Wenn Sie zur Jagd gehen…

…können Sie das Finanzamt an Ihren Ausgaben beteiligen. Hier die wichtigsten Tipps.

Für die meisten Landwirte ist die Jagd ein Hobby – allerdings ein kostspieliges. Die gute Nachricht: Sie können den Staat an Ihren Kosten beteiligen, in dem Sie diese steuerlich absetzen und so Ihren Betriebsgewinn drücken. Da die Ausgaben die Einnahmen fast immer übertreffen, lohnt sich der Aufwand. Sie müssen dem Fiskus allerdings belegen, dass die Jagd im Zusammenhang mit Ihrem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb steht – sonst läuft der Kostenabzug ins Leere.

Je nachdem, ob Sie

  • eine Eigenjagd oder eine Eigenjagd plus gepachtete Flächen besitzen,
  • einen landwirtschaftlichen Betrieb inkl. Eigenjagd pachten,
  • an einer Genossenschaftsjagd oder an einer Betriebsgemeinschaft mit Gemeinschaftsjagd beteiligt sind, gibt es Stolperfallen, die Sie geschickt umgehen können.

Eigenjagd (ohne Pachtflächen): Betreiben Sie eine Eigenjagd auf den Flächen Ihres land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, ist der Fall eindeutig: Sämtliche im Zusammenhang mit der Jagd anfallenden Einnahmen und Ausgaben müssen Sie als Betriebseinnahmen bzw. -ausgaben erfassen. Selbst wenn die Jagd für sich betrachtet dauerhaft zu Verlusten führt, darf Ihnen das Finanzamt den Abzug nicht verweigern. Denn die Jagd dient der „ordnungsgemäßen“ Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen.

Eine Eigenjagd liegt in den meisten Bundesländern dann vor, wenn Sie eine zusammenhängende Fläche von 75 ha und mehr Ihr Eigentum nennen. Einige Bundesländer haben die Untergrenze allerdings noch weiter oben angesetzt. Mehr dazu lesen Sie im Kasten auf der Seite47 (Stichwort Jagdbezirke).

Eigenjagd plus gepachtete oder von Behörden zugeordnete Flächen: Probleme tauchen immer dann auf, wenn Sie zu Ihrem Eigenjagdbezirk weitere Flächen hinzupachten oder wenn die Jagdbehörde Ihnen fremde Flächen zuordnet. Der Bundesfinanzhof hat mittlerweile aber in mehreren Urteilen für mehr Klarheit gesorgt:

  • Gepachtete Flächen: Sie dürfen die Ausgaben absetzen, wenn Sie die gepachteten Grundstücke zu mindestens 50% selbst bewirtschaften. Beispiel: Landwirt Manfred Bauer bewirtschaftet einen 120 ha großen Eigentumsbetrieb mit Eigenjagd (alle Namen frei erfunden). Außerdem hat er von einer Genossenschaftsjagd 100 ha gepachtet, von denen er 60 ha selbst beackert. Fazit: Er darf sämtliche Ausgaben, auch die für die Jagd auf den Genossenschaftsflächen, steuerlich absetzen.
  • Zugeordnete Flächen: Es kann vorkommen, dass Behörden fremde Flächen Ihrem Eigenjagdbezirk zuordnen. Das ist oft bei sogenannten Enklaven der Fall (Übersicht 1 unten). Diese entstehen, wenn sich innerhalb Ihres Eigenjagdbezirkes einzelne Flächen befinden, die anderen Eigentümern gehören und von diesen bewirtschaftet werden. Liegen die Grundstücke so, dass darauf keine ordnungsgemäße Bejagung durch einen Dritten möglich ist, schlagen die Behörden diese Flächen Ihrem Bezirk zu. Dann ist es nicht zwingend notwendig, dass Sie die von Amtswegen zugeordneten Flächen auch zu 50% selbst bewirtschaften. Das gilt auch für fremde Flächen, die an Ihre Jagd angrenzen, aber zum Beispiel von Straßen oder Flüssen so abgetrennt sind, dass nur Sie diese bejagen können. Auch in diesem Fall müssen Sie nicht zwangsläufig die Flächen zur Hälfte selbst beackern.

Verpachteter land- und forstwirtschaftlicher Betrieb mit Eigenjagd: Wenn Sie einen...