. Die Hauptverantwortung für die aktuelle Misere trägt die Politik, die es schon vor Jahren gemeinsam mit dem Berufsstand versäumt hat, rechtzeitig und konsequent Fehlentwicklungen abzustellen. Die Wissenschaft sollte auch weiterhin auf Defizite hinweisen. Dabei sind aber auch das Timing und die Ansprache wichtig.

Auch wenn Prof. Taube bisher fast immer mit seinen Einschätzungen richtig lag, muss die Frage erlaubt sein, ob es zum jetzigen Zeitpunkt zielführend ist, die Landwirte, die ob des auf sie zukommenden Anpassungsbedarfs ohnehin stark verunsichert sind, mit solchen Interviews weiter zu irritieren, noch dazu mit so scharfen Formulierungen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Albert Maier

Ich kann mich nur wiederholen:

Taube ist sofort aus dem wissenschaftlichen Beirat zu entfernen. Seine Approbation für seinen Lehrstuhl gehört ebenfalls auf den Prüfstand. Mit seinen unqualifizierten, unwissenschaftlichen Veröffentlichungen schadet er dem Ruf der seriösen Wissenschaft.

von Ulrich Schleiter

Nur die Landwirtschaft ist zu wenig, da geht viel mehr.

Wie sieht es mit den Abwässern aus Kläranlagen aus? Kleine Anlagen 18mg N je Liter, große Anlagen 12 mg N je Liter. Eine Absenkung auf einheitlich 12 mgN je Liter sollte also auf jeden Fall möglich sein. Wenn man weiß das in NRW jedes Jahr 20Tausend Tonnen N aus Kläranlagen in unsere Gewässer entlassen werden glaube ich das hier ein guter Ansatz wäre.

von Georg Keckl

Prof. Taube wird grandios überschätzt, auch von top-agrar

Die Aussage ist falsch: „Die Landwirte bringen seit fünfzehn Jahren im Schnitt jährlich 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar mehr aus, als die Pflanzen aufnehmen können“. Das ist keine Messung, sondern das „Ergebnis“ der sogenannten „Nährstoffbilanz“, in der die Stickstoffverluste in den Ställen den Böden angelastet werden. Maßgebend ist für diese Betrachtung ist aber die „Flächenbilanz“, die den N-In- und N-Output der FLÄCHEN nachvollzieht ( ab Seite 430 in https://www.bmel-statistik.de/fileadmin/user_upload/monatsberichte/MBT-0060000-2018.pdf ). Eine verlustlose Stickstoffdünung ist nur im luftdichten Labor möglich, die „Überdüngung“ ist nur ein Faktor von vielen für die Höhe der Nitratverluste. Es gibt Böden/Regionen ohne jeden Nitratverlust ans Grundwasser und Böden mit hohen Verlusten. Das die grünen Gebiete wegen mangelnder Kontrolle der Landwirte rot werden könnten, ist abwegig. Nun aber mal Butter bei die Fische: Wo sind die Zahlen in den Nitratberichten, die zeigen, dass die drakonischen Maßnahmen in DK die Nitratwerte "drastisch reduziert" hätten? Die gibt es da nicht. Die Entwicklungen sind ungefähr wie bei uns, man lese die Nitratberichte statt darüber zu schwadronieren. Was die Wissenschaft ausweist und was die Landwirte sehen, kann zweierlei sein. Schlimmstenfalls lehnen die Ackerbauern die Aufnahme von org. Dung ab. Das Messnetz in Deutschland wurde nicht "ausgebaut", man hat von den rund 10000 Messstellen statt wie 2012 nur 162 nun 2016 ganze 697 trickreich "ausgesucht". Dänemark hat 1201 Messstellen. Repräsentativ ist anders, zumal DK geologisch und klimatisch einheitlicher als D ist. Der Gipfel ist aber die Aussage von Prof. Taube: "Landwirte werden in den Intensivregionen Tierbestände reduzieren müssen, weil die Intensität der Tierhaltung schon vorher illegal war." Kein Stall wurde in D illegal gebaut, wo lebt denn Prof. Taube?

von Henrik Plaas-Beisemann

Herr Steggemann

Wenn wir sicher abschätzen könnten, wie viel Dauerhumus neu gebildet wird, wäre diese Bilanz sowohl für die Düngung als auch für den Immissionshandel interessant. Damit ließe sich für unsere Arbeit für den Klimaschutz auch ein Preis finden. Grünland würde damit massiv in Wert gesetzt. Das wir Teil der Lösung sind, kommunizieren wir noch nicht massiv genug nach vorne.

von Heinrich Steggemann

Querdenken

Anstatt noch genauer hinterm Komma zu rechnen, sollten alle Beteiligten mal drei Schritte zurückgehen. Was machen wir da eigentlich??? Wir rechnen wieviele Nährstoffe jährlich auf den Betrieb kommen und wieviele ihn wieder verlassen. Bei dieser Vorgehensweise wird aber kein Anfangs und Endbestand in Tonnen Humus und damit fest verbauter Stickstoff pro Betrieb erfasst . Ich möchte das System auch keinesfalls weiter verkomplizieren. Der einfache alte Nährstoffvergleich sollte mit einigen kleinen Anpassungen auch in Zukunft reichen. Wir brauchen Anreize CO2 im Boden festzulegen. Das geht nur mit dem empfindlichen aufbauenden Bodenleben. Ackerbauliche Querdenker sollten unterstützt werden und vielversprechende Ansätze als Ganzes in wissenschaftlich begleitete Praxisversuche aufgenommen werden. Meine Vision für die Zukunft ist ein nahezu ganzjährig grüner Acker, vielfältige Zwischenfruchtmischungen, keine Sperrfristen mehr, mehrere Düngergaben in wachsende Bestände, auch Zwischenfruchtbestände, biologische Aufbereitung von z.B. Gülle um die Ammoniakverluste ohne teure Lager und Ausbringtechnik niedrig zu halten (hoher Forschungsbedarf!!!!) da fast ausschliesslich in wachsende Bestände gedüngt wird. Leichte und preiswerte Gülleausbringtechnik zum Schutz des Bodens und des Geldbeutels durch fast ganzjährige Auslastung. Anstatt noch mehr Lagerraum zu schaffen, sollten wir das Bodenleben zum Lagerhalter und Logistiker machen, das wieder mit den Pflanzen kommuniziert. Wie konserviert man z.B. die ein bis zwei Tonnen Zucker aus dem Pflanzensaft eines Zwischenfruchtbestandes bei der Einarbeitung fürs Bodenleben, ohne das vorher durch Fäulnis ein grosser Nitratschub entsteht?? Weniger Zeit im Büro, dafür mehr Zeit auf dem Acker für Experimente und Beobachtungen, das wünsche ich uns allen für die Zukunft.

von Henrik Plaas-Beisemann

Das kann so nicht unkommentiert stehen bleiben

Herr Dr. Maidl, ich weiß nicht wie sie zu ihrer Einschätzung kommen, dass die organischen Dünger nicht korrekt auf auch weiter entfernte Flächen ausgebracht werden. Das stellt sich mir völlig anderes da. Wir stellen uns mal zusammen an die A1 in Höhe der Lippe, da können sie sehen was Veredelungsbetriebe an logistischen Aufwand betreiben um die Nährstoffe in die Ackerbaugebiete zu bringen. Wer betrügen will kann mit Schlagbezogene Aufzeichnungen auch betrügen. Dann schreiben Sie auf dem einen Schlag auf und bringen woanders auf. Mit diesem Bürokratiewust verhindern Sie kein Fehlverhalten, aber machen den Ehrlichen das Leben schwer. Deshalb Nährstoffein- und Ausgänge aus dem Betrieb überwachen und jedem Betrieb eine betriebsindividuelle Stickstoffmenge zugestehen, die der Betriebsleiter selbst verwaltet. Wenn er nicht völlig blöd ist, wird er zusehen, dass das knappe Gut Stickstoff effizient verteilt wird. Bei abnehmenden Grenzerträgen heißt das gleichmäßig über die Fläche. Sollte aber tatsächlich eine Fläche Grünland unterversorgt werden, wäre dass in der Praxis ein Gewinn für die Biodiversität. Also wem dient der Bürokratie-Wahnsinn?

von Dr. Xaver Maidl Jun.

Schlagbezogene Nährstoffbilanz wichtig - Überdüngung geht nicht weiter

Die jetzige Düngeverordnung enthält wichtige Schritte zur Reduktion der N-Überschüsse. Der wichtigste Schritt ist die Einbeziehung der Biogasgärreste in die Nährstoffbilanz. Es macht keinen Sinn das Substrat aus großer Entfernung heran zu fahren und den Gärrest auf wenige Flächen zu verteilen. Als zweiter wichtiger Schritt ist die Beschränkung der Ausbringzeiten zu nennen. Auch organische Dünger sollten nur in Zeiten nur in Zeiten des Nährstoffbedarfs der Pflanzen ausgebracht werden. Das größte Defizit meiner Ansicht bei der jetzigen Düngeverordnung ist die Berechnung des Nährstoffsaldos für den Gesamtbetrieb und nicht für die einzelne Fläche. Dies ermöglicht die Pacht von weit entfernten Flächen zur Reduktion des GV-Besatzes pro ha. Die weit entfernten Flächen sehen aber nie organischen Dünger. Würden die Nährstoffbilanzen pro Fläche gerechnet, könnte man sich die aufwendige Düngebedarfskalkulation sparen. Würden die Bilanzen auf allen Flächen auf weniger als 50 kg N/ha gesenkt würde auch der Nitrataustrag sinken, auch in roten Gebieten. – Eigentlich ist das ganz einfach, aber manchmal hat man den Eindruck „warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“.

von Rolf Seyffert

Grüne Gebiete werden rot

Es ist schon eine Unverschämtheit wenn ein sogenannter Agrarwissenschaftler den "grünen" Gebieten unterstellt "Rot" zu werden. Sind wir denn nur noch der Fußabtreter der Nation. Wenn die "grünen" Gebiete bisher ohne Kontrollen grün geblieben sind, sehe ich keinen Grund weshalb dies selbst bei nur verminderter Anzahl von Kontrollen sich ändern soll. Vielleicht wird dort eben anders gewirtschaftet bzw. die Viehbestände sind nicht so hoch.

von Wolfgang Rühmkorf

Prof Taube rechnet mit der Statistik und meint das Mittel zwischen Herdplatte und Eiskübel sei noch nicht erreicht. Wir fordern aber die Orientierung an der individuellen Situation. Darüber hinaus gibt es genügend Versuche die Nachweisen, dass Unterdüngung kaum bis keinen Effekt auf die natürliche Nitratverlagerung zeitigt!

von Karlheinz Gruber

Jörg Meyer

Schauen Sie einfach mal auf die Internetseite des Bauernbundes Brandenburg. Da rührt sich mehr mit deutlicher Ansprache zu den Themen als beim DBV..... und kostet nicht mal soviel......

von Georg Summerer

Danke Willi Billau

deinem Kommentar ist eigentlich nichts mehr hizuzufügen. Top, genau das hatte ich letztes Mal gemeint.

von Jörg Meyer

Wir brauchen Sprecher konventionelle Landwirtschaft

Der heutige bauernverband scheint nicht in der Lage zu sein eindeutig auch für moderne Landwirtschaft zu argumentieren! Man sollte darüber nachdenken der modernen Landwirtschaft ein Podium zu geben! Vielleicht wären hier Arbeitskreise mit Sprechern auf Landesebene ein Anfang?

von Gerd Ulken

Überdüngung

Wie kann so ein Spinner, ohne fachliche Praxis überhaupt so ein Kommentar abgeben. Diese Kopfkranken oberschlauen Leute werden immer mehr.

von Hans Keil

Kurze Anmerkung

@ Dr. Willi Billau „Unser Bauernverband muss radikaler werden, sonst läuft uns die Jugend fort! „ Problem erkannt! Hat ja lange genug gedauert. Ja der Bauernverband muß radikaler werden und sich von der verhängnisvollen Kumpanei mit der ergrünten CDU lösen. Nur reinrassige Interessenvertretung muß im Zentrum der Arbeit beim BV stehen! Nur dazu ist er da! Die Karriereleiter der Ex-Weinkönigin zu stützen steht nicht in der Satzung! Die Sucht nicht weniger BV-Vertreter, nach Hätschelei und Lobhudelei durch CDU-Mandatsträger= „Am-Futtertrog-Sitzenden“ muß aufhören! (Hessenbauer) Wenn nun auch noch die BV-Oberen dem grünen Mainstream hinterher laufen, gute Nacht Landwirtschaft in Deutschland. Eine Abschottung, wie sie dann notwendig wäre, für den geforderten Systemwandel, davon können wir nach all den Erfahrungen den letzten 30 Jahre nur träumen. Ehrlicherweise muß man der Jugend sagen, orientiert euch um und wartet aus der Distanz ab, wie diese Zeit endet. Bei offenen Märkten auch in der EU halten wir das nicht aus. D wird immer Exportland sein und im Agrarbereich Zugeständnisse machen. Siehe Milch u. Rüben etc. Wenn die Einkommen stagnieren o. sinken, wie wird der Verbraucher reagieren? Bei der ganzen Diskussion wird das Thema Wasserverbrauch und damit der geringere Verdünnungseffekt des ganz natürlichen N-Eintrags unterschlagen. Auch die Denitrifizierung der Stickstoffoxydverbindungen wird nicht kommentiert. Diese sind abhängig von der Temperatur (Vant Hoffsche Regel) und können natürlich bei einer hohen Wasserentnahme = geringere Verweildauer → geringere Denitrifizierung, nicht zum Tragen kommen.

von Dr. Willi Billau

Prof. Taube fällt uns in den Rücken

Meine Hohenheimer Zeit ist zwar schon über 30 Jahre her, aber damals hätte keiner unserer Professoren sich erlaubt, die Landwirte bloßzustellen. Bei Prof. Taube habe ich das Gefühl, dass es sich bei ihm um einen grünen Trojaner auf dem Marsch durch die Institutionen handelt. Als Sonderkulturbetrieb sind wir seit 2004 nach QS-GAP und Gutes aus Hessen zertifiziert. Da können wir uns nichts erlauben, warum auch? Stickstoff kostet Geld und wenn ich das ökonomische Optimum erreiche, was will ich mehr? Mit Sicherheit nicht das Grundwasser belasten. In unserem Betrieb haben wir einen ungenutzten N-Überschuß von 47,5 kg im Dreijahresschnitt. Alle Flächen werden im Frühjahr N-min beprobt. Seit 10 Jahren haben wir als Regionalbauernverband Starkenburg maßgeblich in der Lenkungsgruppe der Wasserrahmenrichtlinie mitgearbeitet und im Hessischen Ried 4 Maßnahmenräume eingerichtet. Außerdem bestehen in unserer Region mehrere Kooperationen in Wasserschutzgebieten. Mehr und besser überwacht kann man nicht sein. Im Ried liegen 80 % der Brunnen zwischen Null und 10 mg Nitrat. Selbst die Grundwässer der unberührten Riedforsten haben leicht höhere Nitratgehalte. Die Brunnen über 50 mg, so haben wir stets gefordert, sollten einer Ursachenanalyse unterzogen werden. Hier hat uns das zuständige HLNUG stets verarscht! Für viele Brunnen westlich der Städte, an Deponien, an der Bahnlinie können wir nichts und da macht eine Düngereduktion auch keinen Sinn! Durch undulierende Grundwasserverhältnisse regeneriert sich regelmäßig das geochemische Denitrifikationspotential. Wir Bauern haben uns viel zu lange devot gezeigt. Wer sich nicht wehrt, den tritt man um so mehr! Unser Bauernverband muss radikaler werden, sonst läuft uns die Jugend fort! Prof. Taube ein studentisches Pereat!

von Heinrich Steggemann

@Hendrik Plaas-Beisemann

Schliesse mich Ihren Ausführungen an. An die Redaktion von Topagrar gerichtet: Bitte veröffentlichen Sie eine Aufstellung von Herrn Taube, aus welchen Quellen sich die 100kg zusammensetzen und wo sie seiner Meinung nach verbleiben. Jetzt aber mal eine ganz andere Blickrichtung. Wo bleiben denn rechnerische Bilanzüberschüsse von Stickstoff. Ein Teil entweicht als Lachgas in die Atmosphäre, ein Teil als Nitrat in Richtung Grundwasser, ein Teil des Nitrats wird auf dem Weg nach unten zu Stickstoff und Sauerstoff zerlegt. Bei humusaufbauender Wirtschaftsweise wird der Grossteil des überschüssigen Stickstoffes zusammen mit Kohlendioxid aus der Atmosphäre fest im Boden eingelagert. Pro 1% Humus werden rund 1500 kg Stickstoff und 15000kg Kohlenstoff (entspricht ca. 60 to CO2 ) pro ha verbaut. Anstatt über die absolute Höhe von Bilanzüberschüssen zu diskutieren, sollte genau hingeschaut werden, wo sie bleiben. Ein Bilanzüberschuss von 150 kg kann umweltfreundlich sein, wenn der Grossteil in Humus eingebaut wird. Eine schwarze Null kann ein Problem sein, wenn Humus abgebaut wird, CO2 freigesetzt wird und überschüssiger Stickstoff als Lachgas oder Nitrat verloren geht. Die grosse Unbekannte ist das Bodenleben als Verwalter des Humus. Wir haben uns jahrzehntelang zu wenig mit den Zusammenhängen beschäftigt.

von Karlheinz Gruber

Eine Frage Herr Prof. Taube

Sie als "führender" Wissenschaftler und gelehrter unserer Zunft sagen das wir alle!! zu viel Düngen. Die Effiziens des Biolandbaues in manchen Bereichen lasse ich mal weg... Nachdem Sie aber auch in einem LDW forschenden Institut ihre Brötchen verdienen, stellt sich mir die Frage: WARUM wurden ihre Erkenntnisse, wenn sie so fundamental richtig sind und anscheinend schon so lange bekannt sind, daß wir 100 kg N, die wir zu viel Düngen. Dies entspricht ca. 80 - 100 €/ ha = 8000 bis 10000! Euro bei einem 100 ha Betrieb an Einsparungen nur beim Dünger. Diese Übermenge ist ja dann umsonst und wir verschleudern Geld und Dünger und machen anscheinend die Umwelt kaputt, weil Sie und Ihr Institut nicht vor Jahren dies in die Praxis gebracht haben. Oder wo wurden Ihre Erkenntnisse in der STAATLICHEN Beratung umgesetzt? Glauben Sie Herr Prof. Taube das die Mehrheit (schwarze gibt es überall) von sich aus bereit ist bis zu 10000 Euro einfach so aufs Feld zu verpulvern. Es ist doch eher genau so wie in der Tierhaltung. Auf einmal geht es mit weniger RP in der Ration. Auf einen Schlag. In Wirklichkeit ist Ihre Ansprache gegen die derzeitige Düngung in der LDW durch nur ein aggressives Ablenkungsmanöver gegen das eigene Versagen Ihrerseits und der nachgelagerten Beratung die Sie mit Informationen versorgen zu versorgen haben. Wo sind denn dann auch eigentlich die Praxisversuche, die Ihre Ausführungen nachweislich aufzeigen? Allerdings geht es auch bei der Düngung nur bis zu einem bestimmten Punkt. In DK wurden die Pflanzen gehungert, oder warum waren dort die Werte so schlecht. Wo sind Ihre Nachweisversuche in der Praxis? Ist dies dann wieder von Seiten der Wissenschaft so wie jetzt bei der Überdüngung? Nach dem Motto, wir wissen nichts, deshalb waschen wir die Hände in Unschuld und verurteilen und Richten die Bauern nur um nicht selber gerichtet zu werden. Denn dann werden Ihre Institute geschlossen, weil zu viel Unwahrheiten rausgekommen sind? Ist es nicht eher so? das Sie in der STAATLICHEN Beratung vollkommen versagt haben und nur von sich jetzt ablenken wollen?

von Wilhelm Grimm

"Kurz kommentiert":

Überflüssig und auch noch weitestgehend falsch !

von Michael Behrens

Es wird gehetzt, jeden Tag!

Wie viel Geld der Taube wohl von der taz für diese unglaublichen Vorwürfe/Hetze erhalten hat? Die linke taz hetzt immer wieder gegen die Landwirtschaft! Und die Kommentare unter dem Artikel in der taz zeigen welche Stimmung im Land gemacht wird! Aber es bleibt unbestraft, da der Bauernverband scheinbar sich auch dem Grünen Idealismus anschließen möchte, bzw die Option offen hält!

von Christian Kraft

Überdüngung Herr Taube

Das sie top agrar als gute Fachpresse so einen Schwachsinn überhaupt veröffentlichen gibt mir zu denken.

von Werner und Markus Hauck

Überdüngung

Wenn es um Herrn Taubes eigenes Portemonnaie ginge, dann möchte ich mal sehen ob er dann auch noch so einen Müll von sich geben würde. Sein grünes Ideologie Gelaber ist das allerletzte. Und sowas ist Politik Berater. Leute, meiner Meinung nach ist dieser Mann in dieser Position nicht mehr tragbar.

von Ludwig Rasche

Unfug

Mit Herrn Taube möchte ich mal persönlich sprechen, wird bestimmt interessant.

von Henrik Plaas-Beisemann

Das hat der doch nicht so gesagt?

„100kg/ha bringen deutsche Bauern zu viel aus“ Das hat er bestimmt nicht gesagt, oder es wäre falsch. Die 100 kg N gibt es tatsächlich, das sind aber alle Verluste, sowohl im Stall als auch bei der Ausbringung. Zu suggerieren das Bauern einfach zu viel düngen ist grober Unfug. Wir müssen was an den Stickstoffverlusten tun, und wer nicht die letzte zwanzig Jahre geschlafen hat, weiß auch,dass da schon viel passiert ist. Es liegt in unserem eigenen Interesse möglichst sparsam mit Mineraldünger umzugehen, und organischer Dünger ist so einzusetzen, dass er ideal verwertet wird. Gerade deshalb macht eine Schlag bezogene Obergrenze von 170kgNorg/ha keinen Sinn. Im Grünland macht oft mehr Sinn und in der Gerste weniger. Ich stehe mittlerweile auf dem Standpunkt: Jeder Betrieb sollte eine definierte Menge N düngen dürfen, wie er das tut, sollte jedem selbst überlassen bleiben. Die Menge kann nach Böden, Fruchtfolge, Ertrag und Viehbestand berechnet werden. Am Ende lässt sich das auch noch einfach kontrollieren und der Bauer bleibt Herr im eigenen Betrieb und bekommt nicht für jeden Schlag vorgeschrieben, was er tun oder lassen soll, selbst wenn es in der Praxis völliger Unsinn ist.

von Albert Maier

Einer, der wie Taube...

.... mit solchen Äusserungen gezielt die Position der deutschen Verhandlungsdelegation vor der EU schwächt, und dies schon zum wiederholten male, müsste umgehend aus dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung geworfen werden!!

von Kurt Brauchle

Zitat von Deutschlandkorrespondent Frank Rövekamp:

"Die deutsche Mentaliträt weist die fundamentale Tendenz auf,sich an weltverbessernden Idealen auszurichten, verliert dabei aber den Blick auf die Realitäten und auf andere Auffassungen. Dies führt zu systematischer Selbstüberschätzung, moralischer Arroganz und Alleingängen ohne Rücksicht auf Verluste". Trifft hier mal wieder voll zu.

von Philipp Hansen

DK

In DK sind die Weizenerträge während der Zeit der strengen Düngerestriktionen um 1 t/ha zurück gegangen, der durchschnittliche Proteingehalt des dänischen Weizens lag schlussendlich bei 9%. Das ist Ware, die nur noch schwer vermarktbar ist. Auf meinem Verkaufskontrakt für Futterweizen im Jahre 2017 stand fettgedruckt: kein dänischer Weizen.

von Eggert Delfs

Dänemark als Vorbild?

Mit der Aussage, Dänemark als Vorbild für die Düngepolitik zu sehen, hat er deutlich eine ideologische Einfärbung offenbart. Es scheint ihn nicht zu interessieren, dass sich Dänemark in dieser Zeit von einem einstigen Brotgetreideexporteur zu einem Exporteur von lausigem Futtergetreide, dass auf dem Weltmarkt für seine geringen Proteingehalte allenfalls als 2. Wahl eingekauft. Wenn das Europaweit Schule machen sollte, können sich sowohl die Schwarzmeerregion als auch die Sojaexporteure auf gute Absatzmärkte freuen.

von Hans Nagl

Kein Problem!!!

Grenzen ZU und wir ALLE düngen 100 kg N weniger .

von Martin Fries

Prof. Taube

seine Aussage nicht nachvollziehbar "Die Landwirte brächten bundesweit seit fünfzehn Jahren im Schnitt jährlich 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar mehr aus, als die Pflanzen aufnehmen könnten, argumentiert Taube." wo soll das denn gehen? Herr Taube- es gibt schon jetzt festgeschriebene Obergrenzen, intensive Kontrollen und empfindliche Strafen. Mein Wunsch an topagrar: nicht alles kommentarlos durchwinken und abdrucken (nur weil jemand einen "Namen" hat), Ihr habt doch auch Sachverstand. Diese überflüssigen, weil falschen Aussagen, von Pseudowissenschaftlern provozieren nur!

von Willy Toft

Ich weiß nicht was Herr Taube in DK gesehen hat, aber dort wird alles wieder zurück ....

genommen, was bisher die unbefriedigende Ertragssicherheit der Kulturen betrifft! Er arbeitet mit dem Biolandbau, und da wird es diese Unterschiede bei 20 % weniger Nitrat nicht geben, weil überhaupt nur "Natürlich" gedüngt wird! Dieser Luxuskonsum an Nitrat, den Herr Taube anspricht, gibt es in der Tat, wenn durch wenig Niederschläge, eine Umsetzung in Ertrag, nicht realisiert werden kann. Diese "Wettereinflüsse" liegen aber nicht in unserer Hand. 100 Kg N ist aber übertrieben, und spiegelt nicht die Realität wieder! Der Professor reiht sich in die Reihen der 80 Mio. Bürger mit ein, die uns aufzeigen wollen, was richtig und falsch ist, zum Glück muss er nicht von einem Landwirtschaftlichen Betrieb leben! Der Mainstream fordert nur von der Landwirtschaft, und denkt nie über die Konsequenzen nach!

von Otto Klapfenberger

Blablabla,

(...) Nennt sich, ich habe studiert, bin ein großer Wissenschaftler und habe einfach nur recht mit allem, egal wie groß der Blödsinn . Maßlose Selbstüberschätzung, sehr verbreitet in Deutschland derzeit mit Extremistischen Ausmaß. Schade das D so Dekadent wird

von Albert Maier

Wenn Wissenschaft zu Populismus mutiert...

..... kommt so ein Schmarrn raus, wie Taube ununterbrochen verzapft. Die 100 kg N-Überschuss/ha und Jahr sind das Ergebnis alarmistisch-grüner Arithmetik und keinesfalls wissenschaftlich sauber verifizierbar!

von Klaus Fiederling

Ökonomischer Wahnsinn?

Wenn die Einlassungen von Herrn Prof. Taube zutreffend sind, so muss unsere Gesellschaft auf den marginalen Rest von allenfalls noch 100.000 Vollerwerbsbetrieben in Deutschland überhaupt keine Rücksicht nehmen. Eine Giftigkeit von Nitrat muss demnach wohl grundsätzlich neu definiert werden. Dieser Wissenschaftler sollte dann allerdings auch nicht davor zurückschrecken, unmissverständlich die schutzbedürftige Gesellschaft dahingehend aufzuklären, welche Konsequenzen damit auf dem Fuße folgend einhergehen. Bei einem solchen grandiosen Weitblick dürfte das wohl das geringste Problem sein. // Mir allerdings drängt sich die Frage auf, weshalb Prof. Taubes Lehrmeinung mittlerweile nicht einem Grundlagenwissen gleichkommt. Warum orientiert sich nicht die gesamte LW genau daran? In Taubes Bewusstsein sollte allerdings auch vordringen, wer alles noch absolut verzichtbar ist, wenn erst die letzten 100.000 Vollerwerbsbetriebe in Reihen der deutschen LW erfolgreich eliminiert werden konnten. // Das von ihm zitierte Paradebeispiel „Dänemark“ jedenfalls weist so einige grobe Schönheitsfehler auf ob der desaströsen betriebswirtschaftlichen Konstellationen, wonach jeder dortige Vollerwerbsbetrieb mit mehreren Milliönchen hoch verschuldet ist. - Erstrebenswerte Traumzustände!? // Prof. Taube lebt förmlichst das deutsche/europäische Vorsorgeprinzip: Nüchtern betrachtet ist es von Seiten der Bauern vielleicht durchaus zu begrüßen, wenn geistige Eliten wie er sie repräsentiert, uns Bauern frühzeitig mit einem nicht enden wollenden verbalen Warnschussfeuer förmlichst überziehen, schützt man uns damit vielleicht sogar ungewollt vor einem ökonomischen Selbstmord, vor einer Totalvernichtung unserer über viele Bauerngenerationen hinweg auf unseren Höfen geschaffenen Vermögenswerte, die wir in erster Linie unseren Nachfolgern sichern sollten. Ist es also nicht weitaus sinnvoller, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen und nicht lemminghaft treudoof für ein Modell „Dänemark“ lebensmüde über die Klippen zu springen!? // Wenn seitens der Wissenschaft ein derart sorgloser Umgang mit fremden Portemonnais zur selbstverständlichen Gepflogenheit wird, sollten selbige sich allerdings auch förmlichst von der Ehre gepackt sehen, wissenschaftlicherseits sinnvolle Alternativen aufzeigen zu können. Dahingehend hält sich Herr Prof. Taube bis dato allerdings äußerst bedeckt sehr vornehm zurück. - TOP SECRET, bestens unter Verschluss!?

von Josef Doll

Es gibt keine Wahrheit sondern nur einen Standpunkt

Da sein Standpunkt mehr Demeter, Bioland , oder einfach nur dem Eu-Biosiegel anzusiedeln ist kann ich verstehen. Da seine Ertragserwartungen sowie Preisvorstellungen ganz andere sind als die der kontis. Nur kann der meine Verstehen ?? Ich halte ihre Düngervorstellung für vorsätzlichen Nährstoffentzug. Diesen müssen/können Sie mit Dinkel,Kartoffeln, Einkorn,.... und Leguminosen einer Fruchfolge die " jetzt " Sinn macht begegnen. Die Voraussetzungen der Standpunkte ist nicht gegeben da hier "beide" von (fast) gegensätzlichen gegebenheiten ausgehen. Nun liebe Biobauern 200 kg N Düngung nach Klee auf Dinkel ....... Oder nach Biomais , schnell Weizen ??? aussäen .........

von Georg Summerer

Es gibt in D 294 Landkreise

Das heisst es sind pro Landkreis etwas mehr als 2,3 Messtellen und damit laut Prof. Taube ausreichend um Verursacher von Nitrat im Grundwasser festzustellen. Jetzt mal ganz ehrlich, würde ich so eine Aussage von mir geben, ich würde vor Scham im Boden versinken.

von Josef Meier

Das eigentliche Problem

ist, das es politisch in D-land "nur" noch rote und grüne Gebiete gibt. Wenn Herr Taube in der linken taz uns Bauern als Vergifter diffamiert erwartet er natürlich Unterstützung aus dem kommunistischen Berlin. Wenn das mit der Düngeverordnung wieder nicht klappt dann kann man ja eine Enteignung der ganzen Flächen in Erwägung ziehen wie in Berlin mit den Wohnungen. Das ist zumindest für die dortige Kategorie von Politikern leichter zu vollenden wie ein Flughafen. Das Nitrat im Grundwasser ist sowieso nur ein dehnbarer und niemals zu erfüllender Vorwand.

von Gerd Uken

So ist der ProfDr. Taube eben

Ein Theorethiker wie er im Lehrbuch steht. Das es in Deutschland unterschiedlich zu geht müssste eigentlich jedem klar sein. Es gibt Gebiete mit über 5 GV/ha!!

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Man muß nicht von sich selbst auf andere schließen

Das Kooperationsmodell Schalvo klappt in Ba. - Wü. gut. Was man an der Landkarte der roten Gebiete von DE sehen kann. Früher hat man mit "Zuckerbrot und Peitsche" versucht Politik zu machen. Heute geht man nur noch mit dem "Knüppel aus dem Sack" auf die Landwirtschaft los. Vielleicht ist man aber auch im hohen Norden nur zu Stolz um etwas aus dem tiefsten Süden anzunehmen.

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