[06.07.2012]
Fleckvieh auf der Weide
Gegen eine neue Mengenregulierung nach dem Milchquotenende 2015 hat sich vor kurzem der der Geschäftsführer der Genossenschaft Allgäu Milch Käse, Hubert Dennenmoser , ausgesprochen.
Die Molkereien müssten heute im Geschäft ganz anders agieren als noch vor 20 Jahren. Heute sei die Entwicklung in China genauso wichtig wie ein Abschluss mit dem heimischen Lebensmitteleinzelhandel.
Der aktuelle Käsepreisabschluss mit dem deutschen LEH erlaubt nach Angaben von Dennenmoser ein Milchgeld von 32 Cents/kg. Der Spotmarkt für Milch liege derzeit bei 27 Cents bis 28 Cent pro Kilogramm. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass der Spotpreis demnächst zwischen 29 Cents und 30 Cent liegen wird. Entscheidend für die weitere Entwicklung werde sein, wie umfangreich ab November das Angebot aus Neuseeland ausfalle und wie hoch die Nachfrage auf dem Weltmarkt dann sein werde.
Eine klare Absage erteilte Dennenmoser Bestrebungen zum Aufbau einer Milchmengenregulierung im Anschluss an die auslaufende Quotenregelung. Die Eurokrise habe die mentalen Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten aufgedeckt. Die Milchquotenregelung sei in den südlichen Mitgliedsländern nie richtig umgesetzt worden, so Dennenmoser, der deshalb eine neue Reglementierung für nicht sinnvoll und auch nicht für machbar hält. (AgE)
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Leserkommentare
Ein Teufelskreis für die Bauern
[06.07.2012]
Es ist immer wieder die gleiche falsche rhetorische Behauptung, dass der Weltmarkt die einzige Rettung sei. Er wird aber immer angeführt um indirekt weitere Mengenausdehnungen auf niedrigem Preisniveau herbei zu führen. Der Milchpreis darf nämlich nicht steigen, sonst ist wieder die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt gefährdet. Zu guter Letzt nimmt man dann den Weltmarkt wieder her und begründet darauf stetig:" Es ist zuviel Milch am Markt", wir können nicht mehr zahlen .... Wenn man weiß wie wenig Milch überhaupt in Drittländer über den sogenannten Weltmarkt abgesetzt werden, finde ich diese Prahlerei schon ziemlich dreist und gefährlich.
von helmut_ehrlicher
Dennenmoser ...
[06.07.2012]
... ist mit diesen Äusserungen leider exemplarisch für große Teile der Branche, einem falschen Mainstream huldigen, gepaart mit einem grandiosen Maß an Selbstüberschätzung. Wenn die Quote fällt, wird es ihn mit samt seiner Molkerei ebenfalls vom Markt fegen...
von sebontch
Klar, ein Molkereiboß hat an einer Regulierung kein Interesse
[06.07.2012]
Er möchte in der Lage sein, möglichst billig Rohstoff einzukaufen. Das Fatale daran ist aber, er ist auch laut Satzung seiner Genossenschaft dazu verpflichtet den Genossen bestmögliche Erlöse durch gemeinsamen Geschäftsbetrieb zu ermöglichen. Insofern hätt ich durchaus verständniss wenn diese Forderung aus dem Mund eines Privatmolkers gekommen wäre.Ob er sich bewusst ist, was passiert, wenn durch Marktungleichgewicht er nicht mit den Auszahlungspreisen hinterherkommt? Im besten Fall Fusion mit dem größeren, der Ihn an die Wand gedrückt hat. Im schlechtesten Fall eine Übernahme oder Pleite. Hier wird Bauerngeld verbrannt. Aber was interessierts einen Geschäftsführer! Das Ehrenamt sollte solche Angestellten in die Schranken weisen!
von Hardthof
Südliche Länder
[06.07.2012]
Wen meint er da denn wohl mit- unsere Quote ist auch ständig unterwandert worden und hat so nie gegriffen.
von Friesenkuh
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