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Aufforstung

In Osttirol werden Baumsamen per Drohne gestreut

In Osttirol werden jetzt an Steilhängen erstmals Drohnen eingesetzt, um Samen von robusten Laub- und Nadelbäumen aus der Luft abzuwerfen.

Lesezeit: 3 Minuten

In Osttirol wurden im Rahmen eines Pilotprojektes für Wiederbewaldung kürzlich Baumsamen in unzugänglichen Waldabschnitten mittels Drohnen aus der Luft abgeworfen. Damit kann die Wiederbewaldung auch auf jenen Waldstellen erfolgen, die vom Boden aus nur schwer bzw. gar nicht erreichbar sind. Neben der speziellen Saatmethode zeichnet sich das Pilotprojekt zudem durch eine besondere Beschaffenheit des Saatguts aus. Die Probeflächen für die Erstbefliegung befinden sich in den Gemeinden Ainet, Assling, Iselsberg-Stronach, Oberlienz und Sillian. Das Pilotprojekt wurde in enger Kooperation der Landesforstdirektion sowie der Bezirksforstinspektion Osttirol entwickelt.

"Wetterextreme und der Borkenkäfer machen dem Wald vor allem in Osttirol zu schaffen. Zur Wiederherstellung der Schutzfunktion müssen wir Kahlflächen so rasch wie möglich wiederbewalden. Gerade in schwer zugänglichen, steilen Gebieten ist das auf herkömmlichem Weg oft nicht möglich. Mit diesem innovativen Pilotprojekt gehen wir neue Wege. Sind die Versuche erfolgreich, kann uns das bei der Aufforstung unzugänglicher Lagen nicht nur in Tirol, sondern im gesamten Alpenraum helfen", erklärt Forstreferent LHStv Josef Geisler.

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250 kg ummantelte Samen als Erfolgsrezept

Für das Projekt zum Einsatz kam eine spezielle Agrardrohne mit einer Nutzlast von rund 20 kg. Diese lud die Samen auf, bevor diese anschließend über dem Zielgebiet verstreut wurden. Verwendet wurden Samen von unterschiedlichsten Baumarten - darunter Birken, Vogelbeeren, Lärchen, Weißkiefern und Faulbaum. Neu ist nicht nur die Verwendung von Aussaatdrohnen, sondern auch die spezielle Beschaffenheit des Saatgutes, wie Landesforstdirektor Josef Fuchs erklärt: "Es gab bereits verschiedenste Projekte mit Aussaatversuchen. Diese zeigten jedoch sehr geringe Anwuchserfolge. Deswegen haben wir eine spezielle Ummantelung für die Samen entwickelt. Konkret ist jeder einzelne Samen von einer Schicht von Tonmineralien ummantelt. Damit wird gewährleistet, dass die Samen punktgenau ausgebracht werden können und nicht durch allfällige Windströmungen verfrachtet werden. Die Ummantelung schützt zudem das Samenkorn vor Mäusefraß und speichert Feuchtigkeit für die Phase der Keimung."

"Für das Pilotprojekt wurden insgesamt 250 kg an ummantelten Saatgut in verschiedenen Waldstücken in den Gemeinden Ainet, Assling, Iselsberg-Stronach Oberlienz und Sillian verteilt", erklärt Erich Gollmitzer, Leiter der Bezirksforstinspektion Osttirol und führt aus: "Insgesamt 20.000 m2 an kahler Waldfläche wurden beflogen. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der Gebietsbauleitung der Wildbach- und Lawinenverbauung jene Flächen ausgesucht, die einen direkten Objektschutz bieten und dringend wiederbewaldet werden müssen. Weitere Kriterien für die Auswahl der Hänge waren die fehlende Begehbarkeit der Flächen oder die direkte Gefährdung von Arbeitskräften durch Steinschlag." Erste Erfolge des Pilotprojektes zeigen sich frühestens in zwei bis drei Jahren.

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