Wie Zuverdienste die vorzeitige Rente schmälern Plus

Wer 2019 erstmals eine vorzeitige LAK-Rente bezieht, muss sich seinen Hinzuverdienst anrechnen lassen. Bei hohen Zuverdiensten ist es manchmal besser, auf die vorzeitige Rente zu verzichten.

Angesichts der neuen Hinzuverdienstgrenzen wird auf vielen Höfen neu gerechnet. Landwirte, die den Betrieb abgeben und evt. noch geringe Einkünfte haben, müssen jedoch keine Kürzungen durch die Anrechnung von Hinzuverdienst fürchten.

Wer aber als Rentner noch einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet und/oder hohe gewerbliche Einkünfte hat, sollte genau rechnen, ob sich die vorzeitige Rente lohnt. Auch für Ehepartner von Landwirten, die oft noch berufliche Einkünfte haben, rechnet es sich u.U. besser, mit dem Rentenantrag zu warten, bis die Regelaltersgrenze erreicht ist.

Betroffene Renten

Die neuen Hinzuverdienstgrenzen gelten für alle vorzeitigen LAK-Renten:

  • vorzeitige Rente für langjährig Versicherte (35 Jahre Wartezeit),
  • vorzeitige Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre Wartezeit),
  • vorzeitige Altersrente für Ehegatten (max. 10 Jahre vor Regelaltersgrenze),
  • Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente.

Häufig führt der vorzeitige Rentenbeginn zu einem Abschlag von 0,3% für jeden Monat, den die Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze beansprucht wird. Ohne Abschläge wird die vorzeitige Rente nur gezahlt, wenn mindestens 45 Versicherungsjahre vorliegen.

Welches Einkommen?

Die Anrechnung von Hinzuverdienst erfolgt bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze. Diese liegt 2019 für 1954 Geborene bei 65 Jahren und 8 Monaten. Danach entfällt die Anrechnung von Zuverdienst. Als Zuverdienst zählt das Arbeitsentgelt aus Beschäftigung und das Arbeitseinkommen z.B. aus Gewerbebetrieb bzw. sonstigen selbstständigen Tätigkeiten. Einkommen aus Land- u. Forstwirtschaft wird nur angerechnet, wenn der Rentenbezieher noch Landwirt ist. Wer den Betrieb abgegeben hat bzw. einen Betrieb unterhalb der Mindestgröße bewirtschaftet, muss sich also kein LuF-Einkommen anrechnen lassen. So zählen in diesen Fällen z.B. auch Pachteinnahmen aus der Verpachtung des Betriebes nicht als Hinzuverdienst.

Aber Vorsicht: Wer seinen Betrieb zwar abgegeben hat, aber noch an einer GbR beteiligt ist, die einen landwirtschaftlichen Betrieb oberhalb der Mindestgröße bewirtschaftet, muss sich seine GbR-Einkünfte anrechnen lassen. Denn damit ist jeder GbR-Partner Landwirt.

Welche Grenzen?

Maßgeblich für die Ermittlung des Hinzuverdienstes ist das im letzten Steuerbescheid ausgewiesene Einkommen. Wie dabei der Hinzuverdienst die Rente schmälert, zeigt die Übersicht 1.

Dabei gilt: Wenn Sie zwei Monate im...

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