Ziehen am Milchmarkt dunkle Wolken auf? Plus

Viele Beobachter sagen für 2018 nachgebende Milcherlöse voraus. Die Prognosen geben aber kein einheitliches Bild, berichtet Dr. Vinzenz Bauer, LWK Niedersachsen.

Die finanziellen Lücken der letzten Milchkrise sind noch nicht geschlossen, die EU sitzt nach wie vor auf fast unverkäuflichen Pulverbeständen von etwa 350000 t. Die zuvor stolzen Butterpreise sind schon vor Weihnachten gesunken, nun bröckeln auch noch die Käsepreise, und die Anlieferungen steigen. Müssen Milchviehhalter ihre Gürtel bald wieder enger schnallen, sich also auf sinkende Erlöse einstellen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Analysten bei uns, sondern auch Beobachter des US-Agrarministeriums (USDA).

Angebot steigt:

Weltweit wird das Milchaufkommen etwas wachsen. Das ist die Kernbotschaft der jüngsten Analyse des USDA zum internationalen Milchmarkt. Demnach sollen alle großen Exporteure der Welt zusammen im Jahr 2018 ca. 1% mehr melken als im Vorjahr (s. Übersicht 1, Seite 117):

  • In der EU erwartet das USDA beispielsweise nur ein minimales Wachstum, während hiesige Marktexperten sogar Steigerungen um bis zu 2,5% prognostizieren. Die amerikanischen Beobachter gehen aber offenbar davon aus, dass die Warnungen der letzten Monate vor sinkenden Erzeugerpreisen bei uns Wirkung zeigen und nicht alle Erzeuger wieder voll durchstarten.
  • Die Milchwirtschaft der USA hat hingegen wirklich den Vorwärtsgang eingelegt. Das USDA prognostiziert für das Jahr 2018 dort eine Milchmenge, die nur knapp unter 100 Mio. t liegen wird. Das wäre ein Plus von 2%. Offenbar spekulieren die Amerikaner auf zusätzliche Absatzmöglichkeiten für US-Milcherzeugnisse in Mexiko und Asien. Aber vorerst ist das reiner Zweckoptimismus.
  • In Neuseeland soll das Milchaufkommen ebenfalls um 2% auf...

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