Flexibilisierung: Kosten richtig absetzen Premium

Investieren Sie im Rahmen der Flexibilisierung in Ihre Biogasanlage, können Sie die Kosten je nach Investition entweder sofort absetzen oder über die Nutzungsdauer abschreiben. Wir zeigen, wie Sie Probleme mit dem Fiskus vermeiden.

Damit sie mit der Biogaserzeugung auch in Zukunft Geld verdienen können, setzen immer mehr Betreiber von Biogasanlagen auf flexible Stromerzeugung. Hierbei produzieren sie ihren Strom nicht mehr im Dauerbetrieb, sondern nur noch an wenigen Stunden am Tag – immer dann, wenn die Nachfrage am höchsten ist. Für diese bedarfsgerechte Stromerzeugung müssen sie ihre vorhandene Biogasanlage jedoch erneuern oder erweitern.

Häufig gibt es aber bei Betriebsprüfungen Streit darüber, ob sie eine Biogasanlage in ihrer Bilanz in verschiedene Wirtschaftsgüter unterteilen und mit verschiedenen Nutzungsdauern abschreiben dürfen. Denn die Finanzverwaltung hat sich bis heute nicht klar geäußert, was sie eigentlich unter dem Begriff „Biogasanlage“ genau versteht. So haben die Finanzämter in den Bundesländern den Begriff bisher uneinheitlich verwendet. Teilweise beurteilten einige Finanzämter das zugehörige Blockheizkraftwerk (BHKW) als Bestandteil des Gesamtwirtschaftsgutes „Biogasanlage“, dann mussten die Anlagenbetreiber das BHKW gemeinsam mit der Biogasanlage abschreiben. Teilweise beurteilten sie diese Wirtschaftsgüter aber getrennt und die Landwirte konnten eine unterschiedliche Nutzungsdauer ansetzen.

Fiskus schafft Klarheit:

Mittlerweile liegt der Entwurf eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) vor, in dem die Nutzungsdauer nun bundeseinheitlich geregelt werden soll: Eine Biogasanlage müssen Sie danach über eine Nutzungsdauer von 16 Jahren abschreiben, ein BHKW hingegen über zehn Jahre. Ebenso regelt der Entwurf, welche Bestandteile Sie künftig zu der Biogasanlage zurechnen sollen. Darunter fallen z.B. der Gärbehälter/Fermenter, die Einbringungstechnik, Rührwerke, der Gasspeicher und die Gasfackel. Diese Teile müssen Sie dann künftig gemeinsam mit der Biogasanlage auf 16 Jahre abschreiben. Zum BHKW zählt laut dem BMF-Entwurf hingegen der Motor sowie die Steuerungstechnik.

Zwar handelt es sich noch um einen Entwurf und es ist derzeit noch unklar, wann die Finanzverwaltung diesen veröffentlicht, Experten rechnen aber nicht damit, dass sich der Inhalt noch wesentlich ändern wird und die Finanzverwaltung das Schreiben vermutlich im Laufe des Jahres 2019 veröffentlicht.

Die Gerichte haben sich bisher nur in zwei bekannten Urteilen mit dem Thema auseinandergesetzt. In einem Urteil des Finanzgerichtes Münster unterstützte das Gericht die Sicht der Finanzverwaltung und sieht die Biogasanlage und das BHKW als zwei getrennte Wirtschaftsgüter an. Bezüglich der gewöhnlichen Nutzungsdauer traf das Gericht allerdings keine Aussage (Urteil vom 18.2.2015, Az.: 11 K 2856/13 F).

Für Verwirrung sorgt nun aber ein aktuelleres Urteil des FG Münster vom 28.6.2018: Denn hier kommt das Ge-richt zwar zu einer einheitlichen durchschnittlichen Nutzungsdauer der Biogasanlage mit dem BHKW, dem Wärmenetz und dem Transformator von zehn Jahren. Allerdings ...

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