Den „Stromfressern“ die rote Karte zeigen Premium

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat den Energieverbrauch in Sauen- und Mastbetrieben ausgewertet und Möglichkeiten zum Stromsparen ermittelt.

Auch wenn in den letzten drei bis vier Jahren die Preise für Strom und Brennstoffe leicht gefallen sind: Energie bleibt ein wichtiger Kostenfaktor im Schweinestall. Denn insgesamt haben sich seit dem Jahr 2000 die Preise für fast alle Energieträger mehr als verdoppelt.

Gerade die Ferkelerzeugung verbraucht viel Wärme und Strom, die Schweinemast dagegen vor allem viel Strom für die Stallklimatisierung. Dazu kommen neue Stromverbraucher, wie z.B. automatisierte Fütterungssysteme oder die Abluftreinigung. Gleichzeitig stagnierten oder fielen die Erzeugerpreise in diesem Zeitraum.

Weil sich damit die Schere zwischen Kosten und Ertrag weiter öffnet, sind Ansätze gefragt, um den Strom- und Wärmebedarf im Schweinestall zu reduzieren. Deshalb ist es gerade bei der Neuplanung oder Sanierung von Schweineställen wichtig, den Energiebedarf einzelner Verbraucher zu kennen, um Einsparpotenziale aufzudecken und Verbesserungsmaßnahmen ableiten und bewerten zu können.

Als Datengrundlage zur Beratung hat das Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Rahmen des Forschungsprojektes „Verbesserung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft“ den Energieverbrauch in Pilotbetrieben erfasst und ausgewertet.

Für die Messungen wurden ausschließlich konventionell wirtschaftende Ferkelerzeugerbetriebe mit 150 bis 680 Zuchtsauplätzen ausgewählt. Bei der Schweinemast untersuchte die LfL sechs konventionell sowie einen biologisch wirtschaftenden Betrieb mit freier Lüftung. Die Betriebsgrößen lagen zwischen 300 und 2000 Mastplätzen.

Heizbedarf im Sauenstall:

In drei der untersuchten Betriebe wird die Wärme mit Ölbrennwert- bzw. Ölheizungen und in zwei Betrieben mit Gasbrennwertthermen mit Heizleistungen zwischen 15 und 40 KW erzeugt. Zwei Betriebe haben Biomasseheizungen mit 45 bzw. 149 kW. Ein Betrieb heizt mit einen Scheitholzkessel (30 kW), ein weiterer Betrieb bezieht die Wärme über eine Nahwärmeleitung von einer Biogasanlage. Die restlichen beiden Praktiker haben auf mehreren Produktionsstandorten in Verbindung mit der Abwärme aus Biogasanlagen unterschiedliche Heizsysteme eingesetzt.

In Betrieben mit Luft-Luft-Wärmetauschern liegt der Heizenergiebedarf im Mittel bei ca. 300 kWh (thermisch) pro Zuchtsau und Jahr. Der Betrieb ohne Wärmetauscher benötigt ca. 600 kWh Wärme pro Zuchtsau und Jahr.

Der thermische Energiebedarf in der Schweinemast ist im Gegensatz zur Ferkelerzeugung gering. In den konventionell wirtschaftenden Betrieben werden lediglich die Abteile ein bis zwei Tage vor Neubelegung aufgeheizt. Zusätzlich ist bei einem Betrieb ein Luft-Luft-Wärmetauscher im...

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