Sichere Spritzfolgen für saubere Rüben Premium

Nur eine nach den Leitunkräutern ausgerichtete Strategie bringt hohe Wirkungsgrade und schont den Geldbeutel. Um welche Wirkstoffe Sie die Basisherbizide je nach Situation ergänzen sollten, erklären Friedrich Windheim und Dr. Bernhard Werner, LWK Niedersachsen, Hannover.

Mit rund 300 €/ha sind die Kosten für den Herbizideinsatz in Rüben hoch. Wer zusätzlich noch Problemunkräuter bekämpfen oder nicht vollständig erfasste Unkräuter nachbehandeln muss, landet oft sogar bei 400 €/ha und mehr. Planen Sie die Herbizidmaßnahmen daher genau. Jeder Fehler wirkt sich direkt auf den Betriebsgewinn aus. Entscheidend ist, die Strategie schlagspezifisch auf die jeweiligen Leitunkräuter auszurichten.

Wie wichtig eine ausgeklügelte Herbizidstrategie ist, zeigte sich vielerorts im vergangenen Frühjahr: Zur NAK 1 waren die Böden meist feucht und die Wirkungsgrade daher gut. Danach folgten niederschlagsarme und zeitweise auch frostige Witterungsabschnitte. Ab der NAK 2 kamen somit die bodenaktiven Wirkstoffe Ethofumesat, Metamitron, Chloridazon und Dimethenamid in ihrer Wirksicherheit und Verträglichkeit schnell an ihre Grenzen. Um unter diesen Bedingungen noch eine ausreichende Wirkung gegen Ausfallraps, Knötericharten, Weißen Gänsefuß oder Bingelkraut zu erzielen, ist Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der blatt-aktiven Herbizide und des optimalen Einsatztermins gefragt.

Lauernde Resistenzgefahr:

Viele Wirkstoffe von Rübenherbiziden besitzen den gleichen oder einen ähnlichen Wirkmechanismus wie in anderen Kulturen zugelassene Mittel. Bei jährlich wiederholtem Einsatz dieser Wirkstoffe in der Fruchtfolge nimmt die Gefahr von Resistenzen deutlich zu. Beim Metamitron beobachtet man seit einigen Jahren Bekämpfungsprobleme gegenüber Weißem Gänsefuß durch resistente Biotypen.

Betriebe, in denen Kartoffeln in der Rübenfruchtfolge stehen, sind bei der Resistenzausprägung besonders gefährdet. Gleiches gilt für Flächen, auf denen man früher im Mais den Wirkstoff Atrazin eingesetzt hat. Der Grund: Metamitron gehört genauso wie Metribuzin (in Kartoffelherbiziden) und Atrazin (ehemals in Maisherbiziden, Zulassung ausgelaufen) zur Familie der Triazone. Allen gemeinsam ist, dass sie an derselben Stelle im Photosystem II eingreifen.

Um Resistenzen zu vermeiden und damit hohe Wirkungsgrade zu erhalten, sollten Sie innerhalb der Fruchtfolge immer die Wirkstoffklassen (HRAC-Klasse) wechseln. Diese charakterisieren die Wirkmechanismen der verschiedenen Herbizide.

Wirksame, verträgliche Basis:

Eine Behandlung im Vorauflauf bietet sich auf Standorten mit Hundspetersilie oder Ausfallraps an. Dafür müssen die Böden aber unbedingt feucht sein. Geeignet sind dann Rebell Ultra (Auflagen beachten!) oder Metafol bzw. Goltix Titan. Bei Trockenheit sind Vorauflauf-anwendungen dagegen verschenktes Potenzial. Legen Sie in diesen Fällen den Fokus auf den frühen Einsatz im Keimblattstadium der Unkräuter.

Beim Nachauflauf gewinnen in der Praxis nach wie vor die Fertigformulierungen an Bedeutung: Mit Belvedere Extra, Betasana Trio, Betanal Expert (begrenzte Menge) und Betanal maxxPro stehen sehr leistungsfähige Kombinationen als Basisherbizide zur Verfügung. Alle enthalten...

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