Kein Stress mit Unkräutern im Raps Plus

Nur wenn sich junger Raps gut entwickelt, reicht die Herbizidleistung aus. Warum und mit welchen Strategien Sie den Unkrautbesatz in Ihren Beständen ausschalten können, darüber berichtet Günter Klingenhagen, LWK Nordrhein-Westfalen.

Herbizide allein können nichts! Entscheidend für die Unkrautkontrolle ist der Raps selbst. Je besser es gelingt, einen gleichmäßigen Bestand hinzustellen, desto durchschlagender ist der Erfolg des Herbizidein-satzes.

Ist es trocken, verträgt Raps durchaus Saattiefen von 2,5 bis 3 cm. Dadurch lassen sich die Saatkörner auf die noch feuchte Bodenschicht legen. Zudem reduziert die etwas tiefere Ablage das Risiko von Schäden durch Bodenherbizide. Auf tonigen Böden hat es sich bei Trockenheit bewährt, nach der Saat zu walzen. Das verbessert den Auflauf, erhöht die Herbizidverträglichkeit und -wirkung und dämmt die Bewegungsfreiheit von Schnecken ein.

Den Start nicht verkorksen:

Wer Raps nach Getreide in Mulchsaat anbaut, sollte eine N-Düngung im Herbst einplanen. Nach neuer Düngeverordnung darf man bei Bedarf noch 30 kg Ammonium-N/ha oder 60 kg Gesamt-N/ha mineralisch oder organisch düngen. Läuft in der Mulchsaat viel Ausfallgetreide auf – was oft der Fall ist – empfiehlt es sich, diese Konkurrenz früh zum 2-Blattstadium der ersten Auflaufwelle auszuschalten. Bei Wasserknappheit darf sich das Ausfallgetreide aber auch schon vor der Saat nicht zu üppig entwickeln.

Falls Sie bei Trockenheit vor der Saat den Pflug einsetzen wollen, sollten Sie „zehn Minuten“ danach säen. Die noch vorhandene Restfeuchte sorgt dann für einen gleichmäßigen Auflauf. Weil Pflugsaaten empfindlich gegenüber Starkniederschlägen sind, ist es wichtig, bei der Saatbettbereitung einen guten Kompromiss zwischen dem Feinerdeanteil und dem Anteil an regenstabilen Aggregaten zu finden.

Nicht zu viel Metazachlor!

Je schneller sich die Bestände entwickeln, desto eher helfen sie mit, die Unkräuter zu unterdrücken. Bei den Wirkstoffen ist dann Metazachlor die Basis der Unkrautbekämpfung. Enthalten ist er in allen Butisanen, aber auch in Fuego und Fuego Top.

Das Problem des zum Teil sehr wasserlöslichen Wirkstoffs ist, dass er beim Abbau im Boden sogenannte Metabolite (Abbauprodukte) bildet. In Regionen mit hoher Rapsanbaudichte oder mit sorptionsschwachen Böden wurden diese Metabolite im Grundwasser gefunden.

Grundsätzlich ist es im Sinne aller Beteiligten, die Funde auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei hat die Landwirtschaft zwei Ansatzpunkte:

Immer wichtiger wird daher auch eine ausgeklügelte Herbizidstrategie. Mit welchen neuen Produkten sich die Metazachlormengen senken lassen, entnehmen Sie dem Kasten auf Seite 64.

Strategie für Ihren Raps:

Sind die Bedingungen für Vorauflaufeinsätze günstig (feuchte Böden, gute Bodenstruktur), empfiehlt sich Folgendes: Gegen Kamille, Klette, Vogelmiere, Vergissmeinnicht, Taubnessel, etwas Hirtentäschel und Mohn reicht Fuego Top aus (siehe Übersicht 1). Optimal ist es, wenn Sie 3 bis 5 Tage nach der Saat behandeln. Zu diesem frühen Termin können und sollten Sie die Aufwandmenge reduzieren: Auf besseren Böden von 2,0 l/ha auf 1,5 l/ha, auf leichten und sorptionsschwachen Böden auf 1,25 l/ha.

Wer auch Storchschnabel bekämpfen muss, sollte Fuego Top durch Butisan Gold ersetzen. Dieses Herbizid lässt sich ebenfalls im Vorauflauf anwenden und erreicht zu diesem Termin die beste Wirkung. Häufig tritt Storchschnabel am Feldrand stärker auf. Arbeiten...

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