FFH-Mähwiesen richtig bewirtschaften Plus

Konkrete Vorschriften zum Bewirtschaften von FFH-Mähwiesen gibt es nicht. Entscheidend ist es, den Zustand zu erhalten. Dieser Leitfaden hilft Ihnen dabei.

Extensiv genutzte Mähwiesen sind häufig im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie europaweit als Lebensraumtyp geschützt. Dabei unterscheidet die Richtlinie zwei Lebensräume: die magere Flachland-Mähwiese (Glatthaferwiese mit dem Code 6510) und die Berg-Mähwiese (Goldhaferwiese, Code 6520). Bundesweit gibt es aktuell 153614 ha Flachland- und 18051 ha Berg-Mähwiesen – das sind zusammen rund 4% der gesamten deutschen Grünlandfläche.

Gezielt bewirtschaften

FFH-Mähwiesen werden extensiv, d.h. ein- bis zweimal, selten dreimal jährlich überwiegend durch Mahd genutzt. Mit 30 bis 45 Pflanzenarten/25 m² bestehen sie meist aus doppelt so vielen Arten wie intensiv genutztes Wirtschaftsgrünland. Daher sind die Bewirtschafter dieser Flächen besonders gefordert. Denn die Artenzusammensetzung und die Vegetationsstruktur der FFH-Mähwiesen müssen erhalten bleiben – es gilt das sogenannte Verschlechterungsverbot.

Gehen die für den Lebensraum charakteristischen Pflanzenarten (siehe „FFH-Mähwiesen“ auf Seite 81) oder typische Strukturen zurück bzw. verschwinden ganz, verschlechtert sich der Zustand der Mähwiesen – bis hin zum Verlust des FFH-Status. Das kann für die Bewirtschafter CC-relevant sein. Folgendes könnten Ursachen für eine Verschlechterung sein:

  • Eine veränderte Bewirtschaftung wie häufigeres Schneiden oder Düngen,
  • eine Bewirtschaftungsaufgabe oder
  • Störungen wie Weidetritt und Fahrspuren.

So führt z.B. die Zunahme von Obergräsern oder ein verstärktes Auftreten von Pflanzenarten, die als Störzeiger gelten, wie Brennnessel, Weidelgräser oder Bärenklau, zu einer schlechteren Bewertung des sogenannten „Erhaltungszustands“. Dieser gibt Auskunft darüber, wie „gut“ die Wiese aus Sicht der FFH-Richtlinie ausgeprägt ist. Den Erhaltungszustand bewerten unabhängige, gezielt geschulte Botaniker alle sechs Jahre nach den Vorgaben der Richtlinie.

Bei der Bewirtschaftung ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Da die FFH-Mähwiesen durch eine wenig intensive Landbewirtschaftung (wenige Schnitte, geringe Düngung) entstanden sind, empfiehlt es sich, sie auch weiterhin entsprechend zu bewirtschaften. Dabei hilft es, den Bestand genau zu beobachten, ob er...

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