[16.08.2012]
Hans Foldenauer neben Romuald Schaber
Dieses Jahr werden 3.000 bis 5.000 Höfe nicht überleben, da ist sich BDM-Sprecher Hans Foldenauer sicher. Neben den ohnehin schlechten Milchpreisen und dem Überschuss am Markt macht er dafür aktuell auch die Dürre in den Soja-Anbaugebieten der USA verantwortlich. Das Kraftfutter für die Kühe werde einfach unbezahlbar, wird er in der WELT zitiert.
Die Preise für das Futtermittel Sojaschrot sind von Januar bis Juli um fast 50 % gestiegen, die Tonne kostet jetzt etwa 500 Euro. Auch bei anderem Futtergetreide ist der Preis kräftig gestiegen. Die Hoffnungen der deutschen Milchbauern ruhen jetzt auf den Herbst-Verhandlungen der Molkereien mit den mächtigen Handelsketten wie Aldi oder Edeka. Die Aussichten auf höhere Preise sind allerdings schlecht: Der Markt entscheide, wie viel Milch zu welchem Preis abgesetzt werde, sagt Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband. Immerhin: "Die Molkereien werden alles versuchen, bei den Verhandlungen mit dem Handel höhere Preise durchzusetzen."
Die Tüte Vollmilch kostet zurzeit nur 51 Cent. Dies ist laut den Händlern ein sogenannter Eckpreis, ein Fixpunkt, den der Kunde im Kopf hat und den der Laden nicht groß überschreiten darf. Allerdings ist der Druck bei Milchprodukten wie Käse oder Buttermilch lange nicht so hoch, weil die Kunden meist keinen Preis im Kopf haben - Industrie und Handel können weit profitablere Spannen durchsetzten.
Die deutschen Milchbauern sehen sich schon wieder in einer Lage wie vor der großen Milchkrise 2008/2009, als sie mit öffentlichen Aktionen wie dem Verschütten der Ware auf ihre schlechte Lage aufmerksam machten, resümiert die WELT. "Wir brauchen 40 Cent pro Liter", sagte Foldenauer, "sonst geht es auf Dauer nicht." (ad)
vgl.:
Welzmiller: Laufzeiten der Kontrakte anpassen! (15.8.2012)
Milchpreise rutschen unter 30 Cent (10.8.2012)
Milchpreise zwischen Hoffen und Bangen (10.8.2012)
EMB will Milchbauern europaweit bündeln (10.8.2012)
Milchmarkt stabilisiert sich EU-weit (8.8.2012)
Leserkommentare
Fachkräfte wollen aber auch gut bezahlt werden...
[17.08.2012]
von alorie
Scheinheilig!!!!!!!!!!
[16.08.2012]
Wenn Foldenauer`s über 1000 € Pacht zahlen müssen, dann sollten sie doch eigentlich froh sein über jeden Betrieb der aufhört oder aufhören muss und das sind sie mit Sicherheit!! Wasser predigen und selber Wein trinken, so outet sich jetzt der katholische Hans!!!!!!! Damit sich der überhitzte Pachtmarkt entspannt, müssen nicht nur 5000 Betriebe aufhören, sondern 50000 Betriebe. Liebe Heike, wenn der Milchpreis passt, dann stockt dein künftiger 600 Kuh-Nachbar auf 1200 Kühe auf und der Wettbewerb wird noch schärfer. Da ist eine Entwicklung im Gang die niemand mehr aufhalten kann, weil es mit der heutigen Technik einfach machbar ist!!!! Und auf der anderen Seite werden überall gute, zuverlässige und hochmotivierte Fachkräfte gesucht.
von holstein-paule
Leider immer noch wie damals!!!!!
[16.08.2012]
Beim lesen dieser Kommentare wird einem leider nur eines bewußt. Das ich Top Agrar eigentlich sehr gerne lese, aber wenn ich zu den Kommentare komme, feststellen muß das über Jahre hinweg nur die gleichen angestellten Klugschreiber beider Gruppierungen ihren Senf abgeben. Solange solche sogenannten Berufskollegen außer Schtuss schreiben und willkürlich Milch ohne Verstand produzieren ihre Daseinsberechtigung haben wird sich für uns nicht`s ändern. Gruß aus dem Allgäu
von presele
vorwärts und nach vorne schauen um zukunft zu gestalten
[16.08.2012]
jeder hat das RECHT zu kritisieren,aber jeder sollte auch über genügend herzblut verfügen, die dinge zum besten zu ändern.da ist es wenig hilfreich aus seinem herzen eine mördergrube zu machen.-ich bin umgeben von mittlerweile zwei biogasanlagen und in naher zukunft von einem 600 er milchviehbetrieb .das kann man nur überleben ,wenn sich der milchpreis an den tatsächlichen betriebskosten orientiert.man spürt ,dass die befreiung des marktes fortschritte macht ,die befreiung der menschen macht rückschritte -milchabliefern um jeden preis ist nicht HUMANISTISCH und der gute raiffeisen würde bitter weinen. es gibt nichts was man nicht beim 3.anlauf erreichen könnte.gemeinsam können wir veränderungen zum besseren möglich machen.herzlichst
von heike comeback
Aha!
[16.08.2012]
Milchbauern ohne "Streikbereitschaft" denken also nicht mit. Bequem und dumm? Milchbauern haben tatsächlich ein gutes Image - außer denen, die die Milch verspritzt haben ("vielfältige Aktivitäten"). Das sind die Fakten!
von wolfgangheinrich
Wir haben gutes Image!
[16.08.2012]
Wir Milchbauern haben ein sehr gutes Image.Durch unsere Streikbereitschaft ist unser Ansehen nur gestiegen.Wir haben uns Respekt verschafft durch unsere vielfältigen Aktivitäten.Das größte Problem sind die bequemen Bauern,die nicht mitdenken.
von rita#001
Fehler im System
[16.08.2012]
Leider wird es immer so weitergehen, wenn wir dieses System so beibehalten. Mit Höhen, die beim Durchschnittsbetrieb nicht einmal die Vollkosten decken und Tiefen, die alle massiv Geld verbrennen lassen. Anstatt uns auf die Gnade der Molkereien oder des LEH zu verlassen oder Berufskollegen zu beschimpfen, sollten wir viel mehr Anstrengungen unternehmen, um tatsächlich am Markt teilzunehmen. Wobei ersteres natürlich leichter ist, allerdings rein gar nichts bringt, außer, dass Aktionismus vorgetäuscht wird.
von Doris Peitinger
Bauern vernichter
[16.08.2012]
Was hat eine Hans Foldenauer für die Bauern bewirkt? Neid?Wenn er seinen subventionierten Vorteil aus nützt um den Milchviehbetrieben in der Umgebung die Zukunft zu verbauen. Mir gehts um die Sache das die Milchviehhalter in anderen Regionen auf sein scheinheiliges Verhalten nicht reinfallen. Milchwettschütt Aktionen,Milch mit Güllefässern auf Felder versprühen.Das sind Aktionen die die Bevölkerung ablehnen.Da macht der BV viel mehr zur Imagepflege. Meint ihr die Nichtlandwirschaftliche Bevölkerung ist erhaben wegen der Verkahrsbelstung.
von
@ werni
[16.08.2012]
Da scheint wohl das eigene Ego ganz schön angekratzt zu sein wenn man deinen Neid so zwischen den Zeilen durchhört. Alle dürfen sich in den gesetzten Spielregeln bewegen aber manche wollen sie auch für die Interessen der Bauern verändern und nicht nur wie der DBV für das nachgelagerte Gewerbe. Nichts desto trotz Frohes immer mehr schaffen wenns auch für dich im Endeffekt nichts bringt.
von Ghostbusters
Dass die Molkereien alles versuchen um höhere Preise durchzusetzen glaube ich nicht, Herr Börgermann!
[16.08.2012]
Solange bei den Molkereien Menge vor Preis gilt wirds nichts werden mit besseren Preisen. Es sind heute dieselben Leute, die destruktiv herummeckern, die noch vor dem historischen 40 Cent Herbst in 2007 diesen Milchpreis als völlig utopisch und unmöglich für Bauern zu fordern erklärt haben. „Der Markt“ war seinerzeit aber schlauer und hat komischerweise allen beim Oktobermilchgeld diesen gebracht. Personen, die fernab fachlicher Argumente sich hier darauf beschränken ihren Neid zur Schau zu stellen, sind für mich nicht ernst zu nehmen. Ich finde der Hans Foldenauer hat neben vielen anderen im BDM sehr dazu beigetragen, dass die Milchbauern ein so großes Ansehen in der Bevölkerung haben – trotz, oder gerade wegen ihrer Streitbereitschaft!
von helmut_ehrlicher
Master of Deaaster
[16.08.2012]
Sein Sohn trägt mit dem Pachtwahnsinn von 1500 Euro/ha und Frühverrentung der Betriebsleiter entscheidend dazu bei.Zuerst mal vor der eigenen Türe kehren bevor man mit dem Finger auf andere zeigt. Es wir Zeit das solche Leute wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.
von
Hand in Hand ..
[16.08.2012]
.. geht BDM-Sprecher Foldenauer mit dem Grünen Ostendorff, der die gleiche Anzahl von Milchbetrieben "zumachen" sieht. Der BDM ist eben politisch neutral! Und wieso reichen dem BDM bei diesen zugegeben verdammt hohen Kosten für Futtermittel 40 Cent für "seine" Bauern. Bereits 2007 hatte man 40 Cent gefordert, bei ganz anderen Kostenstrukturen! Seltsame Kalkulation!
von wolfgangheinrich
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