Label-Eier vom Profi Plus

Das Label-Fleisch des Deutschen Tierschutzbundes gilt als gescheitert. Nun versuchen die Tierschützer mit Eiern den Durchbruch. Mit Alfons Diekmann haben sie sich einen erfahrenen Legehennenhalter ins Boot geholt. top agrar hat ihn besucht.

Eigentlich war es ein Zufall, der uns zum Tierschutzlabel brachte“, erinnert sich Alfons Diekmann. Der erfahrene Hühnerhalter wollte seinen neuen Betrieb beim Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) anmelden und wie bisher Eier aus der Bodenhaltung verkaufen. Doch dort animierte man ihn, den Betrieb nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes (DTB) umzubauen. Diekmann, der eigentlich Elektrikermeister ist, gefiel die Idee. „Das Thema Tierwohl ist nicht mehr umzudrehen. Warum nicht mal Pionier sein“, dachte sich der 68-Jährige und machte sich fortan mit den Vorgaben der Tierschützer vertraut. Was dann folgte, war allerdings kein Selbstläufer.

Teurer Umbau:

Zunächst musste Diekmann seine eigentlich fertigen Umbaupläne für den Betrieb im niedersächsischen Dinklage ganz neu aufsetzen. Den maroden Betrieb hatte er 2015 gekauft und wollte ihn von 35000 Plätzen in Freilandhaltung auf 40000 Plätze in Bodenhaltung umbauen. In der konventionellen Haltung kannte er sich schließlich aus. Denn schon seit 2009 produziert er unter dem Namen „Loher Landei“ zusammen mit seinem Sohn Arndt (35) Eier an zwei Standorten. Die über 300000 konventionellen Legehennen werden flächenlos und damit gewerblich gehalten. „Wir wollen uns voll auf die Tierhaltung konzentrieren“, erklärt Arndt Diekmann. Seit März produziert Loher Landei nun auch Tierschutzlabel-Eier. Auf dem neuen Betrieb stehen drei Ställe mit jeweils 12000 Legehennen, die nach Vorgaben des Tierschutzbundes nochmals in 3000er-Herden unterteilt sind.

„Die Kosten für das Projekt sind nicht ohne“, stellt Arndt klar. Im Vergleich zur konventionellen Bodenhaltung musste er etwa 80% mehr investieren, schätzt er. Vor allem die geringere Besatzdichte von 7 statt 9 Hennen pro Quadratmeter treibe die Kosten. Darüber hinaus ist ein sogenannter Kaltscharrraum vorgeschrieben, der mindestens 50% der Stallgrundfläche haben muss (siehe Übersicht).

Der neue Stall ist zudem vollgestopft mit Technik. Der Steuerschrank für Lüftung, Fütterung und Licht, den Diekmann in jedem Stall eingebaut hat, weil jeder Stall technisch von dem nächsten getrennt sein muss, würde auch problemlos für 120000 konventionelle Hennen funktionieren. Auch die Arbeitskosten sind deutlich höher. Derzeit betreut eine Vollzeitkraft den...

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