Bäcker verärgert über Aigners Brotpreis-Kritik

[31.08.2012]


Bäckerin Bäckerin Bundesagrarministerin Ilse Aigner hat in den vergangenen Tagen stets wiederholt, dass die hohen Getreidepreise keinen Einfluss auf Brot und Brötchen haben dürften, da der Getreide-Anteil nur 4 % des Preises an der Ladentheke ausmache. Das bringt die Bäcker jetzt allerdings auf die Barrikaden.

Wie der Weser Kurier schreibt, werfen sie der CSU-Politikerin vor, die Situation völlig falsch wiederzugeben. Die Getreidepreise seien so hoch wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Bäckereien, die ihr Mehl von der Genossenschaft Bäko-Weser-Ems-Mitte beziehen, müssten z.B. für 100 kg Weizenmehl fünf Euro mehr zahlen – statt 43,50 Euro nun 48,50 Euro, heißt es aus den Backstuben. Laut den Bäckern betrage der Kostenanteil von Getreide an einem Brot mindestens 8 %.

Dass Bäckereien solche Kostensteigerungen berücksichtigen müssten, sei aus kaufmännischer Sicht nur richtig und verantwortungsvoll. In welcher Höhe das sein werde, das hänge von vielen Faktoren ab – jede Bäckerei kalkuliere für sich, und schon jetzt gebe es unterschiedliche Preise, sagt etwa Bäckerin Heike Schnaare aus Bremen.

Laut dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks machen die Zutaten eines Brotes inklusive Mehl insgesamt einen Anteil von 18 bis 25 % am Gesamtpreis aus. Ein wesentlicher Kostenfaktor seien außerdem die Personalkosten. "Beim Wert eines Brotes von einem Euro sind bereits 50 Cent Personalkosten", sagt Geschäftsführer Amin Werner. Darin seien noch nicht die Tarifabschlüsse berücksichtigt, die seit Mitte des Jahres gelten und bundesweit zwischen 3 – 4 % Erhöhung liegen. Auch diese Kostensteigerungen müssten aufgefangen werden.

"In einem normalen Graubrot liegt der Anteil von Getreide bei 55 bis 60 %“, erklärt Schnaare weiter gegenüber der Zeitung. Sie ist verärgert darüber, dass die Politik den Eindruck erwecke, als würden Bäckereien die Situation ausnutzen, um höhere Preise erzielen zu können.

Verantwortlich für die gestiegenen Getreidepreise sind die Kurse an den internationalen Getreidemärkten, erklärt der Weser-Kurier weiter. Auch wenn die Mühlen 95 % des Brotgetreides aus Deutschlands guter Ernte 2012 kauften, würden die Preise des Weltmarktes gelten, der vor allem von zahlreichen Dürren und Ernteausfällen gekennzeichnet ist. (ad)

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Leserkommentare

8 Kommentar(e)
  • Der kleine Unterschied

    [01.09.2012]

    Wenn der Bäcker nicht kostendeckend kalkuliert ist er nach drei Monaten pleite. Hier folgt die Strafe für wirtschaftlich unsinniges Verhalten sofort. Ein Bauer kann aber zwanzig Jahre lang Kredite auf sein Hab und Gut aufnehmen. Wenn der Pleite ist, weiß er gar nicht mehr warum.

    von user10

  • hotpotatoe

    [01.09.2012]

    1 kg Weizenmehl ergibt 40 Brötchen, also liegen wir maximal bei 1,25 Cent/ Brötchen. Noch Fragen? Dann sind es auf einmal Löhne und Energie. Klar vorher haben die armen Beschäftigten nackt in ungeheizten Läden gearbeitet. Wurde das Brötchen eigentlich billiger, als der Weizen auf 10 €/dt runter rutschte?

    von hotpotatoe#001

  • Die Bäcker sind halt keine

    [31.08.2012]

    Bauern die sich immer mehr Arbeit aufladen damit sie 110 dt statt 95dt ernten. Die Kuh muß jedes Jahr 100 kg mehr geben.Das Schwein muß auch jedes Jahr 10 gramm mehr pro Tag bei gleichem Futter zulegen.Nein er bezahlt auch noch 50€ je ha mehr Pacht. Nur weil der Pächter ihm gesagt hat das der Nachbar es kann. Und obwohl wir es dann das auch für die anderen 100ha auch bezahlen müssen. Wir müssen immer mehr machen um effizent zu sein.Und um den Preis halten zu können der im letzten galt. Und da wollen die Bäcker nicht mit uns verwechselt werden. Sie kennen ihren Preis.....

    von elinge

  • Produktivität steigern

    [31.08.2012]

    Dann müssen eben mehr Brötchen gebacken und verkauft werden werden pro Arbeitskraftstunden, moderne Technik macht es möglich. Die besten 25% der Bäckereien verdienen sich sowieso eine goldene Nase, da müssen die anderen auch hin. Diese Brötchen zum Aufbacken werden übrigens schon oft in Polen oder anderen Ländern mit niedrigen Kosten gefertigt.

    von blabla

  • der handel verdient

    [31.08.2012]

    Zwischen dem Getreide frei Landhandel und dem Mehl frei Backstube liegen schon einige Handelsebenen und alle wollen und bekommen schon immer mehr.

    von gerald.hertel

  • Wenn unsere Bäcker ehrlich währen

    [31.08.2012]

    Müßten suie zugeben, daß sie ihren Mehlpreis schon für 2012 festgezurrt hatten(jährliche Kontrakte) Also kann der Preisanstieg nicht am Mehl liegen!! Sondern Energie und Lohnkosten zehren den Verdienst auf....... Also 0,002 cent wären dann ja angebracht wenn sie fürs Mehl schon jetzt mehr bezahlen müßten!:(

    von Friesenkuh

  • [31.08.2012]

    Als Kund an der Ladentheke bin ich auch regelmäßig verärgert, wie ich Preiserhöhungen mit Teils Hahnebüchenen Begründungen hinnehmen soll. Bei Milchprodukten ists auch ähnlich: Joghurt zB, der früher ca 79Pf kostete, ist seit längerem für 59Cent zu haben - umgerechnet etwa 115,6Pf! Das ist in 12 Jahren eine Preissteigerung von ca 45%, und damit mehr als das doppelte der Inflation! Und was macht unser Milchpreis? Die Bäcker sollen mal nicht ganz so viel rumstöhnen. Bei 1kg Graubrot sind nach deren Angaben (siehe Artikel) etwa 600g Getreide, bzw Mehl verarbeitet. Bei 5€/100kg entspricht dies 3 Cent (in Worten DREI Cent) bei einem kg Graubrot. Also bitte Preissteigerungen nicht mit den gestiegenen Getreidepreisen begründen!!!

    von preuße

  • 2009

    [31.08.2012]

    2009, der Roggen kostete gerade mal 7,80€ /dt wurde das Brot nicht billiger, komisch!

    von jml

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