Jetzt neu in Berlin: Tierwohl-Bratwurst! Premium

Diana Marklewitz hat für ihre Tierwohl-Schweine einen Absatzweg gefunden. Sie bekommt nun 49 Cent Bonus pro kg Schlachtgewicht. Mit dem Zuschlag sind auch ihre Geschäftspartner zufrieden.

Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer.“ Den Ohrwurm, den Xavier Naidoo 2006 anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland gemeinsam mit der deutschen Fußball-nationalmannschaft gesungen hat, ist auch heute noch ein Hit. Und wohl kaum eine Textzeile beschreibt den Weg von Landwirtin Diana Marklewitz aus Lüchow in Niedersachsen besser als diese. Denn nachdem ihr neuer Tierwohl-Maststall im August 2017 pünktlich fertig war und sie mit mehr als 300 Gästen den Tag der offenen Tür feierte, erwartete die junge Unternehmerin ein langer und steiniger Weg bei der Vermarktung ihrer Tierwohl-Schweine.

Ständig neue Probleme:

Damit hatte Diana Marklewitz nicht gerechnet. Sie war sich sogar sicher, dass sie ihre Schweine relativ schnell an den Mann bringen würde, denn schließlich sucht der Handel händeringend Tierwohl-Fleisch. Doch alles war komplizierter als gedacht. „Der Verkauf meiner Tiere war eine große psychische und körperliche Herausforderung. Hatte ich ein Problem gelöst, stand ich bereits vor dem nächsten. Es ging sechs, sieben Monate nicht vorwärts“, beschreibt sie das Wechselbad der Gefühle.

Erschwerend kam für sie hinzu, dass sie meist allein auf weiter Flur kämpfen musste. „Bei konventioneller Mast gebe ich die schlachtreifen Mastschweine an einen Viehhändler ab, der alles Weitere regelt. Wer aber wie ich spezielle Ware produziert und dafür besondere Absatzkanäle sucht, hat diese Möglichkeit nicht. Dann ist man ganz auf sich allein gestellt“, betont sie.

Die Landwirtin musste zwei größere Probleme lösen. Problem Nr. 1 war die relativ kleine Liefermenge von anfangs 20 bis 30 Schweinen pro Woche. Es gelang ihr zunächst nicht, dafür einen eigenen Schlacht-, Verarbeitungs- und Absatzkanal aufzubauen. „Mal waren im Schlachthof keine gesonderten Bänder frei, mal winkten die Verarbeiter ab. Ein weiteres Problem war, dass Schweineschlachtkörper niemals zu 100% über einen Absatzkanal vermarktet werden. Wohin mit den Resten, hieß es dann immer wieder“, erinnert sich Diana Marklewitz.

Mehrmals musste der erste Liefertermin verschoben werden, weil es in der Lieferkette hakte. Das zermürbte die junge Landwirtin zusehends. Doch rückblickend will sie den Schwarzen Peter nicht allein den Schlachtern und Zerlegern zuschieben. „Ich habe gelernt, dass die Fleischvermarktung kompliziert ist. Die gesamte Kette ist auf Effizienz getrimmt, weil der Lebensmittelhandel ständigen Preisdruck ausübt. Es ist nicht leicht, Sonderwünsche zu erfüllen“, bricht die Unternehmerin eine Lanze für ihre Handelspartner. „Es wird dringend Zeit, dass der Handel endlich aufhört, immer nur auf niedrige Einkaufspreise zu pochen!“

Problem Nr. 2 war das Geld. Das Interesse an den Schweinen vom Hof Marklewitz war von Anfang an riesig. Aufgrund der häufigen Berichterstattung in top agrar und der Tagespresse wussten viele Lebensmittelhändler, dass Familie Marklewitz...

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