„Füttern“ Sie schwaches Getreide jetzt recht­zeitig!

Wenig Stickstoff im Boden und die teilweise schlechte Entwicklung vor Winter erfordern ein frühes Andüngen. Dr. H. Schönberger, N.U. Agrar GmbH, informiert.

Das Getreide entwickelte sich im vergangenen Herbst sehr verhalten. Selbst der im Norden und Nord-osten bis Mitte September gesäte Wei-zen erreichte mit Mühe und Not das 5- bis 6-Blattstadium vor Winter und bildete meist nur 2 bis 3 Nebentriebe je Pflanze. Weizenbestände, die im Rheinland bis zum 15. Oktober gesät werden konnten, schafften noch einen Seitentrieb. In den Höhenlagen der Mittelgebirge und in Schleswig-Holstein musste der Weizen dazu schon um den 25. September im Boden sein. Nach dem 25. Oktober gesäter Weizen ist im Rheinland und in den Föhnlagen Süddeutschlands noch vor der Winterruhe aufgelaufen, später bestellter Weizen keimte erst unter dem Schnee.

Kräftige, vor Winter gut bestockte Gerste gibt es in Ostdeutschland und in den Mittelgebirgslagen, wenn sie bis zum 12. September im Boden war. Das gilt auch für Regionen südlich der Donau, wo der Föhn im November noch einmal für einen Wachstumsschub sorgte. Die meisten Gerstenbestände waren jedoch sehr verhalten bis schwach entwickelt und bildeten meist nicht mehr als 2 bis 3 Seitentriebe.

Schnee schützte vor Frost

Die tiefen Fröste in der Woche nach Weihnachten richteten aufgrund der bis zu 50 cm mächtigen Schneedecke noch keinen Schaden an. Die Schneedecke verhinderte aber auch, dass Frost tiefer in den oft strukturgeschädigten Boden eindrang und Verdichtungen oder Schmierschichten lockerte.

Frühlingshafte Temperaturen mit warmem Regen ließen im Januar in den meisten Ackerbaugebieten den Schnee rasch wegtauen. Böden, die vorher maximal 15 bis 25 cm tief durchgefroren waren, tauten innerhalb weniger Tage auf.

Seenlandschaften, die zum Teil noch vom nassen Herbst herrührten und sich durch die Schneeschmelze noch weiter ausdehnten, sind ein von weitem sichtbarer Hinweis auf Strukturschäden, wenn die Drainagen nicht zugewachsen und verstopft sind.

Wo nicht mehr als 15 bis 20 cm Schnee lagen, reichte die geringe Strahlung, dass sich die Getreidepflanzen unter dem Schnee weiter entwickelten und 1 bis 2 neue Blätter schieben konnten. Bestände, die im 3- bis 4-Blattstadium in den Winter gingen, begannen unter der Schneedecke sogar zu bestocken. Die Assimilate für den Neuzuwachs unter dem Schnee stammten aus dem Chlorophyll-Abbau der älteren Blätter. Es ist zu erwarten, dass diese Bestände erst einmal gelb werden, wenn das Wachstum in Gang kommt.

Die Temperaturen lagen direkt unter Schnee selbst an Eistagen knapp über 0 °C. Deshalb entwickelten sich auch die Vegetationskegel weiter. Ein Großteil der Gersten- und vor allem der Roggenbestände hat inzwischen das Doppelring-Stadium erreicht und auf Ährchen-Differenzierung umgeschaltet.

Insgesamt ist das Risiko aber hoch, dass die Bestände zu dünn werden. Das gilt vor allem für später gesäte Wintergerste, bei der mit dünnen Beständen und kurzen Ähren zu rechnen ist. Das trifft aber auch für zeitlich normal gesäten Weizen zu, der aufgrund der schwachen Entwicklung vor Winter nicht mehr bestocken konnte.

Wurzeln schwach entwickelt

Infolge der Nässe und des Sauerstoffmangels im Boden bildete das Wintergetreide kein gutes Wurzelwerk. Darunter leidet vor allem die früh gesäte Gerste, wenn...

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar Digital

Monatsabo

0,00 EUR
im 1. Monat

danach 9,80 EUR / Monat

  • Jederzeit kündbar
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt testen
top agrar Digital

Jahresabo

99,00 EUR
im 1. Jahr

danach 117,60 EUR / Jahr

Spar-Angebot

  • 15% im ersten Jahr sparen
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt zuschlagen
top agrar Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

  • 12 Hefte pro Jahr
  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Ihre Meinung ist gefragt

Wir benötigen Ihr Feedback zur Startseite.

Teilen Sie uns Ihre Meinung in nur 2 Minuten mit und entwickeln Sie mit uns die Startseite von topagrar.com weiter.

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Ackerbau dienstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.