Die Schattenseiten der Konzentration Premium

Übernahmen und Standortschließungen in der Vieh- und Fleischwirtschaft häufen sich. Welche Folgen das für Wettbewerb, Tierschutz und Vorkosten der Schweinehalter hat, erklärt Dr. Albert Hortmann-Scholten von der LWK Niedersachsen.

Bislang hatten Mäster in der Vermarktung noch eine Wahl. Zumindest im Nordwesten Deutschlands gab es zu vertretbaren Transportwegen und -zeiten noch etwa 25 bis 30 Schlachtstätten. Mit der Schließung des Vion Standortes in Zeven sowie der Vogler-Betriebe Bremen und Steine haben sich die Vermarktungsmöglichkeiten nun deutlich verschlechtert. Innerhalb weniger Monate verlor Niedersachsen wöchentliche Schlachtkapazitäten von 50000 bis 60000 Schweinen. Die Betriebsschließungen dürften für die Branche nicht ohne Folgen bleiben.

Wo bleiben die Schweine?

Das Gute vorweg: Auch künftig bleibt wohl kein Schweinehalter auf seinen Schlachttieren sitzen. Mit Vogler hat zwar der fünftgrößte Schweineschlachter aus Deutschland mit jährlich rund 2 Mio. Tieren seine Tore endgültig geschlossen. Trotzdem dürfte die Fleischbranche das locker auffangen können.

So geht es immerhin am ehemaligen Vogler-Standort in Laatzen weiter. Der Pfälzer Unternehmer Hermann Withake will dort mit der neu gegründeten Leine-Fleisch GmbH künftig 12000 bis 13000 Schweine je Woche an die Haken bringen.

Noch wichtiger ist allerdings, dass die verbleibenden Unternehmen weiterwachsen wollen, obwohl die jüngsten Prognosen für 2017 einen Rückgang der Bruttoeigenerzeugung in Deutschland um 2 bis 4 Prozent vorhersagen.

Schon im zurückliegenden Jahr haben vor allem die Großen der Branche Marktanteile gewonnen. Und der Strukturwandel wird weitergehen. Folgende Pläne sind zu den Top 3 bekannt:

Der Platzhirsch Tönnies ist nach seinem beigelegten Familienstreit zum Wachstum entschlossen:

  • Im Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück hat Tönnies kürzlich eine Erhöhung der Kapazität von 3000 auf 3500 Tonnen pro Tag beantragt. Statt 26000 könnten in Rheda dann täglich 30400 Schweine geschlachtet werden.
  • Bei Weidemark in Sögel sind mittelfristig 108000 Schweineschlachtungen pro Woche möglich. Realistisch ist das aber nur, weil sich Tönnies zunehmend in den Niederlanden bedient. Je nach...

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